Wirtschaft
Die Zukunft heisst ÖV-Karte
Aktualisiert am 15.04.2012 75 Kommentare
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Nach jahrelangem Seilziehen steht eine einheitliche Karte für den öffentlichen Verkehr kurz vor dem Durchbruch, wie Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen. Die ÖV-Karte soll ab Ende nächsten Jahres die heutigen Generalabonnemente, Halbtaxabos und Abonnemente der regionalen Tarifverbunde ablösen.
Sie wird einen integrierten Chip enthalten. Ueli Stückelberger, Direktor des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV), bestätigt: «Im Sommer stimmen die Mitglieder des VöV über das Konzept der ÖV-Karte ab. Die Resonanz ist sehr positiv.» Stückelberger sieht «sehr gute Chancen», dass das Konzept umgesetzt wird. Er rechnet damit, dass die ÖV-Karte möglichst rasch in einem Pilotversuch getestet werden kann.
Unaufwändige technische Umsetzung
Auch die SBB, grösstes Mitglied im VöV, stehen der Karte positiv gegenüber. «Wir können uns das vorstellen und sehen die ÖV-Karte als möglichen Zwischenschritt zu einer nationalen E-Ticketing-Lösung», erklärt SBB-Sprecher Reto Kormann.
Der Ausweis ist technisch ohne grossen Aufwand umsetzbar. Für die Kontrolle in Zügen, Bussen und Trams müssten neue Geräte für die Kondukteure beschafft werden. Experten rechnen mit Kosten in tiefer, einstelliger Millionenhöhe. Geplant ist ausserdem, dass die Karte auch ausserhalb des öffentlichen Verkehrs genutzt werden kann. Gemäss der «SonntagsZeitung» laufen mit dem Carsharing-Unternehmen Mobility Gespräche. Auch der Einsatz in Skigebieten sei geplant.
Seit zehn Jahren auf der Suche
Die ÖV-Karte basiert auf einer RFID-Technik. Diese Abkürzung steht für Radiofrequenz-Identifikation, die es erlaubt, Daten ohne Sichtkontakt und berührungslos von einem Datenträger zu einem RFID-Lesegerät und umgekehrt zu übertragen.
Gemäss Stückelberger besitzt die Karte noch einen weiteren Vorteil: Sie könne bei einem Verlust rasch und unkompliziert ersetzt werden. Auch der Faktor Umwelt spricht für die ÖV-Karte: So soll sie mehrere Jahre halten, ehe sie rezykliert wird.
Die SBB sind schon seit rund zehn Jahren auf der Suche nach einer digitalen Lösung. Ein erster Versuch unter dem Namen Easy Ride scheiterte im Jahr 2002 aus Kostengründen. Laut Schätzungen von IT-Experten dürfte auch die aktuelle Lösung nicht günstig ausfallen: Eine schweizweite Umsetzung dürfte mindestens 200 Millionen Franken kosten, schreibt die «SonntagsZeitung». (mrs)
Erstellt: 15.04.2012, 16:44 Uhr
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75 Kommentare
Es ist mir immer noch nicht klar, wie Schwarzfahren verhindert werden soll!
Dies Lösung dient nur zur Auswertung der Benutzung der öffentlichen Verkehrsträger auf Benutzerebene. Die Kosten werden "aufgrund technischer Probleme" am Schluss wohl eher 1 Mia. steigen die wir Benutzer dann auch noch zahlen dürfen. Dies wohlgemerkt ohne Gegenwert! Wir sind alles Schafe!
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