Wirtschaft

«Das globale Salärniveau wird nicht in Schaffhausen festgelegt»

Am Arbeitgebertag warnt UBS-Präsident Kaspar Villiger indirekt vor der Abzocker-Initiative. Verbandspräsident Rudolf Stämpfli wird noch konkreter.

Seine Bank sei bereit, zu den stabilsten zu gehören: UBS-Präsident Kaspar Villiger am Arbeitgebertag in Bern.

Seine Bank sei bereit, zu den stabilsten zu gehören: UBS-Präsident Kaspar Villiger am Arbeitgebertag in Bern.

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Arbeitgeber-Präsident Rudolf Stämpfli hat am Mittwoch mehr Bewegung in der Schweizer Politik gefordert. Die Blockade der linken und rechten Pole müsse durchbrochen werden, um die Stärken der Schweiz zu bewahren, sagte Stämpfli am Arbeitgebertag 2010.

Zum wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz trage der freie und offene Arbeitsmarkt sowie das soziale Sicherungssystem bei, erklärte der Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands vor Vertretern aus Wirtschaft und Politik in Bern.

Beim Arbeitsmarkt machen Stämpfli unter anderem zwei von der SP und von Gewerkschaftsseite lancierte Initiativen Sorgen. Die Mindestlohn-Initiative gefährde Arbeitsplätze und sei kontraproduktiv, erklärte der Berner Druckerei- und Verlagsunternehmer. Auch die Forderung nach Lohnobergrenzen in Unternehmen hält Stämpfli für verfehlt.

Villiger warnt vor «wirtschaftspolitischen Eigentoren»

Auch UBS-Präsident und Ex-Bundesrat Kaspar Villiger erlaubte sich in seiner Rede eine kritische Bemerkung zu dieser Forderung. «Das globale Salärniveau wird nicht in Schaffhausen festgelegt, und in Herrliberg wahrscheinlich auch nicht», sagte er mit Blick auf die Diskussion um Managerlöhne. In Neuhausen bei Schaffhausen ist das Unternehmen des Initianten der Abzocker-Initiative, Thomas Minder. Herrliberg ZH ist der Wohnsitz von Christoph Blocher.

Die politische Stimmung in der Schweiz sei zurzeit sehr emotional, sagte Villiger weiter in seiner Rede. Es gelte nun kühlen Kopf zu bewahren, sonst drohten «wirtschaftspolitische Eigentore», erklärte der ehemalige Bundesrat.

Gegen «Strafaktionen» für Grossbanken»

Der Bankpräsident warnte insbesondere vor Eile, helvetischem Perfektionismus und «spontanen Strafaktionen» bei der Regulierung der Schweizer Grossbanken. Zuerst müssten die globalen regulatorische Entscheide abgewartet werden. Die UBS (UBSN 12.93 1.57%) sei aber bereit, in Bezug auf Kapital, Leverage Ratio und Liquidität zu den stabilsten zu gehören, betonte Villiger.

Die Bank habe gegenüber der Schweiz eine Bringschuld, und Verwaltungsrat und Geschäftsleitung setzten alles daran, diese Schuld zu begleichen, «ja haben sie auf weite Strecken schon beglichen». «Wir denken, dass die UBS kein untragbares Risiko für dieses Land mehr ist.»

(oku/sda/)

Erstellt: 30.06.2010, 17:12 Uhr

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29 Kommentare

Stefan Werner

25.11.2010, 12:23 Uhr
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Nach wie vor fehlt jeglicher Beweis dafür, dass ein CxO für 30 Millionen seiner Firma langfristig wirklich mehr einbringt als einer für eine Million. Trotzdem wird argumentiert, es sei der Untergang der Wirtschaft, wenn man die US-Grossfirmen nicht mehr im Lohnwahnsinn überbiete.... Antworten


