Wirtschaft

EU verknurrt Kühne & Nagel zu Millionenstrafe

Aktualisiert am 28.03.2012 3 Kommentare

Der Logistikkonzern muss eine Kartellstrafe von 53,7 Millionen Euro zahlen. Die Firma hatte sich 2007 mit anderen Logistikern über Preise abgesprochen. Kühne & Nagel droht weiteres Ungemach.

Zieht einen Rekurs in Erwägung: Kühne & Nagel, Sitz in Schindellegi SZ.

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Bild: Keystone

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Der Logistikkonzern Kühne & Nagel (KNIN 107.2 0.37%) muss auf Geheiss der EU-Kommission eine Kartellstrafe von 53,7 Millionen Euro zahlen. Auch in den USA muss das Unternehmen im gleichen Fall eine Busse zahlen. Kühne & Nagel sowie weitere verurteilte Logistiker hatten in den Jahren vor 2007 Zuschläge für Speditionsleistungen in der Luftfracht untereinander abgesprochen.

Das Kartellverfahren der EU gegen die Konzerne lief seit mehreren Jahren. Auch in den USA wurde ermittelt. Dort einigte sich Kühne & Nagel mit dem Justizdepartement auf einen Vergleich. In dessen Rahmen stimmte der Konzern einer Busse von 9,8 Millionen Dollar zu.

Den EU-Entscheid will Kühne & Nagel in allen Punkten prüfen, kritisiert ihn aber als sachlich und rechtlich unrichtig. Die Firma zieht einen Rekurs beim Europäischen Gerichtshof in Erwägung.

Bussen gegen 14 Firmen

Die EU-Wettbewerbshüter haben insgesamt Geldbussen von 169 Millionen Euro gegen Speditionsunternehmen verhängt, die in vier verschiedenen Kartellen Preise für Luftfrachtdienste abgesprochen haben. Unter den bestraften Firmen ist auch die DB-Tochter Schenker, sie muss 23,1 Millionen Euro bezahlen. Der Deutschen Post und ihren Tochtergesellschaften DHL und Exel wurde die Busse nach der Kronzeugenregelung komplett erlassen, weil sie die Kartelle hatten auffliegen lassen.

Gegen Kühne & Nagel wurde von alle Firmen die höchste Busse gesprochen. Neben Kühne & Nagel hat die EU-Kommission am Mittwoch auch den Basler Logistiker Panalpina zu einer Kartellbusse verurteilt. Panalpina muss 46,5 Millionen Euro berappen. Das Unternehmen wollte am Nachmittag Stellung nehmen. (kpn/sda)

Erstellt: 28.03.2012, 14:47 Uhr

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3 Kommentare

Ursi Brock

28.03.2012, 15:00 Uhr
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Wenn die Profite aus Preisabsprachen endlich auch mal bei den Angestellten und Standortgemeinden landen würden, dann könnten alle auf die ansonsten üble und etwas dümmliche Wettbwerbsdogmatik verzichten. Aber so, wenn jegliche Wohlstandsgewinne nur bei den Aktionären und anderen Steueroptimierten Investoren landen. Wer bitte hat am Ende was von der inzwischen fast Sinnbefreiten Profitakkumulation? Antworten


Ernst Bucher

28.03.2012, 18:20 Uhr
Melden 3 Empfehlung 0

Interessante Frage: Was tut eigentlich die EU mit den vielen Millionenbetraegen die sie von solchen Strafen einkassiert?Ich habe da ueble Verdachtsgruende! Antworten



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