Wirtschaft

Google wird zum Reiseberater

Aktualisiert am 15.08.2012

Der Internetgigant Google kauft sich weiter in die Offline-Welt ein: Das US-Unternehmen übernimmt den renommierten Reise- und Hotelführer Frommer's.

Eine Übernahme mit Signalwirkung: Google kauft die Reiseführer-Reihe Frommer's – hier in einem Buchladen in New York. (14. August 2012)

Eine Übernahme mit Signalwirkung: Google kauft die Reiseführer-Reihe Frommer's – hier in einem Buchladen in New York. (14. August 2012)
Bild: Keystone

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Google (GOOG 677 0.42%) will mehr sein, als eine einfache Suchmaschine. Der Internetgigant übernimmt die Reiseführer-Reihe Frommer's. Damit entfernt sich der Konzern noch weiter vom einstigen Dogma, selber keine Inhalte zu produzieren.

Das US-Unternehmen soll den Reise- und Hotelführer von dem Verlag John Wiley & Sons für etwa 25 Millionen Dollar übernommen haben, wie das Wall Street Journal berichtete.

Der Reiseführer-Bereich soll später mit der Plattform Zagat zusammengelegt werden, die Google vor rund einem Jahr für 151 Millionen Dollar gekauft hatte. Dort werden Restaurants, Hotels und Nachtclubs in der ganzen Welt bewertet.

Ob die Frommer's-Reisebücher weiterhin gedruckt werden oder deren Inhalt künftig nur noch im Internet erhältlich ist, liess eine Google-Sprecherin offen. Analysten gehen davon aus, dass der Branchenprimus mit dem Zukauf sein Werbegeschäft auf lokaler Ebene ankurbeln kann.

Informationen aus 300 Reiseführern

Mit der Übernahme von Frommer's hat Google nun unbeschränkten Zugriff auf Informationen aus 300 Reiseführern – darunter Rezensionen von Restaurants, Hotels und Bars. Diese Informationen will Google offenbar nutzen, um sie in den eigenen Suchergebnissen anzuzeigen.

Der Deal mit Frommer's bringt Google jedoch in einen Konkurrenzkampf mit anderen Internet-Reiseunternehmen. So erklärte der CEO von TripAdvisor, Stephen Kaufer, gegenüber dem Wall Street Journal, er verstehe nicht, warum Google Frommer's übernommen habe. Es sei doch offensichtlich, dass die Benutzer die Erfahrungen der Crowd – also einer grossen Menge an Personen – gegenüber der eines einzelnen Experten bevorzugten.

Die Anleger glauben jedoch offenbar an die Strategie des Internetgiganten: Die Aktien von Google stiegen heute an, die von TripAdvisor hingegen verloren stark an Wert. (ses/sda)

Erstellt: 14.08.2012, 21:46 Uhr

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