Wirtschaft
Genfer Privatbank Pictet im Visier der USA
Stellungnahme von Pictet
Die Genfer Privatbank weist Anschuldigungen, dass Pictet im Visier der amerikanischen Justiz stehe, entschieden zurück. In einer Medienmitteilung hält die Bank fest, «dass keine Klage der US-Behörden wegen Verstoss gegen US-Gesetze gegen Pictet vorliegt».
Will den Fall nicht kommentieren: Patrick Odier, VR-Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung. (Bild: Keystone )
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Mitten in der UBS-Krise 2008 transferierten zwei reiche US-Bürger über zwei Millionen Dollar auf undeklarierte Konten bei der grossen Genfer Privatbank Pictet & Cie. Dies berichtet die «SonntagsZeitung» und verweist auf ihr vorliegende neue Gerichtsdokumente.
Laut der «SonntagsZeitung» haben die beiden US-Geschäftsmänner ab 2004 ihre Gewinne aus US-Wertschriften in undeklarierten Konten bei der UBS vor dem Fiskus versteckt. Dafür wurden verschiedene Scheinfirmen in der Schweiz gegründet.
Gefahr bekannt
Gerichtsdokumente, die der Zeitung vorliegen, zeigen nun, dass die Geschäftsleute ihr Geld im Jahr 2008 von der UBS abgezogen und auf verschiedene Pictet-Konten transferieren liessen. Begünstigte waren dieselben Scheinfirmen wie bei der UBS.
Stimmen die Vorwürfe, hat die Bank in Genf das Geld zu einem Zeitpunkt angenommen, als sich die Schweiz mitten in der UBS-Krise befand und die Gefahr von undeklarierten Konten für US-Bürger bekannt war.
Die Genfer Bank wusste indessen, wer sich hinter den Strohfirmen verbarg. Über 130 Seiten Gerichtsdokumente belegen die Geldflüsse. Pictet hält derweil an ihrer Darstellung fest, dass bis heute kein direkter Kontakt mit den US-Behörden stattgefunden habe. Die Konten wurden aufgrund der Initiative von Pictet 2009 geschlossen, sagt Pictet-Sprecher Frank Renggli gegenüber der «SonntagsZeitung».
Auf die Spur dieser Gelder kamen US-Fahnder bei Ermittlungen gegen einen kalifornischen Anwalt. In die Untersuchung miteinbezogen sind auch das US-Justizdepartement und die Steuerbehörde IRS.
Patrick Odier: «Wir müssen einen Schlussstrich ziehen»
Eine weitere Anklage analog dem Fall Wegelin könne man nicht ausschliessen, sagt Patrick Odier, Präsident der Bankiervereinigung, im Interview mit der «SonntagsZeitung». «Die US-Behörden könnten über genügend Material verfügen, welches auch Banken, die nicht auf der Elferliste stehen, belasten könnte», sagt er.
Umso mehr brauche es jetzt eine Globallösung, um einen Schlussstrich unter die Anklagen zu ziehen. Dass nun auch die Genfer Privatbank Pictet ins Visier der Amerikaner geraten ist, will er nicht kommentieren. Er sagt lediglich: «Das Vorgehen bleibt gleich: Die elf Banken müssen mit den USA eine Lösung finden, die Schweiz eine Globallösung für alle anderen Banken», so Odier.
Zum Steuerstreit mit Deutschland sagt Odier, dass das vorliegende Abkommen die beste Lösung sei – trotz Opposition von SVP und SP. «Es kann nicht sein, dass diese Lösung durch innenpolitische Machtspiele gefährdet wird», kritisiert der Präsident der Bankiervereinigung.
Erstellt: 06.05.2012, 14:21 Uhr



























