«Die Swiss-Langstreckenflotte könnte auf 50 Maschinen steigen»
Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 27.09.2010 16 Kommentare
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«Ich habe das damals nicht verstanden, als fast alle Experten einhellig der Meinung waren, 26 Langstreckenflieger seien zu viel», sagt Max Ungricht, Chefredaktor des Aviatik-Magazins «Cockpit» zu Tagesanzeiger.ch. Das seien ja die Strecken, auf denen sich Geld verdienen lässt. Mit der Mitgliedschaft im Star-Alliance-Verbund kämen nun auch mehr Langstrecken-Transitpassagiere nach Zürich. Dass nun die Swiss ab 2012 fünf weitere Langstreckenmaschinen kauft, verwundert Ungricht nicht. «Für den Lufthansa-Konzern wird Zürich als Hub immer interessanter.» Zwar unterhalte man mit München und Frankfurt zwei Drehkreuze in der Nähe. Aber gerade in Frankfurt gelange man an Kapazitätsgrenzen.
Ungricht glaubt nicht, dass mit dem neusten Ausbau der Langstreckenflotte das Ende der Fahnenstange erreicht ist. «Die Swiss-Langstreckenflotte könnte auf 50 Maschinen steigen», wagt er einen Ausblick in die ferne Zukunft. Begrenzt sei die Anzahl Langstreckenflüge ab Zürich derzeit mehr durch die Abfertigung, denn durch das Pistensystem. «Gerade die Sicherheitskontrollen für Flüge nach Nordamerika nehmen viel Zeit in Anspruch», so Ungricht. Und obwohl die Interkontinental-Flüge vor allem zwischen 10.30 und 14 Uhr starten, sieht der Luftfahrtexperte hier noch genügend Platz für weitere Langstreckenabflüge. Dafür seien im Terminal E allerdings bauliche Verbesserungen nötig. «Mittelfristig wird der Flughafen jedoch auf Grund der eingeschränkten Betriebszeiten bei den Starts und Landungen in einen Kapazitätsengpass kommen. Dieser kann teilweise mit grösseren Flugzeugen abgefedert werden.»
Frachttransporte bringen wieder Geld
Im Langstreckenmarkt sieht Ungricht für die Swiss auch weiteres Potenzial, weil die Passagiere hier mehr auf Komfort achten. «Beim Kurzstreckenflug kommt es weniger darauf an, ob nun der Kaffee und das Sandwich inbegriffen sind. Da kann man auch mal eine Billigairline nehmen.» Und ein weiterer Faktor spreche für den Ausbau des Langstrecken-Netzes. «Jetzt, da die Wirtschaft wieder anzieht, wird der Frachttransport immer wichtiger.» Konnte man in der Krise einen Flieger halbwegs füllen, fehlte das Geld, weil der Frachtraum halb leer war. Nun hat sich das für die Airlines wieder zum lukrativen Geschäft gewandelt. «Gerade auf Strecken, welche die Swiss täglich bedient, wird das zum Konkurrenzvorteil.»
Mit den fünf neuen Maschinen des Typs Airbus A330-300 lassen sich zwei neue Destinationen anfliegen. Ungricht rechnet im Übrigen damit, dass die Airline bald Maschinen des älteren Typs Airbus A330-200 abstösst. Dies aus Kostengründen. Die neuen Maschinen sind ökonomischer zu betreiben. Für die tägliche Bedienung einer Langstrecke sind zwei Maschinen nötig. Fällt einmal ein Flieger aus, kann auf typengleiche Flieger zurückgegriffen werden, die in der Mittelstrecke eingesetzt werden und diese zum Beispiel durch einen Airbus 320 ersetzen. Bei der Swiss sei das zum Beispiel die Strecke Tel Aviv.
Keine Langstreckenflüge ab Genf oder Basel
Welche Langstrecken-Destinationen von der Swiss neu angeflogen werden, ist noch nicht klar. «Ich rechne fest damit, dass Ziele in Nordamerika verstärkt oder gar neu angeflogen werden.» Ungricht sieht bei der erst kürzlich aufgenommenen Destination San Francisco noch weiteres Potenzial. Aber auch Asien ist für die Swiss ein attraktiver Markt. «Wer heute von Zürich nach Asien oder Australien will, muss bei den meisten Destinationen irgendwo umsteigen», so Ungricht. Hier sieht er noch mehr Potenzial für den Hub Zürich. Auf dem afrikanischen Kontinent nennt der Branchenkenner Kapstadt als mögliche weitere Destination.
Dass die Swiss wie früher die Swissair auch von Genf wieder Langstreckenflüge aufnimmt, glaubt Ungricht nicht. «Im Vergleich zu Zürich ist der Markt viel kleiner, dieser Platz hat keine Hub-Funktion.» Dasselbe gelte auch für Basel. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.09.2010, 18:16 Uhr
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16 Kommentare
"Für die tägliche Bedienung einer Langstrecke sind zwei Maschinen nötig. " Das stimmt nicht ganz; Destinationen wie Boston, Miami, Chicago, New York, Montreal, Nairobi oder Douala zum Beispiel können täglich mit nur eine Maschine bedient werden. Anders ist zum Beispiel Los Angeles, Tokyo, Bangkok oder San Francisco....da braucht Swiss zwei Maschine pro Strecke. Antworten
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