Wirtschaft

Die UBS informiert - Details zum Sparprogramm bleiben aus

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 26.07.2011 11 Kommentare

Die Grossbank weist einen Gewinn von 1 Milliarde Franken für das 2. Quartal aus, tiefer als die Analysten im Durchschnitt erwartet haben. DerBund.ch/Newsnet berichtete live von der Medienkonferenz.


(DerBund.ch/Newsnet)

  • Fazit  

    Der Grundtenor der Bankspitze zu den enttäuschenden Zahlen ist, dass diese vor allem auf nicht erwartbar harte Marktbedingungen zurückgehen - welche noch weiter anhalten werden - und auf den steigenden Frankenkurs. Eine Abspaltung des US-Geschäfts oder der Investmentbank kommt für die Bankspitze nicht in Frage. Andere Entscheide sind vor dem Amtsantritt des neuen Verwaltungsratspräsidenten Axel Weber ohnehin nicht zu erwarten.

    Keine weiteren Details liess sich CEO Grübel zu den geplanten Sparmassnahmen im Umfang von 1,5 bis 2 Milliarden Franken entlocken. Die Zahl von 5000 abgebauten Stellen nannte er eine Erfindung der Medien. Bei der Bank selber würden noch keine Zahlen vorliegen.

    Kritik äusserte Grübel erneut auch an den Schweizer Plänen für neue Kapitalvorschriften. Vor allem am geplanten Hybridkapital (Cocos) stört er sich. Er hält dieses Instrument sogar für gefährlich. Nichtsdestotrotz werden die UBS die letztlich gestellten Anforderungen möglichst rasch erfüllen.

  • 10.15  

    Die Pressekonferenz ist beendet. Hier folgt in Kürze ein kurzes Fazit.

  • 10.15  

    Grübel wird gefragt, was er von einem Staatsfonds zur Währungsstabilisierung halte. Grübel meint, das Research dürfe mit allen Ideen an die Öffentlichkeit gehen. Das Management der Bank dürfe hier nicht dreinreden. Um den Franken zu schwächen, könne man schlecht wirtschaften. Doch das wolle man ja nicht. Länder mit einer starken Währung seien am Ende schliesslich erfolgreicher. Die Schweiz stehe eben in vielerlei Hinsicht besser da als andere Länder. Er glaube nicht, dass man etwas dagegen unternehmen sollte. Man sollte aber dafür sorgen, dass die Profitmargen durch die tieferen Auslandwährungen an die Konsumenten weitergegeben werden. Die Schweizer Wirtschaft mit ihrer Spezialisierung im Veredelungsgeschäft könne seiner Meinung nach gut mit dem starken Franken leben.

  • 10.11  

    Auf ein Nachhaken zu den Cocos erläutert Grübel noch einmal, dass er dieses Instrument für sehr gefährlich halte, da sie in einer Stresssituation die Lage verschärfen würden. Er würde davon abraten.

  • 10.09  

    Auf eine Frage zu den neuen Kapitalvorschriften meint Grübel, vieles sei noch unklar. Immerhin seien auch die in der Schweiz geplanten Cocos (Hybridkapital) als Teil der Eigenmittel von internationalen Regulatoren bereits wieder in Frage gestellt worden.

  • 10.07  

    Ein anderer Journalist fragt, wie lange denn Grübel mit dem neuen Verwaltungsratspräsidenten Axel Weber zusammenarbeiten werde - womit eigentlich sein eigenes Verbleiben angesprochen ist. Darauf meint der CEO, das werde man dann sehen.

  • 10.07  

    Ein Journalist fragt, weshalb man keine Zahlen dazu gibt, wie viele Leute von einem Stellenabbau betroffen werden. Grübel sagt darauf, solche Zahlen habe man momentan nicht, falls man einen Abbau vornehme. Der Journalist hakt nach und will wissen, ob also ein Abbau nicht sicher sei. Darauf weicht Grübel aus und sagt noch einmal, für Details sei es zu früh. Auf die Zahl 5000 an Streichungen anspielend, die bereits publiziert wurde, meint Grübel, da wüssten die Medien wohl mehr als er. Ironisch meint er, er bedanke sich für die Beratungsdienstleistung der Presse.

  • 10.02  

    Auf eine Frage sagt der Finanzchef, der Trend mit zunehmenden Neugeldern werde anhalten.

  • 10.00  

    Auf die Frage nach den eingegangen Risiken, sagt Grübel, man habe eines der besten Risikomananagements der ganzen Branche und man gehe keine übermässigen Risiken ein.

  • 9.59  

    Grübel macht auf eine Frage klar, dass die Bank bei der Erfüllung der neuen regulatorischen Kapitalanforderungen nicht hinter andern Banken zurückbleiben werde. Man werde im Gegenteil unter den ersten sein, die sie erfüllen. Auch mit Rücksicht auf die Geschichte der Bank der letzten Jahre.

