Die Lufthansa gibt nach
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Nach einem Tag Streik der Lufthansa-Piloten mit hunderten von ausgefallenen Flügen ist der Arbeitskampf ausgesetzt worden. Ab Dienstag soll wieder geflogen werden. Vor Arbeitsgericht kamen die Tarifparteien überein, den Streik bis 8. März auszusetzen.
Lufthansa (LHA 8.536 0.67%) und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) einigten sich vor dem Arbeitsgericht Frankfurt auf die Aussetzung des ursprünglich auf vier Tage angesetzten Streiks ab Mitternacht. Der Flugverkehr soll am Dienstag wieder aufgenommen werden.
Die VC erklärte sich bereit, die Lufthansa-Piloten dazu aufzurufen, «schnellstmöglich» wieder ihre Arbeit aufzunehmen. Jedoch brachten beide Tarifparteien vor dem Arbeitsgericht zum Ausdruck, dass der Flugverkehr voraussichtlich erst ab Dienstagvormittag wieder ohne grössere Einschränkungen laufen werde.
Schnell weiter verhandeln
Die Gewerkschaft hatte bei der von der Lufthansa angestrengten Gerichtsverhandlung eine Forderung in Bezug auf die Lufthansa Italia fallengelassen. Die Lufthansa hätte nach Vorstellungen von Cockpit Millionen zahlen müssen, sobald ein Jet ihrer Tochtergesellschaft von einem Piloten ausserhalb des Konzerntarifvertrags geflogen wird.
Nun soll ausschliesslich über Entgelte und Arbeitsbedingungen der Piloten gesprochen werden. Die Arbeitsrichterin Silke Kohlschitter hatte vorgeschlagen, dass sich die Tarifpartner möglichst schnell und ohne Vorbehalte wieder an den Verhandlungstisch setzen sollten.
Der Vergleich gilt für die bestreikten Gesellschaften Lufthansa, die Lufthansa Cargo und Germanwings. Beide Seiten rechneten mit Anlaufschwierigkeiten beim Flugverkehr am Dienstag.
Grosse Auswirkungen
Wegen des Pilotenstreiks fielen am Montag etwa die Hälfte der geplanten 1800 Flüge aus. Von den 87 Verbindungen mit der Schweiz mussten 27 gestrichen werden. Die Fluggesellschaft hatte bereits den längsten Pilotenstreik ihrer Geschichte befürchtet.
Die Passagiere zeigten sich am Montag im Grossen und Ganzen gut vorbereitet auf den Streik. Ein Chaos blieb aus. Viele hatten Flüge rechtzeitig umgebucht oder waren auf die Bahn umgestiegen. Vereinzelt gab es dennoch lange Warteschlangen, weil mehr Flüge gestrichen wurden als geplant.
Zudem strandeten viele ausländische Passagiere, die nicht vorab über die Medien von dem Streik erfahren hatten. Sie waren entsprechend sauer - vor allem auf die streikenden Piloten.
An den Flughäfen Zürich und Genf war die Situation ruhig, wie Swiss-Mediensprecher Jean-Claude Donzel sagte. Die Lufthansa strich 13 Flüge in Genf und 14 in Zürich. Statt wie gewohnt 87 flogen somit nur 60 Maschinen der Swiss und Lufthansa zwischen der Schweiz und Deutschland.
Swiss mit grösseren Fliegern
Die Swiss setzte grössere Flugzeuge ein, um den Piloten-Streik bei ihrer Muttergesellschaft abzufedern. Ihre Kapazität konnte sie so um 15 bis 20 Prozent erhöhen, erklärte Donzel.
Alle Passagiere hätten an ihre Destinationen geflogen werden können, und es habe freie Plätze gehabt, erklärte Donzel. Viele Kunden hätten vermutlich frühzeitig ihre Reisepläne geändert und umgebucht. Nicht vom Streik der Lufthansa-Piloten betroffen waren die Flughäfen Basel-Mülhausen und Bern-Belp.
Gegen Lohndumping
Mit Ausstand will die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit die Lufthansa vor allem dazu bringen, den Lufthansa-Konzerntarifvertrag auch auf die Töchter im Ausland auszuweiten. Damit soll verhindert werden, dass das Management Arbeitsplätze ins Ausland verlagert und gut bezahlte Lufthansa-Pilotenstellen abbaut.
Lufthansa droht auch ein Arbeitskampf mit den Flugbegleitern. Sie wollen Verhandlungen über den gekündigten Tarifvertrag. (oku/sda)
Erstellt: 22.02.2010, 20:36 Uhr
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