Immer mehr Airlines lassen ihre Maschinen in China warten
Aktualisiert am 25.11.2011 13 Kommentare
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Heute wurde bekannt, dass ein Airbus A340 der französischen Fluggesellschaft Air France ist nach der Wartung in China tagelang unterwegs gewesen, obwohl an der Maschine rund dreissig Schrauben fehlten. (DerBund.ch/Newsnet berichtete)
Ein Air-France-Sprecher bestätigte heute entsprechende Gewerkschaftsinformationen, betonte aber, das Flugzeug sei trotzdem sicher gewesen.
Die Maschine war bis 10. November im chinesischen Xiamen von der Wartungsfirma Taeco generalüberholt worden. Danach war die A340 «mehrere Tage» in der Luft unterwegs, hiess es in einem Bericht der Gewerkschaft des technischen Flugpersonals, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag.
Grösster Teil der Einnahmen durch ausländische Airlines
Mit seinen fünf grösseren Luftwerften hat sich China in den vergangenen Jahren als neues Zentrum für Wartungsarbeiten etabliert. Sie müssen jeweils von amerikanischen, europäischen oder chinesischen Luftfahrtbehörden zertifiziert werden.
Taikoo Aircraft Engineering (TAECO) in Xiamen, die an einem französischen Airbus drei Dutzend Schrauben vergessen hatte, ist die zweitgrösste Wartungseinrichtung. Vor allem namhafte ausländische Airlines wie Air France, Cathay Pacific oder All Nippon lassen ihre Flugzeuge dort warten. Nur ein kleiner Teil der Einnahmen stammt von chinesischen Fluggesellschaften.
1996 gegründet
Das Gemeinschaftsunternehmen in Xiamen wurde 1996 von einem Konsortium aus dem US-Hersteller Boeing, Cathay Pacific, Japan Airlines, Singapore Airlines, ( 7.99 -0.50%) einer Tochterfirma der chinesischen Luftverkehrsbehörde CAAC und Hongkong Aircraft Engineering (HAECO) gegründet.
Die grösste Luftwerft ist Ameco in Peking. Die Lufthansa (LHA 8.536 0.67%) betreibt sie seit mehr als zwei Jahrzehnten als Gemeinschaftsunternehmen mit Air China. Ausser Lufthansa und Air China ist etwa die US- Gesellschaft United Airlines ein grosser internationaler Kunde. In Peking können sogar die grossen Airbus 380 gewartet werden.
Da China einer der grössten Wachstumsmärkte ist, hat die chinesische Luftfahrtindustrie immer Probleme, ausreichend qualifiziertes Personal anzuwerben oder auszubilden. Nach Angaben der Luftfahrtbehörde CAAC werden in den nächsten zwei Jahrzehnten mindestens 240'000 weitere ausgebildete Mitarbeiter benötigt, um die wachsende Flotte zu betreiben. Die Luftfahrtindustrie in China wachse zweimal schneller als im Weltdurchschnitt.
Brennbare Farbe verwendet
Der Zwischenfall mit der Maschine der Air France ist nicht der erste seiner Art: Die Gewerkschaft des technischen Flugpersonals wies darauf hin, dass vor dem Airbus bereits eine Boeing 747-400 nach einer Revision im chinesischen Xiamen ebenfalls Probleme gehabt habe. Mehrere Wände waren damals mit einer brennbaren Farbe gestrichen worden. Die Maschine musste drei Wochen am Boden bleiben, damit der Schaden behoben werden konnte.
Der Ruf von Air France ist angeschlagen, seit ein Airbus vor zweieinhalb Jahren auf dem Weg von Rio nach Paris in den Atlantik stürzte. Dabei starben alle 228 Insassen. Die Ursache ist noch unklar, die französische Luftfahrtermittlungsbehörde geht von einem Pilotenfehler aus. Das bezweifeln allerdings die Hinterbliebenen, die von einem Softwareproblem sprechen.
(mrs/sda)
Erstellt: 25.11.2011, 18:33 Uhr
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