«Einige Investment-Banking-Produkte könnten verschwinden»
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 12.07.2011 9 Kommentare
(DerBund.ch/Newsnet)
-
10.22 Uhr: Zusammenfassung
Die Grossbank UBS hat im ersten Quartal 2011 einen Gewinn von 1,8 Milliarden Franken erzielt. Das sind zwar 18 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Die Bank verbuchte aber 7 Prozent mehr Gewinn als im Schlussquartal 2010 und eine überraschend starke Zunahme an neuen Kundengeldern.
Netto flossen der UBS von Januar bis März 22,3 Milliarden Franken an Neugeldern zu, verglichen mit 7,1 Milliarden im vierten Quartal 2010, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit knapp 11 Milliarden Franken gerechnet.
Konzernchef Oswald Grübel zeigte sich erfreut, denn die Zuflüsse zeigten, dass «uns die Kunden wieder ihr Vertrauen schenken». Es handelt sich um den grössten Nettoneugeldzufluss seit die UBS wegen den Milliardenverlusten in der Finanzkrise und dem Steuerstreit in den USA erhebliche Abgänge verzeichnet hatte.
Allein im Vermögensverwaltungsgeschäft flossen der Bank netto 11,1 Milliarden Franken zu. Vor allem Privatkunden aus Asien und Schwellenländern brachten Gelder zur Bank, ebenso einige Superreiche. In Europa verzeichnete die UBS dagegen weitere Geldabflüsse im grenzüberschreitenden Geschäft.
Das Schweizer Vermögensverwaltungsgeschäft konnte die Nettoneugelder gegenüber dem Schlussquartal 2010 hingegen von 1,1 aus 2,2 Milliarden Franken verdoppeln. In Amerika erhöhten sich die Nettoneugelder der Vermögensverwaltung auf 3,6 Milliarden Franken.
Stark expandierte auch das weltweite Asset Management, die Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden. Die Nettoneugelder kletterten hier von 1,0 Milliarden auf 5,6 Milliarden Franken. Die gesamten von der UBS verwalteten Vermögen stiegen um 2 Prozent auf 2,198 Billionen Franken. Belastend wirkte dabei der gesunkene Dollar, werden doch viele Anlagen in der US-Währung gehalten.
Der Vorsteuergewinn des UBS erreichte 2,2 Milliarden Franken nach 1,2 Milliarden Franken im vierten Quartal 2010. Der höhere Geschäftsertrag sei gestiegenen Erträgen aus dem Handelsgeschäft zu verdanken, besonders der Investmentbank, die den Vorsteuergewinn von 100 Millionen Dollar im Schlussquartal 2010 auf 608 Millionen Fr. steigerte.
Gesunken sind hingegen die Erträge aus Gebühren und Kommissionen. Zudem zahlte die UBS wieder Steuern von 426 Millionen Franken, nachdem im Vorquartal eine Steuergutschrift von 469 Millionen Franken angefallen war.
Der Personalaufwand erhöhte sich wegen höherer Boni gegenüber dem Vorquartal konzernweit um 17 Prozent auf 4,4 Milliarden Franken. Allein bei der Investmentbank stiegen die Kosten für die Entlöhnung der Mitarbeiter um fast die Hälfte auf 1,9 Milliarden Franken. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres fiel der Personalaufwand der UBS aber 3 Prozent tiefer aus.
Die Ergebnisse der UBS fielen insgesamt schlechter aus als vor einem Jahr, weil damals allein das volatile Investmentbanking dank der zurückgekehrten Euphorie an den Finanzmärkten und billigem Geld der Notenbanken einen Gewinn von 1,2 Milliarden Franken erzielt hatte.
Zum Ergebnisausblick blieb die UBS vage. Sie zeigte sich zuversichtlich, auf den bisher erzielten Fortschritten aufbauen zu können. In einer Telefonkonferenz erklärte Finanzchef John Cryan auf Anfrage, das Mittelfristziel eines Vorsteuer-Jahresgewinnes von 15 Milliarden Franken bleibe unverändert.
Die Bank kläre aber ab, welche strategischen und organisatorischen Konsequenzen sie aus dem vom Bundesrat vergangene Woche vorgeschlagenen neuen Bankengesetz mit schärferen Kapitalauflagen ziehen solle. Es sei aber zu früh, Antworten geben zu können. Konzernchef Grübel hatte bereits früher gedroht, Teile der UBS ins Ausland zu verlagern. -
10.19: Die Medienkonferenz ist beendet
Die Liveübertragung mit Finanzchef John Cryan ist zu Ende.
-
10.16
Cryan geht nach einer Frage noch einmal darauf ein, dass im Investmentbanking einige Geschäfte beziehungsweise Produkte verschwinden könnten oder sich zumindest deutlich reduzieren könnten, weil sie angesichts der neuen Kaptitalregeln zu teuer werden könnten. Doch die Banken würden innovativ genug sein, auch neue Produkte schaffen zu können, die den neuen Regulierungen genügen würden.
