Wirtschaft

EU-Kommission rückt Swatch auf die Pelle

Aktualisiert am 05.08.2011 1 Kommentar

Mehrere Uhrenhersteller verweigern laut einer Beschwerde von europäischen Uhrmachern die Lieferung von Ersatzteilen ausserhalb des Vertragsnetzes. Die EU hat nun ein Kartellverfahren eröffnet.

Hat auch in der Schweiz eine Untersuchung am Hals: Ein Schild weist zum Swatch-Sitz in Biel. (Archivbild)

Hat auch in der Schweiz eine Untersuchung am Hals: Ein Schild weist zum Swatch-Sitz in Biel. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Die Europäische Kommission hat ein formales Kartellverfahren gegen verschiedene Luxusuhrenhersteller eröffnet. Im Visier hat sie dabei auch den weltgrössten Uhrenkonzern Swatch.

Beim Verfahren soll festgestellt werden, ob die Uhrenhersteller sich weigern würden, unabhängigen Werkstätten Ersatzteile zu liefern, teilte die Kommission in einem Communiqué mit.

Lieferung von Ersatzteilen verweigert

Die Untersuchung steht mit einer Beschwerde des Europäischen Uhrmacherverbands (CEAHR) an die Kommission aus dem Jahr 2004 im Zusammenhang. Der Beschwerde nach hätten die Uhrenhersteller 2002 damit begonnen, nicht zum eigenen Reparatur- und Wartungsnetz gehörenden Uhrmachern die Lieferung von Ersatzteilen zu verweigern.

2008 beschloss die Kommission, diese Beschwerde wegen mangelnden Gemeinschaftsinteresses zurückzuweisen. Ende 2010 urteilte jedoch der europäische Gerichtshof, dass diese Zurückweisung aufzuheben sei. Dies weil die Kommission ihren Entscheid nicht stichhaltig habe begründen können, heisst es in der Mitteilung weiter.

Untersuchung auch in der Schweiz

Swatch hat von der Eröffnung des Verfahrens Kenntnis genommen. Man sei zuversichtlich, dass die Untersuchung im Interesse des Unternehmens ausgehe, sagte eine Sprecherin gegenüber der Finanznachrichtenagentur AWP.

Auch in der Schweiz hat Swatch eine Untersuchung am Hals: Wie vor Wochenfrist bekannt geworden war, haben zehn Uhrenhersteller gegen den Entscheid der Wettbewerbskommission, dass Swatch Drittkunden ab nächstem Jahr nicht mehr in vollem Umfang mit Uhrwerken beliefern muss, Rekurs eingereicht. Der Gerichtsentscheid wird im Herbst erwartet. (kpn/sda)

Erstellt: 05.08.2011, 18:27 Uhr

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1 Kommentar

Hans Maag

06.08.2011, 12:22 Uhr
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Swatch hat praktisch ein Monopol auf gewisse Komponenten, verbietet aber niemandem, diese selbst herzustellen. Warum soll Swatch gezwungen werden, Firmen zu beliefern, die sich als eigenständige Hersteller bezeichnen? Wenn diese Uhren nur zusammenbauen, so sollen sie den Hersteller des Werks wenigstens nennen. EU-Kommision: Juristerei anstatt Self Made macht das Renomée von Swiss Made kaputt. Antworten



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