Wirtschaft

Der Aktiencoup der Google-Gründer

Aktualisiert am 13.04.2012 2 Kommentare

Der Internetgigant Google hat im ersten Quartal einen Gewinnsprung hingelegt. Die beiden Gründer Larry Page und Sergej Brin wissen um den Wert ihres Babys. Mit einer neuen Aktienstruktur sichern sie ihre Macht.

«Unsere Herzen hängen an Google»: Die Google-Gründer Sergej Brin und Larry Page (von links).

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Bild: Reuters

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Larry Page und Sergej Brin wollen mit einer neuen Aktienstruktur dafür sorgen, dass sie auch künftig das Sagen haben. «Unsere Herzen hängen an Google», schrieben sie in einem Brief an die Aktionäre. Mit der neuen Struktur solle sichergestellt werden, dass sie ihre Visionen auch umsetzen könnten. «Wir haben entschieden, dass die Bewahrung des Gründer basierten Ansatzes im besten Interesse von Google ist.»

Der Plan: Die bisherige Google-Aktie wird de facto geteilt. Alle Anteilseigner erhalten zusätzlich zu ihrer stimmberechtigten eine stimmrechtslose Aktie, die genauso gehandelt werden kann wie ihr «grosser Bruder». Der Vorteil liegt nun darin, dass künftig etwa die Bonusausschüttungen an Mitarbeiter oder die Bezahlung von Übernahmen mittels dieser stimmrechtslosen Aktien passieren können. Die Macht im Unternehmen verschiebt sich dadurch nicht.

Ein Nebeneffekt ist, dass die Aktie durch den sogenannten Split, optisch günstiger aussieht und mehr Käufer anlocken könnte. Momentan kostet ein einzelnes Papier satte 650 Dollar. Die Aktie legte nachbörslich leicht zu.

Plan wird wohl durchgewunken

Der Plan für den Aktiensplit ist bereits vom Verwaltungsrat abgesegnet worden. Nun muss er noch die für den 21. Juni angesetzte Generalversammlung passieren. «Angesichts der Tatsache, dass Larry, Sergej und Eric die Mehrheit der Stimmrechte kontrollieren und dieses Vorhaben unterstützen, rechnen wir damit, dass es durchgeht», sagte Chefjurist David Drummond.

Mit Eric ist Eric Schmidt gemeint, der langjährige Konzernchef und jetzige Verwaltungsratsvorsitzende. Er hatte als Teil seiner Vergütung grosse Aktienpakete bekommen.

2,9 Milliarden Dollar Gewinn

Google ist eine Gelddruckmaschine: Im ersten Quartal strich der US-Internetkonzern einen Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar ein – das sind 61 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dieses Kunststück gelang, obwohl das Unternehmen kräftig in neue Produkte und Mitarbeiter investiert hat. Ende März arbeiteten knapp 33'100 Menschen für Google und damit 600 mehr als zum Jahreswechsel.

«Google hatte ein weiteres grossartiges Quartal», erklärte der amtierende Konzernchef Page am Firmensitz im kalifornischen Mountain View. Die «grossen Wetten» auf das Handy-Betriebssystem Android, den Browser Chrome oder die Videoplattform Youtube hätten sich ausgezahlt.

Die Suchmaschine als Goldesel

Der Umsatz war um 24 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar gestiegen – es ist das zweite Mal nach dem Schlussquartal 2011, dass Google einen zweistelligen Milliardenumsatz erwirtschaftete. Der Grossteil der Einnahmen stammte dabei wie gehabt aus der Werbung im Umfeld der Suchmaschine. Google ist hier Marktführer.

Zu den grossen Rivalen gehören Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing und das verbündete Internet-Urgestein Yahoo. Auch das soziale Netzwerk Facebook hat sich einen guten Teil des Werbekuchens gesichert. Googles Anzeigen wurden im ersten Quartal dennoch 39 Prozent häufiger angeklickt als im Vorjahreszeitraum, gleichzeitig sanken die Einnahmen pro Klick allerdings um 12 Prozent. (jak/rbi/sda)

Erstellt: 13.04.2012, 10:32 Uhr

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2 Kommentare

Ulrich Simmen

13.04.2012, 11:38 Uhr
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Ein grandioser Erfolg, muss man neidlos anerkennen. Aber wenn jetzt Milliardengewinne, Aktiencoups, Machtfestigung und Aktiensrukturen plötzlich wichtig werden und im Fokus stehen, ist dies vermutlich auch der Abschied von Pioniergeist, Visionen und Unternehmerdenken. Wenn solche Werte verblassen und Quartalsgewinne und Bilanzen wichtiger werden, ist dies meist der Anfang vom Ende. Antworten


Sacha Meier

13.04.2012, 14:28 Uhr
Melden 5 Empfehlung 0

Larry Page und Sergej Brin hatten das Glück, zur richtigen Zeit in DIE Kombination von Zukunftsbranchen der ganzen westlichen Hemisphäre investiert zu haben: Private intelligence (private Spionage) über Gratis-Applikationen und gekoppelte Werbung.
Das Geschäftsmodell ist so genial, als ob Steuerämter eigene Banken betrieben, auf denen Gratiskonten und Nullzins-Kredite angeboten würden.
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