Franzosen wollen Orange Schweiz loswerden
Aktualisiert am 28.07.2011 3 Kommentare
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Nachdem die Eidgenössische Wettbewerbskommission letztes Jahr die Fusion der Mobilfunkanbieter Orange und Sunrise untersagt hat, ist der Schweizer Markt für Orange-Besitzerin France Télécom nicht mehr attraktiv genug. Sie will ihr Schweizer Geschäft loswerden.
Der gescheiterte Zusammenschluss hat vergangenen Herbst bereits bei Sunrise zu einem Besitzerwechsel geführt: Der dänische TDC- Konzern hat die Nummer 2 des Schweizer Mobilfunkmarkt statt der France Télécom schliesslich an einen Finanzinvestoren verkauft. Ähnliches könnte nun auch mit Orange Schweiz passieren.
Strategische Gründe
Als mögliche Käufer für den kleinsten der drei Schweizer Mobilfunkanbieter kämen neben internationalen Telekomkonzernen Beteiligungsgesellschaften in Frage, sagte Orange-Schweiz-Chef Thomas Sieber. Abstossen will France Télécom Orange Schweiz aus strategischen Gründen.
France Télécom wolle sich auf Länder fokussieren, in welchen der Konzern als Telekommunikations-Vollanbieter auftreten könne und gleichzeitig die Nummer eins oder zwei im Markt sei, erklärte Sieber gegenüber der sda. Nach der untersagten Fusion von Orange und Sunrise passt der Schweizer Markt daher nicht mehr zur Strategie des französischen Telekomriesen.
Kunden mit dem höchsten Umsätzen
Doch selbst wenn für France Télécom die Schweiz zu eng geworden ist, hält Orange-Schweiz-Chef Sieber sein Unternehmen für ein attraktives Kaufobjekt, dem sich zwischen dem Genfer- und Bodensee Chancen bieten. Insbesondere verweist er auf die starke und bekannte Marke Orange. Und auf den qualitativ hochwertigen Kundenstamm des Unternehmens.
So hat Orange unter den drei Schweizer Mobilfunkanbietern nach eigenen Angaben die Kunden mit dem höchsten Umsätzen. Der Durchschnittsumsatz pro Kunde und Monat belaufe sich derzeit auf 57 Franken.
Grösse spielt eine Rolle
Für den Käufer von Orange Schweiz – France Télécom hat gemäss Angaben vom Donnerstag den Verkaufsprozess lediglich initiiert und der definitive Verkauf hängt noch von den eingehenden Angeboten ab - wird es allerdings nicht einfach werden. Denn im Mobilfunkgeschäft mit ihrer teuren Infrastruktur spielt auch die Grösse eine Rolle.
Hinter Marktführer Swisscom mit einem Marktanteil von über 60 Prozent ist es da für die Nummer zwei und drei eher eng. Nichtsdestotrotz investiert etwa Oranges Konkurrentin Sunrise grosse Summen in die Aufrüstung des Mobilfunknetze. Strategie des zweitgrössten Schweizer Anbieters ist es denn auch, der Swisscom Paroli bieten zu können.
Dazu macht sie spätestens ab Anfang des kommenden Jahres ihren Kunden auch ein Digitalfernsehangebot. Sie reagiert damit auf den Trend, dass Telefon, Internet, Mobilfunk und Fernsehen immer mehr aus einer Hand angepriesen werden. «Die Kunden fragen vermehrt nach solchen Kombiangeboten», erklärte Sunrise-Sprecher Tobias Kistner auf Anfrage.
Ohne Kombiangebot im Abseits
Mit lediglich Mobilfunk im Angebot könnte Orange neben Swisscom und Sunrise diesbezüglich also schnell ins Abseits geraten. Die kürzlich bekannt gewordene Vereinbarung mit UPC Cablecom zur Nutzung des Mobilfunknetzes wird Orange zwar helfen, die Infrastrukturkosten auf mehr Kunden zu verteilen.
In der Branchenlogik wäre es aber auch naheliegend, wenn UPC Cablecom Orange Schweiz übernehmen würde. Denn schliesslich fehlt dem Kabelnetzbetreiber für ein umfassendes Telekommunikationsangebot noch der Mobilfunk.
Bei UPC Cablecom hiess es am Donnerstag, dass es noch zu früh sei, zum Thema etwas zu sagen. Man sei von der Verkaufsankündigung von France Télécom überrascht worden und müsse sich die Situation zuerst noch anschauen, sagte UPC-Cablecom-Sprecher Eric Zeller auf Anfrage. (wid/bru/sda)
Erstellt: 28.07.2011, 08:31 Uhr
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3 Kommentare
Die regierung soll endlich dafür sorgen dass der markt im telekom bereich spielt. Dafür ist es absolut nötig dass Swisscom nicht mehr eine so marktbeherrschende stellung hat. Wenn eine firma mehr als 50% anteil hat kann das einfach nicht gut sein für die konsumenten, ausser wenn es um ein nicht gewinnorientiertes unternehmen geht.
Ein anfang wäre doch mal Swisscom um aufzuspalten.
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