Drei Milliarden Franken für Boni gebucht

Aktualisiert am 09.02.2010 7 Kommentare

Für Löhne inklusive Boni gab die UBS 2009 12,8 Milliarden Franken aus. Weiter gab die Bank bekannt, dass sie unter der Steueranmnestie Italiens leidet.

Unsicherheit im Geschäft mit deutschen Kunden: UBS-Finanzchef John Cryan.

Unsicherheit im Geschäft mit deutschen Kunden: UBS-Finanzchef John Cryan. (Bild: Keystone)

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Die UBS hat nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf, dass Daten ihrer Kunden auf der CD sind, welche den deutschen Behörden Informationen zu Steuersündern liefern soll. Dies sagte UBS-Finanzchef John Cryan an einer Telefonkonferenz am Dienstag. Solange nicht klar ist, welche Banken vom Datenklau betroffen sind, wird im Geschäft mit deutschen Kunden aber wohl auch bei der UBS weiterhin eine Unsicherheit mitschwingen. Dass die Bank es aber durchaus zu spüren bekommt, wenn ein Land sein Vorgehen gegenüber Steuerhinterziehung ändert, zeigt die Steueramnestie Italiens.

Diese sorgte vor allem im vierten Quartal des vergangenen Jahres für einen grossen Abfluss an Geldern von italienischen Kunden, wie Cryan gegenüber den Medien ausführte. In den Unterlagen zur Medienkonferenz wird der durch die italienische Steueramnestie ausgelöste Geldabfluss auf rund 8,5 Milliarden Franken beziffert. Von der Amnestie seien aber angelegte Vermögen in der Höhe von 22,8 Milliarden Franken betroffen gewesen. Davon hat die UBS nach eigenen Angaben also über 60 Prozent halten können.

12,8 Milliarden Franken Löhne

Für Löhne (inklusive Boni) gab die UBS 2009 12,8 Milliarden Franken nach 12,2 Milliarden Franken im Vorjahr aus. Für variable Personalkosten wurden 2009 3 Milliarden Franken gebucht, nach 1,7 Milliarden Franken im Vorjahr.

Wegen der Langfristigkeit der Bonus-Zahlungen ist aber nicht bekannt, wie viel die UBS ausbezahlt: «Drei Milliarden Franken sind verbucht, aber das heisst nicht, dass die Angestellten auch genau diesen Betrag erhalten», sagte Finanzchef Cryan. Er machte auch keine Angaben dazu, ob ausser Konzernchef Oswald Grübel weitere hohe Führungskräfte der Bank auf ihre Boni verzichten werden.

«Die Boni wurden aber von der UBS bestimmt», sagte Cryan mit Blick auf das regulatorische Umfeld und die Finanzaufsichtsbehörde Finma. Da die Bundesbeteiligung an der UBS im vergangenen Sommer geendet hatte, kann die Finma bei den Boni-Zahlungen nicht mehr direkt mitbestimmen.

Kontakte mit der Finma

Wegen der aufsichtsrechtlichen Bestimmungen zum Eigenkapital der Banken hat die Finma indirekt aber Einfluss auf die Boni-Zahlungen, da deren Betrag die Kapitalbasis tangiert. Finma-Sprecher Tobias Lux sagte der Nachrichtenagentur SDA, es habe entsprechend «Kontakte» mit der UBS gegeben. (sam/sda)

Erstellt: 09.02.2010, 10:04 Uhr

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7 Kommentare

Beni Jamar

09.02.2010, 10:46 Uhr
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Warum zahlt man Finanzjongleuren Boni? Der Job ist nicht anspruchsvoller als andere mit vergleichbarer Bildung! Er ist weder gefährlich, noch psychisch/physisch anstrengend u. die Leute müssen nicht einmal gut im Kopfrechnen sein! Wenn schon Boni, dann an Leute, die Mehrwert schaffen: Erfinder, Ingenieure, Forscher, Produkteentwickler tragen Verantwortung u. schaffen Wohlstand, Raffgier nur Sucht! Antworten


Mario Elser

09.02.2010, 11:01 Uhr
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Es ist unternehmerisch mehr als fragwürdig, wenn die UBS nach einem Jahresverlust von 2,74 Milliarden Franken im Jahre 2009 ihren Mitarbeitern 3 Milliarden Boni ausbezahlt!Dies schmälert die Kapitalbasis der angeschlagenen UBS weiter.Eigentlich müssten wir alle,die wir über unsere Pensionskassen UBS-Aktionäre sind,dies verhindern,da solche Milliardenboni gegen unser aller Aktionärsinteressen sind! Antworten



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