Wirtschaft

Erstmals ist eine Frau an der Spitze von IBM

Aktualisiert am 26.10.2011

Der US-Computerkonzern wird mit Virginia «Ginni» Rometty zum ersten Mal von einer Frau geführt. Die Branche erlebt damit einen weiteren Generationenwechsel.

Es geht aufwärts: Der Aktienkurs von IBM in den letzten sechs Monaten.

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An der Spitze angekommen: Die künftige IBM-Konzernchefin Virginia «Ginni» Rometty. (Bild: Keystone )

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Der US-Technologiekonzern IBM (IBM 208.44 1.83%) bekommt zum ersten Mal in der 100-jährigen Geschichte des Unternehmens eine Chefin: Sam Palmisano räumt nach zehn Jahren an der Spitze seinen Stuhl und übergibt die Führung an Virginia «Ginni» Rometty. Der Schritt kam überraschend, hatte Palmisano bisher Vermutungen über seinen bevorstehenden Rückzug als reine Spekulation zurückgewiesen. Er wird nun Chef des Verwaltungsrates.

Rometty war bisher Chefin der Abteilungen Verkauf und Marketing des Konzerns mit Sitz in Armonk im US-Staat New York. Palmisano erklärte in einer Stellungnahme, Rometty habe einige der wichtigsten Geschäftsbereiche von IBM geführt und habe die Entwicklung der Geschäfte mit Unternehmensdienstleistungen entscheidend vorangebracht. Sie war verantwortlich für die Übernahme des Consulting-Geschäfts von PricewaterhouseCoopers im Jahr 2002, das als wichtiges Element der Erfolgsstrategie von IBM gilt, die seither vielfältig kopiert wird. Sie ist «mehr als eine hervorragende Vorstandsvorsitzende», erklärte Palmisano. Sie bringe Leidenschaft für die Mitarbeiter und die Zukunft des Konzerns mit.

Noch im vergangenen Jahr hatte Palmisano vor seinem 60. Geburtstag Spekulationen über seinen Rücktritt eine Absage erteilt und erklärt, er gehe nirgendwohin. Es gebe bei IBM keine formelle Regelung, nach der Vorstandsvorsitzende ab einem bestimmten Alter in Rente gehen müssten. Allerdings galt im Konzern traditionell ein Rentenalter von 60 Jahren.

«Eine gute Sache»

Analysten zeigten sich zufrieden mit dem Führungswechsel. So erklärte Bobby Cameron von Forrester Research, Rometty sei an neuen Technologien interessiert und nicht an den etablierten Erfolgsmodellen. Sie sei die ideale Wahl, um Palmisanos Arbeit fortzusetzen. Palmisano habe ähnliche Eigenschaften. «Ich glaube, alles bleibt wie gehabt, und ich glaube, das ist eine gute Sache», sagte Cameron.

Mit der Bestellung von Rometty, die bei IBM bisher für Verkauf und Marketing zuständig war, werden in Zukunft zwei der grössten Technologiekonzerne der Welt von Frauen geführt: Im September war Meg Whitman zur neuen HP-Chefin ernannt worden.

(jak/dapd)

Erstellt: 26.10.2011, 07:34 Uhr

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