Wirtschaft

Die Eiseskälte löst eine Kostenlawine aus

Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 10.02.2012 10 Kommentare

Berstende Wasserleitungen und defekte Autos: Bei den Kundendiensten der Schweizer Versicherer laufen die Telefone heiss. Auf sie kommen erhebliche Mehrkosten zu.

1/47 Sonnenaufgang in Basel. (9. Februar 2012)
Leserreporter: Georg Szaloky

   

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Kältewelle in Europa

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Die Kältewelle überzieht fast ganz Europa. Dutzende Menschen sind bereits erfroren. Selbst in Istanbul kämpfen die Bewohner mit eisigen Temperaturen.

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Was bei den Versicherungen im Zuge der Eiseskälte an Schadensmeldungen eingeht, dem vermag kein Frostschutzmittel vorzubeugen: Minus 30 Grad etwa im Vallée de la Brévine wurden im Februar dieses Jahres gemessen. Eine erste Zwischenbilanz der Versicherungsgesellschaft Mobiliar ergibt: «1,4 Millionen Franken an Schadenszahlungen, die wir bisher für Gebäudeschäden oder zugefrorene Wasserleitungen gezahlt haben», sagt Sprecher Jürg Thalmann.

Hunderte Schadensmeldungen

Allein in den vergangenen Tagen seien rund 400 Frostschadensmeldungen eingegangen. Damit nicht noch mehr Wasserleitungen und im Zuge dessen die Schadenszahlungen explodieren, gibt Thalmann den Versicherten einen Tipp: «Wenn kein Wasser mehr fliesst, sollte man schleunigst den Hauptwasserhahn zudrehen. Denn wenn es zu tauen beginnt, kann das Schadensausmass noch weitaus grösser werden.»

Die Folge der tiefen Temperaturen lässt die Kundendienste der Versicherungen in der gesamten Schweiz heiss laufen: «Die Anzahl der Telefonanrufe in unserem Schadenscenter liegt derzeit rund 15 Prozent höher als üblicherweise um diese Jahreszeit», sagt Amos Winteler, Sprecher der Basler Versicherungen.

Vor allem Autolenker würden vermehrt um Hilfe rufen: «Spürbar mehr Kunden sind auf die Pannenhilfe angewiesen.» Das betreffe vor allem Versicherungsprodukte für den Autoservice, Notrufe oder Kaskoversicherungen. Urban Henzirohs, Sprecher der Helvetia Versicherungen, weiss von viermal mehr Frostschäden bei Autos als üblich, die in diesem Winter gemeldet werden. «Das betrifft vor allem defekte Autobatterien, vereiste Türen und vereiste Handbremsen, die sich nicht lösen.»

Aber nicht nur Autofahrer, auch Hausbewohner haben mit der klirrenden Kälte zu kämpfen: «Die Schäden betreffend Rohrleitungsbrüchen in Bezug auf gefrorene Leitungen haben signifikant zugenommen», sagt Baloise-Sprecher Winteler. Eine präzise «Kältebilanz» könne er aber noch nicht ziehen, da die abschliessenden Schadenszahlen noch nicht vorliegen. Henzirohs rät jenen Versicherungsnehmern, die über einen Zweitwohnsitz verfügen, jemanden vorbeizuschicken, um Heizungen und Leitungen zu überprüfen. «Zweitwohnsitze sind zumeist unbewohnt, deshalb rechnen wir bei leerstehenden Eigenheimen noch mit schwereren Folgen. Insbesondere dann, wenn es wieder wärmer wird.»

Versicherer sammeln Wetterdaten

Damit die Versicherungen für Extremfälle wie in diesem Winter gerüstet sind, werden Wetterstationen damit beauftragt, die Daten zu liefern und die Versicherungen rechtzeitig vorzuwarnen. «Wir liefern für das Geschäft der Versicherungen laufende, aber auch spezifische Wetterdaten», sagt Mareike Lehrling, Produktmanagerin bei Meteomedia.

Die Versicherer brauchen vor allem die historischen Wetterdaten, um Vergleiche anzustellen und allfällige Schadensforderungen dadurch vermeiden zu können. So sind in den Versicherungspolicen Schwellenwerte für Windstärken eingebaut. Wird der Schwellenwert nicht erreicht, obwohl Schäden entstanden sind, dann muss die Versicherung nicht zahlen. Das gilt auch für Temperaturwerte über einen gewissen Zeitraum.

Firmen wie Meteomedia unterstützen die Versicherer beim Schadensmanagement. Durch die Erhebung der genauen Messwerte kann im Einzelfall eruiert werden, ob die Wetterbedingungen der Grund für den eingetretenen Schaden sind. Auch für das Risikomanagement ist der Datenpool entscheidend: Etwa dafür, wie häufig in welchen Regionen Hagel auftritt. Dementsprechend wirken sich auch hier die Angaben auf den Inhalt der Versicherungspolicen aus. Unter den aktuellen Wetterbedingungen wird insbesondere untersucht, «wie tief die Temperaturen über welchen Zeitraum waren», erklärt Lehrling. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.02.2012, 12:54 Uhr

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10 Kommentare

Jimmy James

10.02.2012, 13:39 Uhr
Melden 30 Empfehlung

Für das sind ja die Versicherungen da. Bezahlen wenn ein Schaden entsteht. Antworten


Philipp Rittermann

10.02.2012, 13:32 Uhr
Melden 24 Empfehlung

nun gut. noch in den 80ern waren kälteperioden dieser art gang-und-gäbe. wir sind uns das halt einfach nicht mehr so gewohnt und vernachlässigen daher präventionsmassnahmen im eigenen bereich. die versicherungen haben genügend rückstellungen zu machen, um folgeschäden zu decken. Antworten



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