  • 9.56  

    Die Sparprogramme seien auf Effizienzverbesserungen ausgerichtet. Das Management der Bank und er selber würden davon ausgehen, dass die schwierigen Marktbedingungen sich nicht so bald auflösen würden, erklärt Oswald Grübel.

  • 9.52  

    Ein Analyst stellt fest, dass das Investbanking auch ohne die Währungswirkungen schlechter als die US-Konkurrenten abgeschlossen habe und will wissen, ob die Bankspitze nicht beunruhigt über das Geschäft in den USA sei. Finanzchef Naratil verneint das und meint, man sei dort sehr stark aufgestellt und leide jetzt unter dem selben Abwärtstrend wie die ganze Industrie.

  • 9.46  

    Grübel sagt auf eine Frage, das UBS-Ergebnis wäre ohne die Frankenaufwertung wohl um 5 bis 8 Prozent besser ausgefallen. Doch das sei eine grobe Schätzung.

  • 9.44  

    Ein Analyst fragt, wann Grübel findet, es sei jetzt genug mit den schlechten Resultaten. Dieser antwortet direkt mit Bezug auf das Investmentbanking der Bank, die hier gemeint ist. Die Bank wolle das intergrierte Modell mit diesem Bereich aufrechterhalten. Weitere Details zu den weiteren Plänen würden am Investorsday bekanntgegeben.

  • 9.42  

    Eine Frage, was die Wirkung eines sinkenden Ratings für die eigenen Anlagen bedeuten würde, meint Grübel, das wüsste er auch gerne. Doch die Analysten würden davon ausgehen, dass ein allfälliges tieferes Rating der US-Regierung dem neuen Höchstratingstandard AAA entsprechen würde.

  • 9.40  

    Auf eine Frage, in welchem Bereich der Bank die Kosteneinsparungen vorgenommen werden, antwortet der Finanzchef, dazu könne man im Moment noch keine Auskunft geben.

  • 9.37  

    Auf eine Frage zu neuen konkreten Zielen beantwortet Grübel mit der Auskunft, momentan wolle man noch keine neuen Zahlen nennen, zuerst müsse der Markt und die regulatorischen Erfordernisse analysiert werden. Die früheren Ziele seien unter den Annahmen von damals abgegeben worden. Näheres sei am Investorday im November zu erfahren.

  • 9.35  

    Die Fragerunde ist eröffnet.

  • 9.33  

    Bei der Präsentation der Ergebnisse des Investmentbanking fällt vor allem das deutlich geringere Resultat des Bereichs FICC ins Gewicht. Die Einnahmen sind im Vergleich zum Vorquartal hier von 1,8 Milliarden auf 1,15 Milliarden Franken gesunken.

  • 9.29  

    Der Finanzchef zeigt auf, dass das operative Einkommen der Investmentbank im Vergleich zum letzten Quartal und im Vergleich zum Vorjahresquartal abgenommen hat. Anteil daran hat die Stärke des Franken. Doch auch die operativen Kosten seien mit den tieferen Einkommen zurückgegangen - dies unter anderem dank tieferen Personalkosten.

  • 9.26  

    Die UBS ist laut Tom Naratil in den USA führend in Bezug auf die investierten Anlagen pro Finanzberater. Auch er wiederholt, der Bereich stehe nicht zum Verkauf.

  • 9.23  

    Der Aktienkurs liegt mittlerweile nur noch 1,3 Prozent im Minus.

  • 9.22  

    Die Bruttomarge in der Vermögensverwaltung ist leicht von 98 Basispunkten (0.98 Prozent) auf 97 Basispunkte gesunken.

  • 9.20  

    Die UBS hat weiter ihre Kundenberaterzahl im Vermögensverwaltungsgeschäft erhöht. Der Erfolg des Bereichs zeigt sich auch in weiteren Nettoneugeldzuflüssen von 22,9 Milliarden.

  • 9.17  

    Die Personalkosten sind um 11 Prozent gesunken - weil sie an (ebenfalls gesunkene) Erträge gebunden sind und wegen des teureren Frankens. Letzteres betrifft Kosten, die im Ausland anfallen.

  • 9.14  

    Der Finanzchef beschreibt die aussergewöhnlich schweren Marktumstände im letzten Quartal: Die Währungsverhältnisse, die Aktienmarktperformance und die gehandelten Volumen drückten auf die Ergebnisse der Bank.

  • 9.12  

    CFO Tom Naratil hat übernommen und erläutert die finanziellen Details.

  • 9.11  

    Die bisherigen Mittelfristziele seinen kaum mehr zu erreichen.

  • 9.10  

    Grübel sagt, die Bank wolle bis zu 2 Milliarden Franken einsparen. Details dazu würden erst später im Jahr bekanntgegeben.

