Wirtschaft

James Murdoch gibt Chefsessel bei BSkyB auf

Aktualisiert am 03.04.2012

Der Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch, James Murdoch, hat den Chefposten beim britischen Sender BSkyB niedergelegt. Grund sei seine Rolle im Abhörskandal um die Zeitung «News of the World».

Will «falsche Verschmelzungen» von Vorgängen in den Unternehmen verhindern: James Murdoch.

Will «falsche Verschmelzungen» von Vorgängen in den Unternehmen verhindern: James Murdoch.
Bild: Keystone

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Nach seinem Rücktritt bei der Zeitungsholding News International tritt James Murdoch nun auch als Chef des Verwaltungsrats beim Fernsehkonzern BSkyB zurück. Der Sohn von Medienmogul Rupert Murdoch soll aber als Mitglied des Gremiums weiterarbeiten.

«Ich möchte, dass die Interessen von BSkyB nicht von Dingen untergraben werden sollen, die sich ausserhalb des Unternehmens abspielen», teilte James Murdoch am Dienstag in London mit. Er sehe sich als «Blitzableiter». Seine Nachfolge tritt Nicholas Ferguson an.

Bereits bei seiner Wiederwahl als Verwaltungsratspräsident hatte es Murdoch nicht leicht gehabt, sich gegen seine Gegner durchzusetzen. Diese hatten bei einer kleinen Palastrevolution ins Feld geführt, Murdochs Verwicklung in die Abhör- und Bestechungsaffäre könne dem Ruf des Unternehmens schaden. BSkyB gehört zu 39 Prozent der News Corporation von Rupert Murdoch (81).

Reaktion auf Abhöraffäre

Dieser musste wegen der Affäre sein Ansinnen aufgeben, die restlichen Anteile an BSkyB, das neben Bezahlfernsehen (darunter Sky Deutschland) auch Free-TV und Telekommunikation betreibt, aufzukaufen. Auch der Rückzug des 39-Jährigen wird als Reaktion auf die Vorwürfe gegen Murdoch in der Affäre um abgehörte Telefone und bestochene Polizisten gewertet.

Die inzwischen eingestellte Murdoch-Zeitung «News of the World» sowie das Boulevardblatt «The Sun» sind in die Affäre verstrickt. Auch im von BSkyB betriebenen Bezahlfernsehen soll es Unregelmässigkeiten gegeben haben, was Murdoch allerdings bestreitet.

Wahrheit verschwiegen

James Murdoch steht im Verdacht, vor einem Parlamentsausschuss zur Untersuchung der Affäre nicht die volle Wahrheit gesagt zu haben. Es ging um die Frage, wann er selbst von den illegalen Praktiken erfahren hat.

Ende Februar hatte er seine Funktionen bei der Verlagstochter News International, die neben der «Sun» auch die «Times» und die «Sunday Times» herausgibt, aufgegeben und angekündigt, sich künftig für den Murdoch-Mutterkonzern News Corporation stärker von New York aus auf die Fernsehgeschäfte zu konzentrieren.

(wid/dapd/afp)

Erstellt: 03.04.2012, 19:43 Uhr

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