Die UBS setzt in den USA auf den Hypomarkt
Von Walter Niederberger, San Francisco. Aktualisiert am 03.08.2010 15 Kommentare
UBS plant weit voraus: Prestige-Bau in London
Die UBS stellt die Weichen für weiteres Wachstum im Londoner Finanzdistrikt. Die Grossbank hat mit den Eigentümern des grössten Bürokomplexes in der Londoner City vereinbart, dass ein neues Gebäude für die Bank mit 65'032 Quadratmeter Fläche errichtet wird. Zu dem Zweck sollen zwei bestehende Gebäude abgerissen und durch ein einziges ersetzt werden. Der Neubau wird das grösste Gebäude des gesamten Finanzdistrikts sein. Die «Financial Times» schätzt, dass die Vereinbarung ein Volumen von rund 721 Millionen Euro hat.
Die genauen Pläne sind noch nicht im Detail bekannt. Es ist allerdings nicht davon auszugehen, dass es sich um ein Hochhaus handeln wird. Einerseits gibt es offenbar eine Obergrenze bei der Höhe, andererseits benötigt die UBS geräumige Stockwerke, um dort die Handelsräume einrichten zu können.
Pro Quadratmeter wurde eine Jahresmiete von 586 Pfund (968 Franken) vereinbart mit den Eigentümern, British Land und Blackstone. Der Vertrag für das Gebäude an der Broadgate, unweit des Bahnhofs Liverpool Street, hat eine Laufzeit von 20 Jahren und räumt der Bank das Recht ein, aus den oberen Stockwerken nach 10 oder 15 Jahren auszuziehen. Wann das Gebäude fertig sein wird, ist nicht bekannt. Die UBS ist bereits heute grösste Mieterin im Komplex, wo sie 92'900 Quadratmeter belegt. (aba)
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Die Zeit der mageren, verlustbringenden Geschäfte mit vermögenden US-Kunden muss beendet werden. Das ist das erklärte Ziel von Robert McCann, der letztes Jahr von Merrill Lynch zur UBS (UBSN 11.15 -0.89%) gestossen ist und nun versucht, den Rückstand auf Konkurrenten wie Morgan Stanley, Bank of America und Wells Fargo wettzumachen. Ein internes Memo, das dem «Tages-Anzeiger» vorliegt, weist kritisch darauf hin, dass die UBS-Kunden weniger bankeigene Kreditkarten benutzen und Hypotheken abschliessen als jene der etablierten US-Finanzinstitute.
UBS in guter Position
McCann will die UBS nun zur ersten Adresse vermögender US-Kunden machen. Allein mit neuen Hypotheken sollen mindestens 100 Millionen Dollar Gewinn erzielt werden. Diese Vorgabe fällt zusammen mit einem kritischen Zeitpunkt für die Hauseigentümer, werden doch in diesem und im kommenden Jahr zahlreiche Hypotheken fällig, die in den Boomjahren abgeschlossen wurden. Die billigen Kredite von damals sind nicht mehr zu haben, zudem müssen auch vermögende Eigentümer höhere Anzahlungen leisten als früher. Die UBS befindet sich dem Memo zufolge in einer guten Position, da die Ausfallquote ihrer Kunden nahezu bei null liege.
Diesem günstigen Risikoprofil steht allerdings ein geringer Marktanteil gegenüber. UBS-Kunden halten insgesamt zwar Hypotheken für rund 140 Milliarden Dollar, haben aber weniger als 20 Prozent davon bei der UBS abgeschlossen. Vergleichbare Konkurrenten können ihren Kunden mehr als 60 Prozent der Hypotheken verkaufen. Der Rückstand, sagte UBS-Sprecher Kris Kagel gestern, sei mit der geringeren Bekanntheit in den USA zu erklären, wo die UBS erst seit sechs Jahren tätig ist und inzwischen rund 6800 Berater beschäftigt. Die Kunden seien daran interessiert, ihre Schulden zu konsolidieren und in einzelnen Fällen zu refinanzieren, so Rosemary Berkery, Verwaltungsratspräsidentin der UBS Bank USA. Ziel sei, dafür Lösungen aus einem Guss zu offerieren.
Viele Kunden gehen fremd
Aufholen will die Bank den Rückstand mit zwei neuen Chefs: Der 44-jährige Jonathan Kessler, von der Vermögensverwaltung bei Merrill Lynch kommend, übernimmt die Leitung der «Banking and Lending Solutions». Von Goldman Sachs zur UBS stösst der 39-jährige Frank Destra: als Chef der für die Hypotheken zuständigen Abteilung. Mit dem Zuzug der beiden Kreditexperten folgt die Bank den Vorgaben von JP Morgan Chase und Morgan Stanley, die zuvor schon Pläne vorlegten, um ihren reichen Kunden mehr bankeigene Produkte zu verkaufen. Mit dem Augenmerk auf der Vermögensverwaltung tragen die Banken auch der Re-Regulierung der Branche Rechnung. Die neuen Vorschriften dürften auf die Margen im Investmentbanking und im Kreditgeschäft drücken, weshalb Kommissionen mit reichen Kunden generiert werden müssen.
Seit 2008 haben UBS-Kunden rund 200 Milliarden abgezogen. Zudem verlor die Bank Dutzende hochkarätiger Berater an andere Finanzhäuser, ein Abwärtstrend, den Konzernchef Oswald Grübel zu brechen hofft. Das letzte Quartalsergebnis zeigte erste Verbesserungen und eine Verlangsamung des Kundengeldabflusses. In den USA verwaltet die Bank noch rund 27 Milliarden Dollar, etwa die Hälfte dessen, was Morgan Stanley kontrolliert.
Mindestens eine Milliarde Profit
Die neuen Vorgaben sind ehrgeizig, wie aus dem Memo hervorgeht. Die Berater sollen drei bis fünf Milliarden Dollar an neuen Hypotheken abschliessen. Auch soll die bankeigene Kreditkarte, die erst von einem Zehntel der Kunden benutzt wird, besser verbreitet werden. Denn UBS-Kunden in den USA geben heute mehr als 300 Milliarden Dollar aus, ohne eine Dienstleistung der Bank zu nutzen. Wenn es gelingt, einen Teil dieses Geldflusses über interne Plattformen zu leiten, hofft die Bank, mindestens eine Milliarde Profit zu erzielen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 02.08.2010, 23:21 Uhr
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