Wirtschaft

Finma drückt bei den Grossbanken aufs Gaspedal

Aktualisiert am 09.10.2011 19 Kommentare

Die Schuldenkrise in Europa droht aktuell in eine Bankenkrise zu münden. Nun drängt die Finanzmarktaufsicht die Schweizer Grossbanken zu mehr Eigenkapital.

Schweizer Grossbanken verfügen im internationalen Vergleich über überdurchschnittlich viel Kapital und sind deshalb anfällig: Passanten vor einer UBS-Filiale in Zürich.(Archivbild)

Schweizer Grossbanken verfügen im internationalen Vergleich über überdurchschnittlich viel Kapital und sind deshalb anfällig: Passanten vor einer UBS-Filiale in Zürich.(Archivbild)
Bild: Keystone

«Es ist kein Geheimnis, dass wir Institute ermuntern ihre Zielwerte voranzutreiben»: Der Finma-Direktor Patrick Raaflaub. (Bild: Keystone )

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Der Direktor der Finanzmarktaufsicht (Finma), Patrick Raaflaub, bezeichnet die Lage an den globalen Finanzmärkten in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» als angespannt - vor allem am Geldmarkt.

Zu möglichen Massnahmen, Empfehlungen oder Auflagen an Schweizer Banken wollte er sich nicht äussern. Es sei aber kein Geheimnis, «dass wir die Institute ermuntern, ihre Zielwerte schneller als vorgeschrieben zu erreichen».

Viel Kapital bei der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) und CS

Die Grossbanken UBS und CS verfügten im internationalen Vergleich über überdurchschnittlich viel Kapital. Sie müssten aber weiter die Qualität des Eigenkapitals verbessern.

Anlass zum verschärften Tempo ist die Schuldenkrise in der EU, welche etwa nach Einschätzung des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble in eine Bankenkrise zu münden droht. Von einem Staatsbankrott Griechenlands beispielsweise wären indirekt alle grossen Banken in der Welt betroffen, sagte Raaflaub.

Indirekte Effekte

«Zweitrundeneffekte sind vor allem wegen der Vernetzung der grösseren Institute über den Interbankenmarkt im Moment ein wichtiges Thema.»

Auch Drittrundeneffekte seien so gut wie unausweichlich: «Wenn die Krise in der Realwirtschaft überschwappt, dann wird auch die Finanzbranche leiden», sagte Raaflaub. Das direkte Engagement von UBS und Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) in Griechenland gilt hingegen als relativ bescheiden.

SNB reagierte bereits

Auf das wachsende Misstrauen im Geldhandel hatte die SNB zusammen mit anderen Notenbanken bereits Mitte September reagiert. Sie kündigte Refinanzierungsgeschäfte an, welche den Zugang der Banken zu Dollar-Liquidität vereinfachen soll.

Auf Anfrage nicht äussern wollte sich ein Finma-Sprecher zum Bericht der «NZZ am Sonntag», wonach der «Ausschuss Finanzkrisen» von Finma, SNB und Vertretern des Bundes in den nächsten Tagen erstmals aktiv werde.

Der Ausschuss war von den Geschäftsprüfungskommissionen des Parlaments nach der Rettung der UBS gefordert worden. Im Januar schlossen Finma, SNB und Finanzdepartement dazu eine Absichtserklärung. Der Ausschuss ist verantwortlich für die Koordination von Vorbereitungsmassnahmen im Falle von Finanzkrisen und für das Krisenmanagement. (mrs/sda)

Erstellt: 09.10.2011, 20:31 Uhr

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19 Kommentare

Sacha Meier

09.10.2011, 20:42 Uhr
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Die FINMA drängt die Banken zu mehr Eigenkapital? Toll! Wie soll das gehen, wenn das rentable Kerngeschäft der CH-Banken (Steuerhinterziehung) praktisch tot ist? Das ist, als wenn mich das RAV als 50-jähriger arbeitsloser Ingenieur mit in der CH nicht benötigtem Spezialwissen zur Annahme einer (nichtexistenten) Stelle drängt. Vielleicht wird dem Bürger noch eine Bankensteuer auferlegt. Antworten


Sacha Känel

09.10.2011, 21:25 Uhr
Melden 18 Empfehlung

Vor ein paar Monaten haben die Behörden einen Stresstest durchgeführt, in der Schweiz und in Europa. Alles war palletti keine Bank ist durchgefallen. WAS WURDE DA GEPRÜFT ¨!? Schon damals hatte ich ein komisches Gefühl, es waren wohl eher Gefälligkeits - Gutachten. Wacht entlich auf, wir müssen uns auf grössere Ausfälle vorbereiten. Italien, Spanien etc. das sind tiefgreiffende Probleme. Antworten



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