Dreamliner: Die Revolution, die zum Desaster wurde
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Mehr als zwei Jahre liege der amerikanische Flugzeugbauer mit dem Dreamliner jetzt schon hinter Plan, schreibt die «Financial Times Deutschland». Der Konzern habe mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen, weil zum Beispiel die Elektronik aus Europa und die Tragflächen aus Japan kommen. Hinzu kommen technische Probleme mit dem neuartigen und sehr empfindlichen Kohlefasergerüst.
Die Revolution der Luftfahrt sei zum Desaster geworden, sagte Bob Noble, der Manager von Boeing, gegenüber der «Financial Times Deutschland». Als Chef des Lieferantenmanagements für die 787 Dreamliner ist er verantwortlich für die technischen Schwierigkeiten. Fünfmal habe Boeing bisher den Jungfernflug verschieben müssen und auch der Superjumbo 747-8 liege hinter Plan.
Verlust und Ärger mit Kunden
Von Juli bis September dieses Jahres habe der Konzern 1,6 Milliarden Dollar Verlust eingefahren - der höchste in der 93-jährigen Unternehmensgeschichte. Die Fluggesellschaften, die auf die Flugzeuge warten, seien die Verspätungen leid und drängeln. «Bei Boeing fehlt es an Führung», sagte beispielsweise Ryanair-Chef Michael O'Leary, einer der grössten Boeing-Kunden, gegenüber der «Financial Times Deutschland».
Dieses Jahr habe Boeing bereits 83 Aufträge verloren, zuletzt habe der grösste deutsche Reisekonzern Tui zehn Flugzeuge abbestellt. Und es könnte noch schlimmer kommen. Aufgrund der Luftfahrtkrise erwarten Experten, dass vom kommenden Jahr an die Nachfrage vor allem nach kleineren Jets wie der Boeing 737 um bis zu 30 Prozent zurückgehe. Ausgerechnet nach dem Goldesel des Hauses Boeing, der bisher den Verlust überdecken konnte. (tan)
Erstellt: 04.12.2009, 16:08 Uhr
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