-
10.13
Die UBS hat für ihre Aktienprogramme für Boni kein bedingtes Kapital geschaffen. Für die Schweizer Beschäftigten kauft sie die Aktien sofort und gibt sie in einen speziellen Fonds, bis ihre Halteperiode abgelaufen ist. Für die ausländischen kauft sie sie dann, wenn sie ausgeliefert werden sollen.
-
10.09
Die UBS sichert ihre Währungsrisiken vor allem durch den Kauf von Optionen ab, die sie auf den Märkten kauft.
-
10.07
Der Stabfund bei der SNB erfordert einen besonders hohen Anteil an Risikokapital bei der UBS durch die neuen Basel 3 Vorschriften.
-
10.03
Die Nettoabflüsse im europäischen Offshore-Geschäft sind die Fortsetzung eines längeren Trends. Sie haben sich zwar verringert, aber sie zeigen, dass sich das Geschäft grundlegend verändert hat.
-
10.01
Cryan sagt, er denke, die Investmentbank könne mit den Regeln von Basel 2.5 leben. Auf eine weitere Frage sagt er, die Zunahme beim Nettozufluss an Geldern in der Schweizer Onshore-Vermögensverwaltung sei nicht nötigerweise wiederholbar.
-
9.57
Cryan hält es für möglich, dass die Grossbanken vielleicht nicht die ganzen 19 Prozent Eigenkapital halten müssen, doch darauf würde er nicht setzen. Es sei auch möglich, dass die Rate sogar erhöht werde - für zyklische Schwankungen.
-
9.54
Cryan antwortet auf die Frage, wie denn eine Brückenbank aufgebaut werden müsste für den Fall, dass die Bank erneut existenzielle gefährdet werde. Er sagt, dazu sei er nicht der Richtige, um das zu beantworten. Er denkt aber, eine solche müsse schon vor einer Krise geplant werden.
-
9.49
Cryan erklärt, dass die Investmentbank verglichen mit dem Vorjahresquartal operativ besser abgeschlossen habe, wenn man die Zahlen genauer aufschlüsselt. Aber das Resultat sei auch jetzt im Vergleich zum Potenzial, zu den Kosten und dem für das Business reserviertien Kapital noch zu gering.
-
9.45
Ein Analyst findet die angstrebte Bruttomarge von 1 Prozent im Bereich Wealth Management tief. Cryan sagt, die UBS bleibe bei diesem Ziel, immerhin hat sie die Bank mit 0.98 Prozent noch nicht erreicht.
-
9.42
Cryan nimmt Stellung zum schwachen Resultat im FICC-Bereich, dem wichtigsten Teilbereich der Investbank. Er sagt, das Resultat sei enttäuschend gewesen und müsse besser werden. Vor allem mit Blick auf die aufstrebenden Volkswirtschaften erwartet er hier künftig bessere Resultate.
-
9.39
Die Basel 2.5-Regeln ändern bereits die Art, wie die UBS ihr Investmentbanking-Business betreiben kann. Entscheidend wird sein, ob auf dem Markt alle Angebote angesichts höherer Preise dank den höheren und teureren Kapitalanforderungen noch aufrechterhalten werden können. Für Details ist es aber noch zu früh.
-
9.34
Cryan sagt, die Bank ziele noch immer auf eine Eigenkapitalrendite zwischen 15 und 20 Prozent ab. Das sei aber unter den neuen Bedingungen mit einem höheren Eigenkapitalanteil schwieriger zu erreichen als früher.
-
9.34
Die Frage ist, ob die Nettozuflüsse sich auf saisonale Effekte beziehen. Cryan sagt, er gehe nicht davon, dass es so etwas gibt und dass sich daraus Prognosen machen lassen. Er geht aber davon aus, dass weitere Zuflüsse zu sehen sein werden.
-
9.30
Die Fragerunde mit Analysten und Journalisten beginnt.
-
9.29
Gemäss den Regeln von Basel 2 erreicht die UBS eine Tier 1 Ratio von 17,9 Prozent. Würde bereits Basel 2.5 (auf dem halben Weg zu Basel 3) gelten, würde sich die Tier 1 Ratio auf 12,6 Prozent belaufen.
-
9.27
Cryan erklärt die Ergebnisse des Corporate Center. Hier ist der Vorsteuergewinn 116 Millionen. Von Bedeutung ist hier die Neubewertung der Option, von der Nationalbank den StabFund zurückzukaufen. Der faire Wert dieser Option weist die Bank mit 1,9 Milliarden Franken aus.