Ulrich Scheidegger

01.07.2010, 13:58 Uhr
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Ein Mindestlohn ist ganz einfach eine soziale Gerechtigkeit und Ehrlichkeit -und vernichtet weniger Arbeitsplätze als die Abzockereien, Produktions -und NowHowAuslagerungen verschiedenster Schweizer Branchen. Und ein Mindestlohn ist ja auch nicht ein Salär -daher kann dieser wohl in der Schweiz festgelegt werden, warum nicht auch etwa in Schaffhausen. Antworten


Ruthild Auf der Maur

01.07.2010, 09:39 Uhr
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K. Villiger verschweigt, dass in den USA einige der Top-Top-Manager trotz Lohnkürzungen auf ihren Posten geblieben sind. Die Plätze ganz oben für gut bezahlte Posten sind begrenzt. Er hatte noch nie grosse Vertrauenswürdigkeit. Mit seiner Arroganz und Uneinsichtigeit, die er an den Tag legt, verliert er sie ganz. Auch ich werde die Abzocker-Initiative unterschreiben. Antworten


Ruthild Auf der Maur

01.07.2010, 09:19 Uhr
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@Stefan Bucher: Unsere Grossbanken sind für die nächsten vier bis sechs Jahre von den Steuern befreit. Rechnet man diese Jahre den Boomjahren 2005-2007 an, reduziert sich der "berühmte Steueranteil" erheblich. Die Mär der grossen Steuerzahler dürfen Sie getrost ad acta legen. Antworten


Fredy Huber

01.07.2010, 07:46 Uhr
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Für mich gilt: will man der Volkswirtschaft Gutes tun, sollte man sehr aufmerksam zuhören, wenn Spitzenbanker etwas sagen. Um dann das Gegenteil zu tun. Antworten


Oliver Bär

01.07.2010, 07:26 Uhr
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Mit dem Geld im Stab-Fund könnte man immer noch mehr als eine ganze NEAT bauen. Der Täter darf nicht für den Richter entscheiden, ob er eine Gefahr für das Land ist. Antworten


Werner Recher

30.06.2010, 22:56 Uhr
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Kaspar Villiger hielt ich immer für eine einigermassen anständige Persönlichkeit. Bis jetzt. Nun ist er schlicht arrogant. Mit etwas Sensibilität würde er spüren, dass in Schaffhausen und Herrliberg nichts festgelegt, sondern dem Volkszorn eine Stimme verliehen wird. Aber anscheinend werden in den oberen Etagen besagter Grossbanken jegliche Reste von Anstand schnell und nachhaltig vernichtet. Antworten


Bruno Bänninger

30.06.2010, 22:39 Uhr
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Die Gier ist die Wurzel allen Übels. Obschon klar ist, dass die die alles kaufen können nicht glücklicher sind sondern darüber grübeln, was kaufe ich, wenn ich alles habe? Man kann ein Haus kaufen, aber kein Heim, eine goldene Uhr, aber keine Zeit, ein Luxusbett, aber keine Ruhe und keinen Schlaf, man kann alles kaufen aber kein Glück. Kein Gesetz verhindert Gier. Es braucht Werte und Tugenden. Antworten


Marc Zimmer

30.06.2010, 22:28 Uhr
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die Herrn Viliger und Stampfli outen sich hiermit wieder einmal als Phrasendrescher. @Villiger: es ist ein Unterschied eine der stabilsten Banken sein zu wollen und es tatsächlich auch zu sein. =Peinlich, wie wärs, wen Sie wieder in Rente gehen. @ Stampfli: Komisch, irgendwie habe ich das Gefühl, das mit der Gefährdung der Arbeitsplätze schon mal gehört zu haben, nur wo und in welchem Kontext... Antworten


marie berner

30.06.2010, 21:54 Uhr
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herr bucher, immer dieses beschwören der steuern der grossverdiener. der schweizer banker mit dem grössten lohn im lande wird pauschalbesteuert. was sollen wir mit diesen paar fränkli?? Antworten


