Wirtschaft

EZB will Griechenland-Anleihen los werden

Aktualisiert am 17.02.2012 9 Kommentare

Die Europäische Zentralbank hält griechische Staatsanleihen in zweistelliger Milliardenhöhe. Nun hat sie begonnen, diese in neue Schuldpapiere umzutauschen – aus Angst vor Verlusten.

Möchte die EZB als öffentlichen Gläubiger schützen: Der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.

Möchte die EZB als öffentlichen Gläubiger schützen: Der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit dem Umtausch griechischer Staatsanleihen in neue Schuldpapiere begonnen. Damit wolle sich die EZB vor drohenden Verlusten schützen, hiess es am Freitag aus Kreisen einer europäischen Notenbank.

Schon am Donnerstag habe der EZB-Rat über den Vorschlag abgestimmt, die griechischen Anleihen, die die EZB günstig am Sekundärmarkt aufgekauft hatte, gegen neue Anleihen einzutauschen. Der beschlossene und bereits begonnene Umtausch sei ein rein technischer Vorgang, hiess es am Freitag aus Notenbankkreisen.

Indirekte Staatsfinanzierung

Neue und alte Anleihen hätten den gleichen Nennwert. «Ziel des Umtauschs ist es, keinen Verlust zu machen», sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Durch den Umleihetausch umgeht die EZB die Gefahr von Verlusten, falls Griechenland all seine alten Gläubiger per Gesetz zu einer Umschuldung verpflichten sollte. Würde die Zentralbank Einbussen auf Griechenland-Anleihen hinnehmen, käme dies einer indirekten Staatsfinanzierung Athens gleich. Das aber ist der EZB verboten.

Krisenstaaten unter die Arme greifen

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann stimmte den Angaben zufolge im EZB-Rat trotzdem gegen einen solchen Umtausch. Die Zentralbank mache sich dadurch angreifbar für mögliche private Gläubiger, so die Befürchtung.

Es wird geschätzt, dass die EZB seit Beginn der Krise griechische Staatsanleihen im Gesamtwert von rund 45 Milliarden Euro aufgekauft hat. Damit greift die Zentralbank kriselnden Euro-Ländern unter die Arme, weil sie mit den Aufkäufen die Nachfrage nach den Papieren künstlich erhöht. (wid/sda)

Erstellt: 17.02.2012, 23:25 Uhr

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9 Kommentare

Linus Huber

18.02.2012, 01:52 Uhr
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Dies ist nun das Resultat von fragwürdigen Aktionen der EZB; und wie wird das Problem gelöst, wenn Griechenland irgendwann selbst einen Bankrott erklärt? Ach ja, das kommt ja nicht in Frage, da die griechischen Politiker sich dem Diktat von Brüssel fügen. Die Schulden-Versklavung für 99% der Griechen ist perfekt und die Demokratie wird erdrosselt um den Banken zu dienen. Antworten


Anton Schneider

18.02.2012, 11:23 Uhr
Melden 10 Empfehlung 0

Das ist ja der Hammer! De facto Betrug, ein Handel zwischen EZB und den Griechen auf Kosten "anderer".
Der Griechenpleite-Epos wird immer grotesker. Was er aber deutlich aufzeigt ist, wie Politiker reagieren - hilflos, opportunistisch, mit wenig Sachverstand, Regeln, Recht und Ordnung werden zurecht gebeugt. Private, schützt Euch und Euer Hab und Gut. Der Staat nimmt immer, was er will.
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