Die Galenica-Aktie ist auf Talfahrt

Die Anleger sind nicht so optimistisch wie Galenica-Präsident Etienne Jornod. Der Berner Pharmakonzern hat seit Jahresbeginn einen Drittel an Wert verloren.

Optimistischer als die Anleger: Galenica-Präsident Etienne Jornod.

Optimistischer als die Anleger: Galenica-Präsident Etienne Jornod. Bild: Adrian Moser

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Diese Woche sackte der Kurs der Galenica-Aktie um fast 10 Prozent ab. Allein am Freitag waren es 3,6 Prozent. Grund für den gestrigen Rückgang war die Credit Suisse: Sie hat ihre Prognose für die Aktie gesenkt. Am Mittwoch hat dies bereits die US-Investmentbank Jefferies getan. Und die Anleger teilen die Skepsis der Analysten offenbar. Denn für die Zukunft des Berner Pharma- und Apothekenkonzerns gibt es derzeit zwei grosse Unsicherheitsfaktoren:

Sprint: Der grösste Aktionär von ­Galenica, Sprint Investments, will sein 21-Prozent-Aktienpaket verkaufen. Als Sprint im Mai eine erste Tranche von 5 Prozent verkaufte, warf die Firma diese Aktien auf den Markt, anstatt das Paket direkt an einen anderen Investor zu verkaufen, es kam zu einem Kurssturz. Galenica-Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod konnte und wollte seinen Ärger darüber nicht verbergen. Die Galenica will nun beim anstehenden Verkauf der Aktien behilflich sein und einen Käufer vermitteln, um ein erneuten Kursrutsch zu verhindern.

Relypsa: Die Galenica-Aktie war in den letzten Jahren eine Börsenrakete. Der internationale Erfolg der Eisenmedikamente-Tochter Vifor Pharma weckte bei den Anlegern Kursfantasien. Unter dem Druck von Sprint Investments beschloss die Galenica, Vifor als eigenständiges Unternehmen an die Börse zu bringen. Damit Vifor auf eigenen Beinen stehen kann, wurde das Portfolio des Unternehmens mit zusätzlichen Medikamenten ausgestattet. Zu diesem Zweck hat die Galenica im Sommer den US-Pharmahersteller Relypsa ­übernommen. Optimist Jornod verkauft die ­Übernahme als genialen Schachzug. Doch es war ein teurer Kauf: 1,5 Milliarden Franken kostete die Firma mit einem einzigen zugelassenen Medikament.

Wie der Kauf von Relypsa refinanziert werden soll, ist noch immer nicht klar – auch das bereitet den Anlegern Sorge. Die Galenica will entweder eine Kapitalerhöhung durchführen und damit die Anteile der bisherigen Aktionäre verwässern. Oder sie will statt der Aufspaltung in zwei Unternehmen eine Abspaltung vornehmen und das Schweizer Kerngeschäft separat an die Börse bringen. Mit dem Geld aus dem Verkauf könnte sie die Übernahme von Relypsa bezahlen. Die Auf- oder Abspaltung soll im zweiten Halbjahr 2017 geschehen – ein Jahr nach dem ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt. (Der Bund)

Erstellt: 01.10.2016, 08:19 Uhr

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