Markus Weilenmann

30.06.2010, 21:51 Uhr
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...Ja, klar Herr Villiger, das Salärniveau wird nicht in Schafffhausen oder Herrliberg festgelegt. Aber Schaffhausen und Herrliberg sind Teile dieser Welt und die Bestrebungen, die von dort kommen, haben eine grosse Strahlkraft, weil sie eine globale Strömung aufnehmen. Es ist darum lächerlich, wenn Sie diese Bestrebungen zu lokalisieren trachten, indem Sie diese als "provinzlerisch" abtun Antworten


Fabio Meier

30.06.2010, 21:11 Uhr
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Das Salärniveau WIRD aber in Schaffhausen festgelegt werden, Herr Villiger. Die Abzockerinitiative wird haushoch vom Volk dieses Landes, das Ihrer Firma Gastrecht gibt und sie schon bald zum vierten Mal retten muss, angenommen. Das ist klar, deshalb haben SIe ja auch solche Angst! Antworten


Daniel Jaggi

30.06.2010, 20:49 Uhr
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Diese peinlichen Diskussionen über die Höhe der Löhne ist doch total daneben. Es geht insbesondere den Staat nichts an, wieviel die Wirtschaftselite an Lohn kriegt! Und auch dem Bürger kann das egal sein, alles andere ist purer Neid. Wenn man die Leistungen dieser Topleute mit derer der Bundesangestellten vergleichen würde, bin ich überzeugt, dass ein Vasella und Dougan ihr Geld wert sind! Antworten


Jonas Banholzer

30.06.2010, 20:44 Uhr
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Wenn Initiativen, welche ethisch legitime Löhne fordern, kontraproduktiv sind, dann ist unser System ganz einfach gescheitert. Die "unsichtbare Hand des Marktes", wie sie von Marktgläubigen wie Villiger immer gepredigt wird, greift scheinbar eben nicht ein, da die blanke Gier fürs Grosskapital noch immer am rentabelsten ist. Die Restbevölkerung muss dafür bezahlen! Merkts euch, 2011 sind Wahlen! Antworten


James Lehmann

30.06.2010, 19:13 Uhr
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Ich glaube nicht, dass wir keine guten Leute mehr kriegen nur weil keine exorbitante Löhne, welche jenseits von Gut und Böse liegen, gezahlt werden können. Neben dem Geld gibt es etlich andere Dinge, die wichtig sind. Ausserdem könnte man das Ganze umorganisieren, denn dass da ein Einzelner an der Spitze steht, finde ich nicht sinnvoll. Darum sollte man sich ebenso Gedanken machen. Antworten


Stefan Bucher

30.06.2010, 18:54 Uhr
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Das Bankenbashing ist ja so langweilig und tief unter das Stammtischniveau gestuerzt. Ganz einfach, die Jobs mit den hohen Loehnen koennen von jedem beliebigem Land ausgefuehrt werden, halt dann ohne Steuern und Sozialabgaben in der Schweiz zu zahlen. Bisher war die Schweiz immer klueger und hat sich nicht zu selbstschaedegendem Populismus hinhalten lassen. Antworten


Hansueli Zürcher

30.06.2010, 18:40 Uhr
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Alles wie gehabt. Aber ehrlich WER hat wirklich etwas anderes erwartet? Antworten


Roland Moser

30.06.2010, 18:26 Uhr
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Das "soziale Sicherungssystem" wird auch durch Schulden finanziert. Grund ist die sich ständige öffnende Lohnschere. Der Wirtschaftsliberalismus verlangt gem. Theorie (Adam Smith) kleine Einkommens- und Vermögensunterschiede um funktionieren zu können. Wir haben ein destruktives System, welches den Reichtum einer bestimmten Kaste fördert. Die Schweizerische! Volks!partei kümmerts nicht. Antworten


Tom Arn

30.06.2010, 18:14 Uhr
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Es drohen wirtschaftspolitische Eigentore. Herr Villiger, ist es nicht so, dass die UBS selber, der Volkswirtschaft den grösstmöglichen Schaden zugefügt hat. Kommt die Wirtschaft nun wieder mit hohlen Phrasen, die die Pfründe einiger weniger (Investmentbanker und Grossspekulanten) erneut verteidigen sollen. Pensionskassen und Mitarbeitende zahlen dann wiederum die Zeche! So sprechen Marionetten! Antworten


