FCZ-Sponsor mit umstrittenem Ruf
Von Angela Barandun. Aktualisiert am 30.07.2010 5 Kommentare
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Seit Saisonauftakt vor zwei Wochen prangt auf dem Rücken der Spieler des FC Zürich ein pinkes Logo mit Schweizerkreuz: Talkeasy. Die Telecomfirma ist seit 2009 in der Schweiz und hat es seither wiederholt in die Medien geschafft.
Ende letzten Jahres gingen bei der Swisscom monatlich rund 100 Beschwerden ein – primär von Rentnern. Die Opfer beklagten sich über das Vorgehen von Talkeasy-Verkäufern am Telefon, fühlten sich bedrängt. Vor allem bestritten sie, am Telefon einen Vertrag mit der Firma eingegangen zu sein. Seither berichteten mehrere Konsumentenmagazine über die Firma. Zuletzt der «Kassensturz», der den Fall zweier dementer Frauen aufgriff, deren Söhne sich trotz Arztzeugnissen schwertaten, solche Verträge rückgängig zu machen.
Rückschlag für die Kunden
Mittlerweile ist die Zahl der Beschwerden zwar deutlich gesunken, ausgestanden ist die Sache aber noch nicht. Vielen Kunden fällt es schwer, zu beweisen, dass sie gar nie einen Vertrag mit Talkeasy abschliessen wollten. Grund: Seit dem Frühjahr weigert sich die Firma gemäss Swisscom, bei strittigen Vertragsabschlüssen die Aufzeichnung des gesamten Gesprächs herauszugeben: «Und zwar sowohl an bevollmächtigte Dritte wie die Swisscom oder die Rechtsschutzversicherung als auch an den Kunden selbst oder die Ombudsstelle der Telecombranche», sagt Swisscom-Sprecher Carsten Roetz. Nur der automatisierte Vertragsabschluss sei noch zugänglich.
Talkeasy relativiert: «Die Herausgabe erfolgt nach Prüfung des Einzelfalles unter Berücksichtigung der Sach- und Rechtslage.» Darüber hinaus will sich die Firma nicht äussern.
Rückschlag für die Kunden
Für die Kunden ist das ein Rückschlag. Das bestätigt auch die Swisscom: «Ohne die Tonbandaufnahmen können wir aktuell wenig für betroffene Kunden tun», sagt Roetz. Die Swisscom ist deswegen bereits beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) vorstellig geworden. Dieses kann nach eigenen Angaben aber nicht viel tun: Zwar seien die Anbieter gesetzlich verpflichtet, bei umstrittenen Vertragsabschlüssen die gesamte Aufnahme herauszugeben. Gleichzeitig sei es aber nicht vorgesehen, dass das Bakom die Herausgabe erzwinge, erklärt Sprecherin Caroline Sauser: «Wir lehnen es deshalb ab, alleine aufgrund dieses Umstandes ein Aufsichtsverfahren zu eröffnen.»
Damit ist die Affäre nicht vom Tisch. Vor Gericht läuft die Auseinandersetzung zwischen der Swisscom und Talkeasy weiter. Ursprünglich forderte die Swisscom vom Bezirksgericht Zürich, vorsorgliche Massnahmen gegen Talkeasy zu erlassen. Das lehnte das Gericht ab. Nun hat die Swisscom ein ordentliches Verfahren eingeleitet. «Ein Aussöhnungsversuch ist für Ende August vorgesehen», sagt Roetz.
FCZ sieht kein Problem
Den FC Zürich scheinen die Auseinandersetzungen um Talkeasy kaltzulassen. Man habe sich den Sponsor vor Vertragsabschluss genau angeschaut und keinen Grund gesehen, auf die Zusammenarbeit zu verzichten, sagt Marketingchef Christian Müller: «Wir pflegen mit Talkeasy eine offene und ehrliche Partnerschaft.» Auch bei anderen Anbietern, die neu in den Schweizer Markt gekommen seien, habe es anfangs Beschwerden gegeben. Der Platz auf dem Rücken der FCZ-Spieler dürfte laut Kennern 500 000 Franken für die laufende Saison kosten.
Ein Teil der Fans scheint aber nicht gerade begeistert. Der «FCZ-Watchblog» kommentierte den Sponsor so: «Im Sinne einer oft propagierten Nachhaltigkeit bitten wir den FCZ, diesen Sponsor noch einmal umgehend zu prüfen.»
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 29.07.2010, 22:38 Uhr
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5 Kommentare
Sponsoring ist ein Problem -ja. Es gibt da verschiedene Sponsoren mit einem unangenehmen rauschen im Hintergrund -wie Credit Suisse und UBS. Auch diese Sponsoren weisen Nachhaltigkeiten auf, vor allem für die Steuerpflichtigen. Der Spitzenfussball ist eh mafiös, nicht wegen dem Sport, sondern wegen dem Geld -und den Schuldenbergen. Antworten
Hatte auch einen Anruf von Talkeasy. Es ging darum, dass dieses Firma mr einen bereits gültigen Vertrag zustellen wollte, den man mit dem Widerrufsrecht wieder kündigen könnte. Offenbar spekuliert man darauf, dass von diesem Recht nicht Gebrauch gemacht wird. Habe geantwortet, dass ich Verträge gerne selber eingehen und diese erst unterzeichnen möchte bevor sie in Kraft treten. Das war's dann. Antworten
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