-
9.23
Die Investmentbank hat deutlich besser abgeschlossen als in den Vorquartalen. Der Vorsteuergewinn liegt bei 835 Millionen Franken, im Vergleich zu 100 Millionen im Vorquartal. Die Cost-Income-Ratio liegt bei 76, im Vorquartal lag sie noch bei 91 Prozent - allerdings hat hier die Bewertung der eigenen Verbindlichkeiten einen verzerrenden Effekt. Ohne den hat sich die Cost-Income-Ration nur von 74 auf 73 verbessert.
-
9.20
Das Operative Invome ist im Global Asset Management um 8 Prozent gesunken. Der Vorsteuergewinn beläuft sich auf 124 Millionen Franken.
-
9.17
beim Wealth Management Amerikas ist das Operative Income um 2 Prozent gesunken, in US-Dollars allerdings um 2 Prozent angestiegen. Der Vorsteuergewinn beträgt hier 111 Millionen Franken.
-
9.15
Retail & Corporate: das Operative Income ist hier um 4 Prozent angestiegen. Der Vorsteuergewinn liegt bei 403 Millionen im ersten Quartal 2011.
-
9.14
Cryan spricht zu den Segmentsergebnissen. . Wealth Management hat das Operating Income um 7 Prozent gesteigert und die Nettogeldzuflüsse belaufen sich auf 11,1 Milliarden Franken, der Vorsteuergewinn auf 645 Millionen Franken.
-
9.10
Die UBS beabsichtigt ihr Reporting neu zu gestalten, um die Vergleichbarkeit mit anderen Banken und die Transparenz zu erhöhen.
-
9.08
Die Personalkosten sind stärker gestiegen, als die Rechtskosten zurückgegangen sind.
-
9.06
Cryan erläutert geplante Kapitalaktionen im nächsten Quartal und darauf den Unterschied zwischen dem Ergebnis des vorletzten und des letzten Quartals.
-
9.04
Cryan erläutert die Steuerverbuchungen.
-
9.03
Es gebe noch einen weiten Weg zu gehen, um die eigenen Ziele zu erreichen.
-
9.01
Carolin Steward eröffnet die Veranstaltung. John Cryan übernimmt und nennt die wichtigsten Ergebnisse des ersten Quartals. Der Gewinn von 1,8 Milliarden geht zum grössten Teil auf das Ergebnis der Investmentbank zurück. Alle Geschäftsbereiche haben positiv zum Ergebnis beigetragen.
-
ab 9 Uhr
Die Präsentation der Finanzergebnisse erfolgt durch John Cryan (Bild), Group Chief Financial Officer, und Caroline Stewart, Global Head of Investor Relations.
-
8.47 Uhr: Ausgangslage
Die Grossbank UBS hat im ersten Quartal 2011 einen Gewinn von 1,8 Milliarden Fr. erzielt. Das sind 18 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode, aber 7 Prozent mehr als im Schlussquartal 2010.
Die Nettoneugelder erreichten 22,3 Milliarden Franken, verglichen mit 7,1 Milliarden im vierten Quartal 2010, wie die UBS am Dienstag mitteilte. Konzernchef Oswald Grübel zeigte sich erfreut, denn die Zunahme zeige, dass «uns die Kunden wieder ihr Vertrauen schenken».
Analysten hatten im Schnitt nur mit Nettoneugeldern von 10,8 Milliarden Fr. gerechnet. Belastet von der Frankenstärke erhöhten sich die verwalteten Vermögen gegenüber dem Vorquartal um 2 Prozent auf 2,198 Billionen Franken.
Der höhere Geschäftsertrag sei gestiegenen Erträgen aus dem Handelsgeschäft zu verdanken, besonders der Investment Bank, die den Vorsteuergewinn von 100 Millionen Dollar im Schlussquartal 2010 auf 608 Millionen Fr. steigerte.
Gesunken sind hingegen die Erträge aus Gebühren und Kommissionen. Der Personalaufwand erhöhte sich wegen gestiegener Boni alleine im Investmentbanking gegenüber dem Vorquartal von 1,256 auf 1,871 Milliarden Franken. Zum Ausblick blieb die UBS im Communiqué vage. Sie zeigte sich zuversichtlich, auf den bisher erzielten Fortschritten aufbauen zu können.
Erstellt: 26.04.2011, 08:40 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
9 Kommentare
Also in Kurzversion: Das Ergebnis ist schlechter als im Q12010, der Lohnaufwand ist gestiegen und das zweite Quartal wird eher durchzogen, 'auf dem Niveau des Q1 bez. trading volume' mit 'Inflationsrisiko für nicht-westliche Länder', 'sovereign-debt Risiken. So gut sind die Zahlen nicht, wie lange bis das auch die HFT-Algorithmen merken? Antworten
Wirtschaft
- 16:18Noch mehr Konkurrenz für Nespresso
- 13:54Spanien will seine Banken selber sanieren
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 26.05.2012Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Bitte warten

