Fastweb-Gründer Scaglia verhaftet
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Scaglia soll noch am heutigen Freitag vernommen werden. «Ich will mit den Staatsanwälten sprechen, um alle Vorwürfe aus dem Weg zu räumen», erklärte Scaglia nach Angaben italienischer Medien.
Scaglia, der seine völlige Unschuld beteuerte, hatte seinen Anteil an Fastweb 2007 der Swisscom verkauft. Damit rückte Scaglia zu den reichsten italienischen Unternehmern auf.
Die italienische Polizei teilte mit, sie habe Tausende Gemälde, Skulpturen und andere Kunstwerke beschlagnahmt, in die ein Teil der illegalen Gewinne geflossen sei. Mit Scaglia sind nun 56 Verdächtige für ihre mutmassliche Rolle in einem grossangelegten Geldwäschering in Haft. Insgesamt 80 Personen sind laut jüngsten Angaben der Justizbehörden in den Sog der Ermittlungen geraten.
Geldwäscherei-Netz
Den Verdächtigen wird vorgeworfen, von 2003 bis 2006 mit erfundenen internationalen Telefondienstleistungen mehr als zwei Mrd. Euro an illegalen Geldern gewaschen zu haben. Die Ermittlungen betreffen neben Fastweb auch die Tochter der Telecom Italia, Telecom Italia Sparkle.
Das Geldwäscherei-Netz soll laut der römischen Staatsanwaltschaft auch Verbindungen zur 'Ndrangheta, der kalabresischen Mafia, gepflegt haben.
In diesem Zusammenhang habe die Organisation die Wahl des Senators Nicola Di Girolamo, Mitglied der Regierungspartei PDL (»Volk der Freiheit») von Regierungschef Silvio Berlusconi, bei den Parlamentswahlen im April 2008 aktiv unterstützt. Di Girolamo soll mit aktiver Unterstützung der 'Ndrangheta zum Senator gewählt worden sein.
Zwangsverwaltung möglich
Swisscom hat sich über die Eskalation der Affäre bei Fastweb überrascht gezeigt. Beim Kauf des italienischen Unternehmens war der Schweizer Telekomkonzern zwar darüber im Bild, dass ein Verfahren wegen mutmasslicher Steuerhinterziehung lief. Dass sich die Angelegenheit zu einem Geldwäschereiskandal ausweiten könnte, hat Swisscom hat nach eigenen Angaben aber nicht erwartet.
Angesichts der Vorgänge könnten Fastweb und Telecom Sparkle unter Zwangsverwaltung gestellt werden. Ein Richter wird voraussichtlich am 2. März darüber entscheiden. (sam/sda)
Erstellt: 26.02.2010, 17:18 Uhr
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