Wirtschaft

Holcim verschreibt sich Fitnesskur

Aktualisiert am 14.05.2012 3 Kommentare

Der Schweizer Zementhersteller steckt sich ein ambitiöses Ziel: Bis 2014 will der Konzern 1,5 Milliarden Franken mehr Gewinn erwirtschaften. Um dies zu erreichen, plant Holcim eine Reihe von Massnahmen.

Holcim


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Kundenorientiertes Arbeiten und eine bessere Energiebilanz: Ein Güterwagen der Holcim. (Bild: Keystone )

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Der Zementkonzern Holcim (HOLN 78.4 0.90%) verschreibt sich nach zuletzt enttäuschender Profitabilität ein Programm zur Kostensenkung. Ziel ist, bis Ende 2014 den Betriebsgewinn um mindestens 1,5 Milliarden Franken zu verbessern.

Es werde auch Einschnitte beim Personal geben, sagte der neue Konzernchef Bernard Fontana am Montag in einer Telefonkonferenz mit Analysten und Journalisten. Details nannte er nicht, denn der Stellenabbau sei im Verhältnis zu den anderen geplanten Massnahmen nicht signifikant.

Zu den Auswirkungen nach Regionen wollte er sich ebenfalls nicht äussern. In einigen Gebieten werde zusätzliches Personal eingestellt, etwa in der Logistik, sagte Fontana, der Anfang Februar Markus Akermann als Chef von Holcim abgelöst hat. Fontana hatte bereits in seinem vorherigen Job als Chef des Luxemburger Stahlherstellers Aperam ein ähnliches Sparprogramm eingeleitet.

Margenschwund entgegentreten

Den grössten Beitrag zum höheren Betriebsgewinn sollen mit 500 Millionen Franken eine verbesserte Kundenorientierung und Innovationen bringen. Damit will Holcim die Margen wieder erhöhen, nachdem diese wegen höherer Kosten für Energie, Rohstoffe und Transporte gesunken sind.

Weitere 300 Millionen Franken Gewinnerhöhung oder mehr erwartet Holcim von einer Steigerung der Energieeffizienz und vom Einsatz alternativer Brennstoffe in den Zementwerken. Die Logistikkosten als gewichtiger Faktor sollen um wenigstens 250 Millionen Franken sinken. Ein gestrafftes Beschaffungswesen schliesslich soll nochmals denselben Betrag in die Kassen spülen.

Weiter will Holcim mit Sitz in Jona SG die Administrations- und Servicekosten auf allen Konzernstufen senken und damit weitere 200 Millionen Franken oder mehr zusätzlichen Gewinn generieren. Der Anbieter von Zement und Zuschlagstoffen will weniger mit externen Beratern arbeiten und Werke mit einer tiefen Auslastung hinterfragen. Bereichsverkäufe seien denkbar, hiess es.

Erste Effekte bereits 2012

Auch bei Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz will sich der Konzern verbessern und das Personal ausbilden und fördern. Bereits im laufenden Jahr erwartet Holcim aus dem Sparprogramm einen positiven Beitrag zu Betriebsgewinn von 150 Millionen Franken. Umgekehrt sollen die gesamten Kosten des Programms weniger als 200 Millionen Franken betragen.

2011 hatte Holcim einen Betriebsgewinn von 2,3 Milliarden Franken ausgewiesen. Unter dem Strich brach das Ergebnis, teils wegen eines Abschreibers in Südafrika, von 1,182 Milliarden Franken im Vorjahr auf 275 Millionen Franken ein. Auch im Startquartal 2012 enttäuschte der Konzern die Anleger, sank doch der Reingewinn vor Minderheiten um 5 Prozent auf 116 Millionen Franken. Nach Minderheiten stagnierte er auf 10 Millionen Franken.

Die Pläne zur Gewinnsteigerung beflügelten zunächst die Holcim- Aktie, deren Kurs am Montagmorgen zunächst um bis zu 3,5 Prozent zulegte. Doch dann überwogen die Sorgen wegen der Euro-Krise und die Kurskurve der Aktie drehte ins Minus. Gegen 15 Uhr notierte sie 1,5 Prozent schwächer als am Vorabend.

Es sei schwierig, die Auswirkungen des Programms zu beurteilen, sagte Serge Rotzer, Analyst der Bank Vontobel. Auch Patrick Appenzeller von Helvea meldete Zweifel an, ob der Gewinn so stark gesteigert werden kann. Fontana setze mit dem lancierten Programm ein starkes Zeichen, welches die Organisation des Konzerns durchrütteln dürfte, kommentierte Martin Hüsler von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). (kpn/sda)

Erstellt: 14.05.2012, 11:53 Uhr

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3 Kommentare

Holger Graber

14.05.2012, 09:21 Uhr
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'Auf personeller Ebene setzt der Konzern auf die Talente seiner Leute und fördert den Dialog mit allen Betroffenen.' Interessant, was soll uns dieser Satz mitteilen? Dass die Mitarbeiter mitreden können, wieviel sie weniger verdienen sollen oder wer nun gehen muss? Dass Journalismus längst nicht mehr das ist, was er sein könnte, investigativ und auf/erklärend, hat sich noch nicht rumgesprochen... Antworten


Fredi Meister

14.05.2012, 10:41 Uhr
Melden 4 Empfehlung 0

Wers glaubt wird selig. Antworten



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