Wirtschaft

Hunderte Novartis-Angestellte atmen auf

Aktualisiert am 17.01.2012 4 Kommentare

Novartis gibt nach: Der Pharmakonzern betreibt seinen Standort in Nyon nun doch weiter. Damit muss im Waadtland niemand entlassen werden. Auch der Stellenabbau in Basel fällt kleiner aus.

Haben ihr Ziel erreicht: Protestierende Novartis-Mitarbeiter in Nyon. (Archivbild)

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Der Pharmakonzern Novartis (NOVN 73.35 1.31%) schliesst seinen Standort Nyon VD nicht. Auch kommt es dort zu keinen Entlassungen. Und auch in Basel wurde die geplante Zahl der Kündigungen von 760 auf gut 250 reduziert, wie Novartis-Schweiz-Chef Pascal Brenneisen heute vor den Medien sagte.

In Nyon investiere Novartis in den kommenden Jahren namhafte Beträge in die Modernisierung der Fabrik. So sollten alle 320 Arbeitsplätze an dem Produktionsstandort für rezeptfreie Medikamente erhalten bleiben.

Die Angestellten verzichteten dafür im Gegenzug auf einen Teil der für das laufende Jahr vereinbarten Lohnerhöhung. Zudem erhöhen rund 160 im Gesamtarbeitsvertrag Beschäftigte ihre Arbeitszeit von 37,5 auf 40 Wochenstunden, wie Brenneisen erklärte. Die übrigen Beschäftigten vor Ort arbeiten bereits 40 Stunden.

Waadt macht Zugeständnisse

Um die Profitabilität in Nyon nachhaltig sicherzustellen, bemüht sich Novartis um eine Zulassung des Werks durch die US- Gesundheitsbehörde FDA. Gemäss Brenneisen eröffnet das Exportmöglichkeiten in die USA sowie in andere Märkte.

Auch sollen bisher an Dritte ausgelagerte Produktionslinien zurückgeholt werden. Gemäss Brenneisen wird das keine negativen Auswirkungen auf andere Novartis-Standorte haben.

Von der Waadtländer Kantonsregierung erhielt der Pharmakonzern Zusicherungen für Steuererleichterungen. Zudem soll ein Grundstück des Konzerns in Prangins, der Nachbargemeinde Nyons, in die Wohnzone umgezont werden, was der Firma angesichts der Wohnungsnot in der Waadt neue Möglichkeiten eröffnet. Was mit dem Grundstück passiert, ist nach Angaben Brenneisens noch nicht klar.

Wie der Waadtländer Volkswirtschaftsdirektor Philippe Leuba erklärte, wird für die Steuererleichterungen keine «Lex Novartis» geschaffen. Die Massnahmen würden im Rahmen der normalen Wirtschaftsförderung erfolgen und die neuen Produktionslinien von Novartis in Nyon betreffen. Ähnliche Unterstützung hätte schliesslich auch ein Unternehmen erhalten, das sich anstelle von Novartis neu in Nyon angesiedelt hätte.

Ein Drittel der Beschäftigen in Basel wird umplatziert

In Basel sieht die Situation anders aus. Wie der basel-städtische Volkswirtschaftsdirektor Christoph Brutschin sagte, sind in seiner Stadt konzernübergreifende Aufgaben vom Abbau betroffen. Nun sei noch gut 250 Entlassungen zu rechnen.

Ein Drittel der ursprünglich betroffenen 760 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden frühpensioniert, ein weiteres Drittel intern umplatziert. Trotz der Entlassungen sprach Brutschin wie seine beiden Vorredner von einer Win-Win-Situation.

Zudem besteht noch Hoffnung: Der Konzern klärt mit seinem Venture- Kapital-Fonds ab, ob die Toxikologie-Gruppe ausgegliedert werden kann. Gegebenenfalls würden dort 50 weitere Stellen erhalten bleiben.

Der Basler Stellenmarkt könne die Entlassenen aber aufnehmen, sagte Brutschin. Zudem habe sich Novartis zum Standort Basel bekannt und baue den «Campus 2030» weiter aus. Damit werde die Zahl der Novartis-Arbeitsplätze in Basel von heute 7000 auf rund 10'000 wachsen, hauptsächlich in der Forschung.

Novartis-Schweiz-Präsident Brenneisen erklärte, die Lösung sei unter Beteiligung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements, des Staatssekretariats für Wirtschaft, der beiden Kantone und nicht zuletzt der Mitarbeitenden zustande gekommen. Bundesrat Johann Schneider-Ammann wird in einer Novartis-Mitteilung zitiert, er freue si (wid/sda)

Erstellt: 17.01.2012, 15:48 Uhr

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4 Kommentare

Clemens Breitschaft

17.01.2012, 19:50 Uhr
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Moment mal! Ist Novartis nicht ein überaus gesunder Betrieb mit überaus ungesunden Salären? War es nicht fragwürdig, weshalb Novartis Stellen abbauen wollte? Es ist nicht in Ordnung, wenn Betriebe die DInge so lenken können, wie sie es gerade wollen, es ist ungesund für die Gesellschaft. Wo ist die Kritik am Betrieb und am generellen Vorgehen Novartis' geblieben? Wo ist die Kritik an den Löhnen? Antworten


alfred bleuler

17.01.2012, 16:01 Uhr
Melden 4 Empfehlung 0

bravo >>> so kann man / frau auch mal bei den hohen bonis ein auge zudrücken >>>> jedoch nich bei den überteuerten medikamenten in der schweiz Antworten



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