«Das globale Salärniveau wird nicht in Schaffhausen festgelegt»
Aktualisiert am 30.06.2010 29 Kommentare
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Arbeitgeber-Präsident Rudolf Stämpfli hat am Mittwoch mehr Bewegung in der Schweizer Politik gefordert. Die Blockade der linken und rechten Pole müsse durchbrochen werden, um die Stärken der Schweiz zu bewahren, sagte Stämpfli am Arbeitgebertag 2010.
Zum wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz trage der freie und offene Arbeitsmarkt sowie das soziale Sicherungssystem bei, erklärte der Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands vor Vertretern aus Wirtschaft und Politik in Bern.
Beim Arbeitsmarkt machen Stämpfli unter anderem zwei von der SP und von Gewerkschaftsseite lancierte Initiativen Sorgen. Die Mindestlohn-Initiative gefährde Arbeitsplätze und sei kontraproduktiv, erklärte der Berner Druckerei- und Verlagsunternehmer. Auch die Forderung nach Lohnobergrenzen in Unternehmen hält Stämpfli für verfehlt.
Villiger warnt vor «wirtschaftspolitischen Eigentoren»
Auch UBS-Präsident und Ex-Bundesrat Kaspar Villiger erlaubte sich in seiner Rede eine kritische Bemerkung zu dieser Forderung. «Das globale Salärniveau wird nicht in Schaffhausen festgelegt, und in Herrliberg wahrscheinlich auch nicht», sagte er mit Blick auf die Diskussion um Managerlöhne. In Neuhausen bei Schaffhausen ist das Unternehmen des Initianten der Abzocker-Initiative, Thomas Minder. Herrliberg ZH ist der Wohnsitz von Christoph Blocher.
Die politische Stimmung in der Schweiz sei zurzeit sehr emotional, sagte Villiger weiter in seiner Rede. Es gelte nun kühlen Kopf zu bewahren, sonst drohten «wirtschaftspolitische Eigentore», erklärte der ehemalige Bundesrat.
Gegen «Strafaktionen» für Grossbanken»
Der Bankpräsident warnte insbesondere vor Eile, helvetischem Perfektionismus und «spontanen Strafaktionen» bei der Regulierung der Schweizer Grossbanken. Zuerst müssten die globalen regulatorische Entscheide abgewartet werden. Die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) sei aber bereit, in Bezug auf Kapital, Leverage Ratio und Liquidität zu den stabilsten zu gehören, betonte Villiger.
Die Bank habe gegenüber der Schweiz eine Bringschuld, und Verwaltungsrat und Geschäftsleitung setzten alles daran, diese Schuld zu begleichen, «ja haben sie auf weite Strecken schon beglichen». «Wir denken, dass die UBS kein untragbares Risiko für dieses Land mehr ist.»
(oku/sda)
Erstellt: 30.06.2010, 17:12 Uhr
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29 Kommentare
Banken sind ein notwendiges Übel unserer Gesellschaft. Grundsätzlich ist jeder frei zu entscheiden, mit welcher Bank er geschäften und welche Aktien er besitzen will. Aus der direkten Staatsbeteiligung zur Stützung der UBS hat der Bund über 1 Mrd Gewinn erzielt und auch die Positionen der SNB reduzieren sich laufend. Trotzdem muss die Politik dafür sorgen, dass sich dies nicht wiederholt! Antworten
Die Nachricht hoere ich wohl Herr Villiger, allein mir fehlt der Glaube. Wie am G-20 Gipfel ja schon sichtbar wurde, wird sich global gar nichts aendern. Also werden auch Sie letztlich nichts tun muessen. Alles wie gehabt. Mein Ja zur Abzockerinitiative ist unumstoesslich und wird durch Voten wie die Ihre nur bestaerkt. Gesundes Unternehmertum ja, aber die profane Abzocke muss am Pranger bleiben! Antworten
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