  • 9.10  

    Grübel erklärt, das US-Business stehe nicht zum Verkauf, auch wenn dazu immer wieder Gerüchte zirkulieren würden.

  • 9.10  

    Grübel erklärt, dass auch die strengeren Kapitalanforderungen für schwächere Resultate verantwortlich seien. Die Bank sei auch in schwächeren Märkten nicht höhere Risiken eingegangen.

  • 9.05  

    Die Pressekonferenz hat begonnen. Oswald Grübel erläutert die Details des Ergebnisses. Vor allem die Investmentbank und der teure Franken sei für die enttäuschenden Resultate verantwortlich.

  • 9.00  

    Beim Börseneröffnung sinkt die UBS-Aktie um mehr als 3 Prozent.

  • 8.33 Uhr: Ausgangslage  

    Die Schuldenkrise in Europa und den USA nimmt den Kunden der UBS die Lust am Investieren. Bei anhaltend schwierigen Finanzmärkten und belastet von den Folgen der Frankenstärke hat die Grossbank im zweiten Quartal nur 1,015 Milliarden Fr. Gewinn geschrieben.

    Das ist im Vergleich zu früher ein Rückgang: Im ersten Quartal hatte die Bank 1,8 Milliarden Fr. Gewinn geschrieben, im zweiten Quartal des Vorjahres waren es 2 Milliarden Fr. gewesen.

    Erwartungen verfehlt

    Zudem liegt das Resultat unterhalb der Prognosen der Finanzgemeinde. Von der Finanznachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten einen Gewinn zwischen knapp 1 Milliarden Fr. und nicht ganz 1,5 Milliarden Fr. vorausgesagt.

    Die Erträge der Bank fielen verglichen mit dem Vorquartal um 14 Prozent auf 7,171 Milliarden Franken. Die Bank kündigte an, in den nächsten zwei bis drei Jahren 1,5 bis 2 Milliarden Fr. an Kosten einsparen zu wollen. In der Mitteilung hiess es zudem, dass die Bank für Restrukturierungen «bedeutende» Summen auf die Seite legen müsse.

    Investmentbank enttäuscht

    In der Investmentbank zeigten sich vor allem die Folgen der Schuldenkrise, die verschiedene europäische Länder sowie die USA im Griff hält. Der Gewinn der Sparte vor Steuern betrug 376 Millionen Franken. Im Vorquartal war er noch doppelt so hoch gewesen.

    Die Vermögensverwaltung konnte den Vorsteuergewinn trotz des starken Frankens gegenüber dem Vorquartal um 4 Prozent auf 672 Millionen Fr. steigern. Allerdings sind auch hier die Kosten ein Thema: Die Gelder der reichen Kunden rund um die Welt sind in lokalen Währungen gebucht. Die Kosten der UBS fallen aber zu einem grossen Teil in der Schweiz an.

    Beim neuen Kundengeld liegt die UBS deutlich unter den Erwartungen. Der Zufluss von Neugeld betrug im zweiten Quartal unter dem Strich 8,7 Milliarden Franken, nach 22,3 Milliarden Fr. im ersten Quartal. Die Prognosen der Analysten erstreckten sich über eine Bandbreite von gut 11 bis 17,5 Milliarden Franken.

    Stellenabbau

    Die UBS wird zur Einsparung von Kosten Stellen abbauen müssen. Laut Finanzchef Tom Naratil betreffen die Kosteneinsparungen in der Höhe von 1,5 bis 2 Milliarden Franken, welche die Bank für die nächsten Jahre plant, alle Geschäftseinheiten der Bank.

    Wieviele Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen, bezifferte Naratil während einer Telefonkonferenz heute Morgen nicht. «Wir sind noch in der frühen Planungsphase, daher können wir nichts genaues sagen», so der Finanzchef. Ende 2010 zählte die UBS weltweit knapp 65'000 Vollzeitstellen.

    In ihrer Mitteilung vom frühen Morgen hat die Bank angedeutet, dass für das Sparprogramm «bedeutende Beträge» für Restrukturierungskosten verbucht werden müssten. Dies werde noch im laufenden Jahr geschehen, hiess es.

Erstellt: 26.07.2011, 09:04 Uhr

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11 Kommentare

Hans Meiser

26.07.2011, 10:22 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Die Welt ist pervers. Wie rechtfertigt man Stellenabbau bei einem Gewinn von 1 Mia?? Antworten


Guido Ruckstuhl

26.07.2011, 11:30 Uhr
Melden 10 Empfehlung

1 Mia Gewinn / Quartal, wieso soll das nicht reichen ? Das ganze System ist pervers und am schlimmsten sind die Analysten die das noch verschärfen. Wenn jetzt die Bank Leute entlässt, sollte sie für die Arbeitslosenversicherung dieser Leute aufkommen. Aber wie schon immer, die Gewinne den Privaten sprich Aktionären usw. die Verluste dem Staat bezw. dem Steuerzahler. Antworten



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