Wirtschaft

Die RBS zahlte auch Goodwins Steuerrechnung

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 18.03.2009 2 Kommentare

Fred Goodwin, Ex-Chef der angeschlagenen Royal Bank of Scotland, hat die Massen mit dem Bezug einer 17-Millionen-Pension gegen sich aufgebracht. Jetzt wurde klar: Die RBS zahlte für ihn auch die Steuern.

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Fred Goodwin bezieht nicht nur eine 17-Millionen-Rente, sondern liess sich auch die Steuerrechnung von der Bank bezahlen.
Bild: Times

   

Die Royal Bank of Scotland fuhr 2008 den grössten Verlust ein, den je ein britisches Unternehmen schrieb. Der britische Staat musste sich deshalb mit 20 Milliarden Pfund am Unternehmen beteiligen. Trotzdem liess sich der oberste Banker, Fred Goodwin, zu seinem Abschied im Herbst eine Pensionsvereinbarung über 16,9 Millionen Pfund unterzeichnen. Das sorgte in Grossbritannien für so viel Empörung, dass Goodwin sein Heim in Edinburgh verlassen haben und untergetaucht sein soll.

Jetzt erfährt die Öffentlichkeit noch ein ärgerliches Detail mehr: Die RBS zahlte die anfallende Steuerrechnung, als Goodwin 2,7 Millionen Pfund der Rente Ende Jahr als einmalige Summe bezog. Laut «Times» und BBC legte die Bank nochmals 1,8 Millionen Pfund für Steuern dazu – insgesamt betrug die Zahlung also 4,5 Millionen Pfund.

Die Bank bezahlt den Anwalt

Der Steuerdeal wurde gestern bekannt, als der für London zuständige Finanzminister (der sogenannte «City Minister») Paul Myners vor einem parlamentarischen Ausschuss aussagen musste. Die Parlamentarier werfen Myners vor, das Abkommen zwischen dem damaligen RBS-VR-Präsidenten Tom McKillop und dem damaligen Entschädigungschef Bob Scott einfach durchgewinkt zu haben.

Fred Goodwin will jetzt angeblich die 2,7 Millionen zurückzahlen – unter den Bedingungen, dass er wegen der Steuervergehen nicht rechtlich verfolgt wird und ausserdem seine jährlichen Pensionszahlungen über 703'000 Pfund behalten darf. Um sich vor der staatlichen Verfolgung zu schützen, beschäftigt Goodwin jetzt einen Rechtsbeistand – den übrigens auch die Bank bezahlt. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.03.2009, 09:53 Uhr

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2 Kommentare

Balz Ehrensperger

18.03.2009, 16:50 Uhr
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Die Meister aller Dreister sind Mr. Goodwin und Herr Zumwinkel! Dagegen sind unsere einheimischen Heimlifaissen gebisslose 95jährige Nonnen. Interessant und nicht zufällig ist dabei, dass Labour und SPD die Interessen dieser Herren gewahrt haben. Genau diese Parteien der Umverteilung suchen nun weiteres Beutegut bei uns. Antworten


Dieter Wundrak

27.03.2009, 11:29 Uhr
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Etwas Neues für mich, wenn der Arbeitgeber noch die Steuern zahlt. Ja, sogar der Anwalt wird bezahlt. Und wie sich das gehört, so ist sicher auch eine Versicherung für kriminelle Machenschaften abgeschlossen worden. Und man höre und staune, dies alles geschieht oder geschah unter einer Labour Regierung. Und sollten einige die englische Sprachen nicht beherrschen, Labour = Sozialdemokraten. Antworten



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