Wirtschaft

Kahlschlag am Pharma-Standort Genf

Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 24.04.2012 69 Kommentare

2006 hatte Ernesto Bertarelli Serono für mehrere Milliarden Franken an Merck verkauft. Jetzt machen die Deutschen den Hauptsitz in Genf dicht. Die Rhonestadt verliert damit 1250 Jobs.

Merck baut in der Schweiz fast 1300 Stellen ab: Angestellte vor dem Firmenlogo in Genf.

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Bild: Keystone

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Der Pharmakonzern Merck (MRK 37.195 5.29%) mit Sitz im deutschen Darmstadt schliesst die Firmenzentrale Merck Serono in Genf. Der Konzern bestätigte damit die Gerüchte, die der Bericht der Tageszeitung «Tribune de Genève» auslöste. In dem Bericht war von 900 Jobs die Rede, die über einen Zeitraum von acht Monaten abgebaut werden sollen. Das Unternehmen bestätigte den Vorgang, spricht aber von 500 Stellen, die abgebaut werden sollen. Aktuell hat die Sparte weltweit rund 17'000 Mitarbeiter, davon etwa 1250 in Genf.

Der Jobabbau sei «Teil des im Februar vorgestellten Effizienzsteigerungsprogramms», wie Merck per Communiqué verlautet. «Die geplanten Massnahmen für Merck Serono in der Schweiz sind notwendig, um langfristig unsere globale Wettbewerbsposition zu sichern», sagt Stefan Oschmann, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und verantwortlich für die Schweizer Sparte Merck Serono.

Mit der Schliessung sollen Doppelstrukturen zweier europäischer Zentralen beseitigt werden. Sämtliche Hauptverwaltungsfunktionen werden im Merck Serono Campus in Darmstadt zusammengefasst. Zusätzlich plant das Unternehmen, wichtige Positionen im Bereich Forschung und Entwicklung von Genf nach Darmstadt, Boston und Peking zu verlagern. «Dadurch soll wissenschaftliche Expertise im Biotech-Zentrum in Boston gebündelt und gewährleistet werden.» Folgedessen ist geplant, mehr als 750 Jobs von derzeit 1250 in Genf an die genannten Standorte zu verlegen.

Produktion wird erhalten

Trotz den geplanten Massnahmen werde Merck Serono mit einer Produktion weiterhin in der Schweiz präsent sein. So sollen Biotech-Produkte auch in Zukunft in Aubonne und Corsier-sur-Vevey (beide Kanton Waadt) hergestellt werden. Dennoch plant Merck Serono, rund 80 Stellen an den drei Schweizer Produktionsstandorten Aubonne, Corsier-sur-Vevey und Coinsins zu streichen. Der bestehende Produktionsbetrieb der Sparte in Coinsins soll hauptsächlich nach Aubonne verlagert werden. Um näher an den wichtigen Produktionsstandorten zu sein, beabsichtigt Merck Serono, von den geplanten 750 Positionen über 130 Stellen mit Bezug zu Produktionsfunktionen von Genf in die Umgebung von Aubonne im Kanton Waadt umzusiedeln. Die Sparte beabsichtigt, ihre Schweizer Vertriebsorganisation in Zug zu belassen.

Die Konsultationsgespräche mit den Mitarbeitern werden am 25. April 2012 beginnen, verlautet die Unternehmenszentrale in Darmstadt. Während dieser Phase werde das Unternehmen Alternativvorschläge der Mitarbeiter sammeln und auswerten. Nach Abschluss der Gespräche beabsichtigt das Unternehmen, in der zweiten Hälfte 2012 mit den Versetzungen und dem Stellenabbau zu beginnen. Ziel ist, die komplette Umsetzung der Pläne in der ersten Hälfte 2013 abzuschliessen.

Jobabbau kündigte sich an

Bereits am 24. Februar dieses Jahres kündigte Geschäftsführer Karl-Ludwig Kley an, das geplante Effizienzsteigerungsprogramm voranzutreiben, «um unsere Kostenbasis nachhaltig zu senken und um Ressourcen für Investitionen in künftigen Wachstumsfeldern freizusetzen». Kley fügte hinzu: «Die zur Umsetzung geplanten Massnahmen werden voraussichtlich zu einem Personalabbau in allen Geschäftsbereichen und Regionen führen.» (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.04.2012, 09:19 Uhr

69

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69 Kommentare

Hans Leemann

24.04.2012, 09:48 Uhr
Melden 137 Empfehlung 0

Wichtiger für die Schweizerbevölkerung ist, dass die Schweiz nur 2 Minarette hat und Herr Hildebrand gehen musste ... Antworten


Ursi Brock

24.04.2012, 10:41 Uhr
Melden 97 Empfehlung 0

Wie üblich soll das ganze nun mit weiteren Steuersenkungen bzw. Subventionen finanziert werden wärend sich die Aktionäre in den Steueroasen vergnügen und bereits die nächste Investition zu Lasten der Zivilgesellschaften planen. Die lassen den Globus drehen und gehen Weltweit über Leichen... Der Standortwettbwerb ist ruinös für alle anderen. Lebensräume für alle sind so nicht mehr bezahlbar. Antworten



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