Der Etappensieg des Oswald Grübel
Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 05.05.2010 14 Kommentare
Mehr als 200 Milliarden Franken an Kundengeldern hat die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) seit Ausbruch der Finanzkrise verloren. In den ersten drei Monaten von 2010 waren es bloss noch 18 Milliarden. Das ist wahrscheinlich die beste Nachricht in einem grundsätzlich schon sehr positiven Quartalsbericht der Grossbank. Besser noch als der Reingewinn, der mit 2,2 Milliarden Franken über demjenigen der Credit Suisse liegt (2,1 Milliarden). Das ist zwar gut für die Moral der Mitarbeitenden. Für einen nachhaltigen Erfolg der Bank ist es aber viel wichtiger, dass die Kunden wieder Vertrauen in die UBS gefasst haben.
Das ist das grösste Verdienst von Oswald Grübel und Kaspar Villiger. Denn die Vermögensverwaltung ist das wichtigste Standbein der UBS. Dort lassen sich regelmässig wiederkehrende Gewinne erzielen. Das Investmentbanking hingegen ist eine launische Diva: Dieses Geschäft ist zyklisch und kann auch extrem riskant sein. Niemand weiss das besser, als die UBS, hat sie doch in diesem Bereich mehr als 50 Milliarden Franken verloren. Jetzt wird mit dem Wertschriften- und Finanzierungsgeschäft aber wieder Geld verdient, vor allem im Handel mit Wertpapieren und Rohstoffen.
Globale Aktion gegen die Banker
Die Zukunft des Investmentbankings ist mit vielen Fragezeichen behaftet. In der Finanzkrise ist mehr gezockt als investiert worden, jetzt erhalten die Banken dafür die Quittung. Rund um den Globus wird nach Massnahmen gesucht, wie man die Investmentbanker und Hedge-Fund-Manager bändigen kann. Gerade eben hat Nout Wellink, der Vorsitzende des Basler Komitees (es legt die Eigenkapitalvorschriften der Banken fest) bekräftigt, man sei entschlossen, strengere Bestimmung durchzusetzen. Und dies auch, wenn dies auf Kosten der Rentabilität der Banken gehen sollte. Deshalb ist es fraglich, ob Oswald Grübel sein Versprechen, schon 2014 wieder an die Gewinne der Vorkrisenzeit anzuknüpfen, auch einhalten kann.
Betriebswirtschaftlich hat er die Voraussetzungen dafür geschaffen. Und im Markt hat Grübel die Grossbank wieder solide positioniert. Doch politisch ist die UBS noch nicht aus dem Schneider. Sie leidet weiter unter den Altlasten von Marcel Ospel & Co. An der turbulenten Generalversammlung ist kürzlich die Decharge an das alte Management verweigert worden. Selbst die Aktionäre wollen, dass die Vergangenheit sauber aufgearbeitet wird, von der Öffentlichkeit ganz zu schweigen. Die UBS hat aber bisher bloss interne Abklärungen durchführen lassen. Das war unklug und hat den Verdacht geschürt, allfällige Verfehlungen sollten unter den Teppich gekehrt werden.
Einen Schlussstrich ziehen
Vertrauen ist das wichtigste Gut im Bankgeschäft, insbesondere in der Vermögensverwaltung. Bei den Kunden scheint die UBS dieses langsam wieder zurückzugewinnen. Auf der politischen Ebene ist sie noch nicht so weit. Das kann sie mittelfristig behindern. Es muss daher auch im Interesse der UBS liegen, dass die Amtszeit von Marcel Ospel sauber aufgearbeitet wird. Nur so kann sie wirklich einen Schlussstrich unter die unrühmliche Vergangenheit ziehen.
(DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.05.2010, 10:46 Uhr
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14 Kommentare
Für mich ist es egal, was für positive Nachrichten aus der UBS in die Öffentlichkeit dringen. Für mich ist und bleibt die UBS ein Schandfleck, die nicht nur das Ansehen der Schweiz aufs massivste geschädigt hat, sondern mit ihrer Arroganz den Rechtsstaat für die internen Verbrecher ausgehebelt hat. Der Reingewinn von 2.2 Mia ist natürlich steuerfrei! Antworten
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