Das neue «Cern der Hirnforschung»

Der heute eingeweihte Campus Biotech in Genf ist eines der ambitioniertesten Forschungszentren des Landes. Ermöglicht wurde er durch zwei Milliardäre.

Zufriedenheit über das einzigartige Forschungszentrum: von links Bundesrat Johann Schneider-Ammann, die Geldgeber Ernesto Bertarelli und Hansjörg Wyss sowie EPFL-Präsident Patrick Aebischer vor dem Modell des Campus Biotech. (22. Mai 2015)

Zufriedenheit über das einzigartige Forschungszentrum: von links Bundesrat Johann Schneider-Ammann, die Geldgeber Ernesto Bertarelli und Hansjörg Wyss sowie EPFL-Präsident Patrick Aebischer vor dem Modell des Campus Biotech. (22. Mai 2015) Bild: Laurent Gilliéron/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In Genf ist am Freitag im früheren Gebäude des Pharmakonzerns Merck Serono der Campus Biotech eingeweiht worden - eines der ambitioniertesten Forschungszentren der Schweiz. Der Campus soll das «Cern der Hirnforschung» werden. Auf einer Fläche von 40'000 Quadratmetern arbeiten in den Laboren und Büros bereits rund 400 Forscher. Die Zahl der Forscher soll sich verdoppeln, wenn der Campus Biotech einmal richtig Fahrt aufgenommen hat, wie Patrick Aebischer, Präsident der ETH Lausanne (EPFL), sagte.

Das einzigartige Forschungszentrum ist aus einer Zusammenarbeit der EPFL, der Universität Genf und der Familie Bertarelli, welche die Pharmafirma Serono gegründet hatte, zurückzuführen. Der zweite wichtige Geldgeber ist der Berner Unternehmer Hanjörg Wyss. Der Campus Biotech wurde erst durch die Milliardäre Ernesto Bertarelli und Hansjörg Wyss ermöglicht. Sie übernahmen das Gebäude, nachdem Merck Serono den Standort Genf geschlossen hatte. Das Gebäude befindet sich mitten in der Stadt Genf in der Nähe der UNO.

Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie

Auch das meistbeachtete Forschungsprojekt der EPFL, das Human Brain Project, hat seinen Sitz im Gebäude. Die Forscher im Campus Biotech widmen sich vor allem den Neurowissenschaften sowie der Frage, wie grosse Mengen medizinischer Daten verarbeitet und analysiert werden können.

Zudem ist der Campus als Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie gedacht. Der Campus Biotech sei als Ökosystem zu verstehen, sagte EPFL-Präsident Patrick Aebischer. Dort könnten sich Forscher, Start-ups und grosse Unternehmen treffen. Mit diesem Forschungszentrum verfüge die Schweiz über einen grossartigen Katalysator, um bei den Neurowissenschaften zuvorderst mitspielen zu können.

Flaggschiff der Forschung

Bundesrat Schneider-Ammann betonte in einer Rede die unentbehrliche Rolle dieses Campus. Auch dank dem Campus Biotech könne der Schweizer Forschungsplatz unumgänglich bleiben in der europäischen Forschungslandschaft.

In den derzeit schwierigen Diskussionen mit der Europäischen Union sei dies kein unbedeutender Trumpf, sagte der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Der Campus Biotech sei das Resultat der bedeutendsten Partnerschaft zwischen den öffentlichen Institutionen und Privaten der vergangenen Jahre in der Schweiz, sagte Schneider-Ammann. (thu/sda)

Erstellt: 22.05.2015, 18:46 Uhr

Artikel zum Thema

«Ich zähle das Geld nicht jeden Tag»

12 Milliarden Franken soll das Vermögen von Hansjörg Wyss betragen. Was er zum SNB-Coup sagt. Und: Hat er Geld verloren? Mehr...

Schenken und schweigen

Der 79-jährige Berner Unternehmer und Milliardär Hansjörg Wyss finanziert nach Boston und Genf auch in Zürich ein Forschungszentrum und stiftet dafür 120 Millionen Franken. Mehr...

«Bis in einem Jahr rechnen wir mit ersten Meilensteinen»

Interview Wie kam es zur 120-Millionen-Schenkung an Uni und ETH Zürich und was ist damit geplant? Dazu Simon Hoerstrup, Co-Direktor des Forschungszentrums. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Promotion

Kostenlose Ebooks

Laden Sie in unserem Weiterbildungs-Channel kostenlos Ebooks herunter.

Die Welt in Bildern

Hinter den Kulissen: Models werden an der Moskauer Fashion Week geschminkt uns posieren für Selfies (24. März 2017).
(Bild: Maxim Shipenkov) Mehr...