«Die Direktion der UBS wusste alles»
Bradley Birkenfeld. (Bild: Keystone )
In Haft
Bradley Birkenfelds Aussagen haben die Steueraffäre der UBS in den USA ins Rollen gebracht. Der frühere UBS-Angestellte ist im August 2009 von einem Gericht in Florida wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung für den kalifornischen Milliardär und ehemaligen UBS-Kunden Igor Olenicoff zu 40 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Seine Strafe sitzt er in einer Haftanstalt in Minnersville im US-Staat Pennsylvania ab.
Der 44-Jährige klagt immer wieder, dass die Zusammenarbeit mit der US-Justiz zu einer milderen Bestrafung hätte führen müssen. Er sei aber stolz darüber, mutig genug gewesen zu sein, den grössten Finanzbetrug der Welt ans Licht gebracht zu haben, sagt Birkenfeld weiter. Trotz der Gefängnisstrafe kann er als so genannter Whistleblower auf eine hohe Belohnung durch die US-Steuerbehörde IRS hoffen.
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Im Interview mit «Le Temps» holt der UBS-Whistleblower Bradley Birkenfeld zum Rundumschlag gegen die ehemalige UBS-Spitze aus, ohne Kurer, Ospel und Rohner ausdrücklich beim Namen zu nennen. Birkenfeld sitzt bis voraussichtlich 2012 seine Haftstrafe in einem Gefängnis im US-Bundesstaat Bundesstaat Pennsylvania ab.
Er wird gefragt, ob die Direktion der Schweizer Grossbank von den illegalen Machenschaften ihrer Mitarbeiter in den USA wusste. Birkenfelds Antwort: «Natürlich wussten sie es.» Martin Liechti, der ehemalige Chef des amerikanischen UBS-Vermögensverwaltungsgeschäfts und einer der Hauptakteure rund um die Steueraffäre der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) in Amerika, habe jeden Monat seinen Vorgesetzten rapportiert, berichtet die Zeitung «Sonntag».
«Er musste erklären, wo all dieses Geld her kam. Alle diese Präsentationen, alle Dokumente, die ich ans Licht gebracht habe: An wen waren sie gerichtet? Alle diese Reisen, die verschlüsselten Computer: Die Direktion wusste all das, sie hat es sogar autorisiert.»
Kein Vertrauen in die aktuelle Führung
Dies abzustreiten wäre wie, wenn man sagen würde, die japanischen Generäle wussten damals nichts von der geplanten Attacke auf Pearl Harbor. Auch in die aktuelle Führung hat der Amerikaner wenig Vertrauen: «Die Stühle auf der Titanic auszuwechseln ändert nichts an ihrem Schicksal. Der Groll gegen diese Bank ist zu gross. Ich denke, dass sie schlussendlich mit der Credit Suisse fusionieren wird.» TSR zeigt das Interview am 9. September in der Sendung «Temps Présent» um 20.05 Uhr. (jak)
Erstellt: 29.08.2010, 13:00 Uhr
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