Wirtschaft

Ein Schlag für die Bank Sarasin

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 05.01.2012 64 Kommentare

Die Sarasin hält daran fest: Nicht ein Kundenberater habe Daten über Philipp Hildebrand herausgegeben, sondern ein IT-Supporter. Trotzdem könnte der renommierten Bank erheblicher Schaden entstehen.

Hält daran fest, dass ein IT-Mann das Bankgeheimnis brach: Bank Sarasin.

Hält daran fest, dass ein IT-Mann das Bankgeheimnis brach: Bank Sarasin.

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Affäre Hildebrand

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Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, er sei in ein Insidergeschäft involviert oder habe es selber getätigt.

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Es sei der Kundenberater von Philipp Hildebrand gewesen, der sie über die Bankgeschäfte des SNB-Präsidenten informiert habe, behauptet heute die «Weltwoche». Inzwischen halte sich dieser Informant «bedeckt», doch man wisse «von zuverlässiger Seite» Bescheid über Hildebrands Aktionen.

«Verschiedene, voneinander unabhängige Quellen» hätten seine Journalisten, behauptete ausserdem Chefredaktor Roger Köppel gestern Abend in der «Rundschau». Köppel sprach von «etwa einem Dutzend Leute» «innerhalb der Bank», die «nach seinen Informationen» über die Hildebrand-Transaktionen informiert gewesen seien.

Köppel sagt an keiner Stelle, dass dieses Dutzend auch seine Quelle gewesen sei. Tatsächlich präzisiert sein Stellvertreter Philipp Gut heute gegenüber DerBund.ch/Newsnet: «Wir haben mündliche und schriftliche Bestätigungen eines direkt involvierten Mitarbeiters der betreffenden Bank, dass Hildebrand selber angerufen hat.» (Hervorhebung Red.)

Potenzieller Imageschaden

Der Bank Sarasin (BSAN 26.25 -0.19%) droht durch den Artikel dennoch ein grosser Imageschaden – denn der Text sowie Köppels Auftritt können den Eindruck erwecken, ein oder mehrere Kundenberater hätten Details über die Kundenbeziehung Hildebrand bekannt gegeben. Sarasin hält an der Information fest, die sie bereits am 3. Januar publik machte: Ein Mitarbeiter aus dem Bereich IT habe Bankdaten betreffend die Familie Hildebrand unrechtmässig an externe Dritte weitergegeben. Derselbe Mitarbeiter habe sich am 1. Januar der Kantonspolizei Zürich gestellt.

Trotzdem gab es offenbar «vereinzelte Anfragen» von Kunden, wie Sarasin-Sprecher Benedikt Gratzl gegenüber DerBund.ch/Newsnet bestätigt. Geldabflüsse von verunsicherten Kunden seien ihm nicht bekannt. «Die Beziehung zu einer Privatbank ist üblicherweise von grossem Vertrauen geprägt», so Gratzl weiter.

Dennoch ist man bankintern wenig erfreut über den «Weltwoche»-Bericht. Wie gross ein dadurch potenziell entstehender Imageschaden sei, lasse sich erst langfristig abschätzen. «Wir prüfen derzeit unseren Handlungsspielraum», sagt Sprecherin Franziska Gumpfer. Eine Klage gegen die Zeitschrift ist offenbar nicht ausgeschlossen. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.01.2012, 12:14 Uhr

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64 Kommentare

Markus Döbeli

05.01.2012, 13:46 Uhr
Melden 148 Empfehlung

Eine schöne heile Welt ist das: Bei Geldern von Abacha, Idi Amin, Marcos, Mobutu etc. etc. heisst es jahrzehntelang: Sorry, keine Auskünfte möglich. Und urplötzlich als König CB und seine Bande den Nationalbank-Chef vom Sessel schmeissen wollen, da sprühen die (illegalen) Quellen der Bank(en) mit Informationen. Wo leben wir eigentlich? Antworten


Parvaneh Ferhadi

05.01.2012, 12:30 Uhr
Melden 140 Empfehlung

Zuerst verschafft sich ein IT-Mitarbeiter Zugriff auf Unterlagen, die ihn nichts angehen und die er für seine Arbeit nicht braucht. Geht dann damit zu internen Stellen bei welchen er abblitzt, die es aber dennoch zulassen, dass eben dieser MA damit nach aussen geht. Zudem geben Kundenberater noch mündlich und schriftlich Auskunft über ihre Kundenbeziehungen und der Saftladen hat seine Lizenz noch? Antworten



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