Thomas Müller

30.06.2010, 18:11 Uhr
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Ich werde blindlings alles unterschreiben oder an der Urne annehmen was auch nur Ansatzweise den Hauch von Anti-Abzocker versprüht, auch wenn es negative Konsequenten für die Wirtschaft haben könnte. Freie Marktwirtschaft ja, aber mit Anstand und Respekt. Antworten


Urs Keller

30.06.2010, 18:09 Uhr
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Solange die UBS weiteren Kapitalabfluss erzeugt und dabei weiterhin für Kaderleute und Investmentbanker als Selbstbedienungsladen fungiert wird das Vertrauen in diese Bank nicht verbessert. Auch das globale Salärniveau wird nicht mehr lange von den Abzockern bei UBS und USA bestimmt, denn die nächste Krise zeichnet sich durch den fallenden $ und EURO ab. Antworten


Christoph Geiser

30.06.2010, 17:58 Uhr
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Aha. Irgendwie ist es ja erstaunlich, dass es den Banken offenbar besser ging, als die Kader nicht am internationalen und überbezahlten Markt gesucht wurden. Antworten


Jack Meier

30.06.2010, 17:48 Uhr
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Banken sind ein notwendiges Übel unserer Gesellschaft. Grundsätzlich ist jeder frei zu entscheiden, mit welcher Bank er geschäften und welche Aktien er besitzen will. Aus der direkten Staatsbeteiligung zur Stützung der UBS hat der Bund über 1 Mrd Gewinn erzielt und auch die Positionen der SNB reduzieren sich laufend. Trotzdem muss die Politik dafür sorgen, dass sich dies nicht wiederholt! Antworten


Robert Koch

30.06.2010, 17:41 Uhr
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Villiger plappert munter drauflos, inkompetent, wie eh und je. Er hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden und schiesst für seine UBS ein Eigentor nach dem anderen. Solche Leute sind volkswirtschaftlich eine Hypothek. Antworten


Alois Amrein

30.06.2010, 17:36 Uhr
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Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Die Lippenbekenntnisse von Kaspar Villiger: "Seine Bank sei bereit, zu den stabilsten zu gehören." Der Aktienkurs der UBS spricht leider eine sehr andere Sprache, und die Prozesse gegen die UBS in den USA auch. Fazit: Nichts gelernt aus der Krise, beim Staat / Steuerzahler wahrscheinlich bald wieder die hohle Hand machen und dafür Boni auszahlen. Antworten


Kurt Hauser

30.06.2010, 17:33 Uhr
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Bei einer neuerlichen Bankenkrise dürfen wir Steuerzahler ja wieder ran..... Antworten


Hans Frei

30.06.2010, 17:25 Uhr
Melden

Scheinbar sind die Banken unsichere und schlechte Arbeitgeber, sonst müssten sie nich so hohe Risikoprämien für ihre Mitarbeiter bezahlen. Vielleicht sind das auch Vorabzahlungen falls einer in Florida im Knast landet. Mit der Leistung hat das wohl nichts zu tun, oder die Boni werden proportional zur Wohlstandsvernichtung berechnet. Antworten


Lukas Lautenschlager

30.06.2010, 17:24 Uhr
Melden

Mit anderen Worten: Der Selbstbedinungsladen soll so weitergehen. Eine Schande! Antworten


Thomas Hanhart

30.06.2010, 17:23 Uhr
Melden

Die Nachricht hoere ich wohl Herr Villiger, allein mir fehlt der Glaube. Wie am G-20 Gipfel ja schon sichtbar wurde, wird sich global gar nichts aendern. Also werden auch Sie letztlich nichts tun muessen. Alles wie gehabt. Mein Ja zur Abzockerinitiative ist unumstoesslich und wird durch Voten wie die Ihre nur bestaerkt. Gesundes Unternehmertum ja, aber die profane Abzocke muss am Pranger bleiben! Antworten



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