Wirtschaft
Deutsches Nein zur Abgeltungssteuer stimmt Bankiers froh
Von Bruno Schletti. Aktualisiert am 11.01.2013 11 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
- Steuerabkommen endgültig gescheitert
- «Die deutsche Regierung hat ihr Gesicht verloren»
- Berlin sieht Steuerabkommen als nicht verhandelbar
- «Die Schweiz wird das Steuergeheimnis nicht abschaffen»
- Der automatische Informationsaustausch auf dem Vormarsch
- Von Neuverhandlungen keine Rede
Teilen und kommentieren
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Über Monate haben sich Bundesrat und Bankiervereinigung für das Zustandekommen neuer Steuerabkommen engagiert. Nachdem das Wichtigste dieser Abkommen – das mit Deutschland – gescheitert ist, zeigt eine Umfrage, dass die grosse Mehrheit der Schweizer Banken den dafür verantwortlichen deutschen Sozialdemokraten alles andere als böse ist. 72 Prozent der von Ernst & Young im Dezember befragten 120 Banken geben an, dass sie von der Ablehnung positive Auswirkungen für ihr Institut erwarten.
Den Privat- und Auslandbanken, die ihr Geld vor allem mit Vermögensverwaltung verdienen, bringe das deutsche Nein eine «Verschnaufpause», sagt Iqbal Khan, Partner bei Ernst & Young. Die Banker gingen jetzt von geringeren Vermögensabflüssen aus. Kantonal- und Regionalbanken würden den Entscheid positiv werten, weil die Kosten für die Umsetzung der Abgeltungssteuer im Fall Deutschlands wegfallen.
Verflogene Euphorie
Mit der Bewertung der Steuerabkommen scheint sich die Branche jedoch schwer zu tun. 2010 beurteilten 74 Prozent der befragten Banken die Entwicklung rund um das Bankgeheimnis und die Idee einer Abgeltungssteuer positiv. Ein Jahr später war die Euphorie bereits verflogen. Die Zustimmung war auf 46 Prozent gefallen. Die Umfrage von Ende 2012 zeigt nun eine völlig polarisierte Branche: Die eine Hälfte der Befragten schätzt die Entwicklung positiv, die andere negativ ein. «Vor zwei Jahren sah man die Idee der Abgeltungssteuer als Befreiungsschlag», sagt Khan. Inzwischen habe man realisiert, dass deren Umsetzung die Banken teuer zu stehen komme.
Die Banken wurden auch zum Immobilienmarkt befragt. Eine grosse Mehrheit teilt heute die Meinung von Nationalbank und Finanzaufsicht (Finma), dass der schweizerische Immobilienmarkt zur Blasenbildung neigt. 2010 hatten nur 29 Prozent der Geschäftsbanken diese Meinung vertreten, heute sind es 77 Prozent. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.01.2013, 08:43 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
11 Kommentare
Es ist zu hoffen, dass der SPD eines Tages aufgeht, was für ein Eigengoal sie geschossen haben. Genauso ist zu hoffen, dass die Schweiz dannzumal einfach klein begibt, sondern für einen erneuten Abschluss - maximal zu gleichen Bedingungen - klare Gegenforderungen stellt. Antworten
Frohlocken werden nun in erster Linie deutsche Geldbesitzer auf Schweizer Banken - diese haben nun alle Zeit der Welt, zu entscheiden, ob sie ihr Geld woanders hinbringen oder dem deutschen Steueramt melden! Letzteres, dürfte für Hardcore Steuervermeider wohl kaum in Frage kommen, und das Geld Richtung London oder Asien abziehen! Die SPD hat dem deutschen Staat einen grossen Bärendienst erwiesen! Antworten
Wirtschaft
Alles für Abonnenten und Abonnentinnen
Laden Sie sich Ihr ePaper auf Ihren Computer und blättern Sie gratis und ab 5 Uhr früh in Ihrem "Bund".
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.

Bitte warten























