Wirtschaft

Das Streikfieber greift um sich

Airline-Angestellte rundherum drohen ihren Chefs, den Piloten der Lufthansa in den Arbeitskampf zu folgen. Auch der Lufthansa selber droht eine zweite Streikfront.

Hier soll nichts mehr gehen: Pariser Flughafen Charles de Gaulle.

Hier soll nichts mehr gehen: Pariser Flughafen Charles de Gaulle.
Bild: Keystone

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Der Lufthansa (LHA 10.71 -0.05%) droht ein weiterer Arbeitskampf. Nach den Piloten wollen nun auch die Stewardessen und Stewards streiken, falls die Airline nicht umgehend Verhandlungen über den gekündigten Tarifvertrag für die rund 16'000 Flugbegleiter aufnimmt.

Die Gewerkschaft «Unabhängige Flugbegleiter Organisation» (UFO) verlangt nach Angaben vom Montag vor allem Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Die Gehälter sollen um einen Festbetrag erhöht werden, damit die Reallöhne erhalten bleiben. Die Lufthansa habe bislang keine Gespräche über den Ende Februar auslaufenden Vertrag angeboten, sagte UFO-Vertreter Nicoley Baublies. Die Gewerkschaft werde den Konzern deshalb «nötigenfalls durch Warnstreiks an den Verhandlungstisch bewegen».

Die Lotsen streiken in Paris...

In Paris wollen derweil die Fluglotsen von Dienstag an in einen viertägigen Streik treten, um gegen eine Zusammenlegung der nationalen Flugsicherungen in der EU zu protestieren. Die von Brüssel geplante Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums werde zu einem Jobabbau in Frankreich und zu schlechteren Arbeitskonditionen führen, lautet die Sorge der französischen Fluglotsen.

Fünf Gewerkschaften haben zu dem Streik aufgerufen. Vor allem für die Pariser Flughäfen Charles de Gaulle und Orly werden Beeinträchtigungen erwartet. Bei einem vergleichbaren Streik im Vormonat waren bis zu 50 Prozent der Flüge ausgefallen.

...und Flugbegleiter in England

Bereits Anfang kommender Woche droht zudem der nächste Schlag für europäische Flugreisende: Das Kabinenpersonal der British Airways, eine der grössten Fluggesellschaften der Welt, will ebenfalls die Arbeit niederlegen, um so gegen die drohenden Sparmassnahmen zu demonstrieren.

Auf Mittwoch ist ausserdem in Griechenland wieder ein Streiktag im gesamten öffentlichen Sektor angesagt. Auch dieser hätte weitreichende Folgen für den Flugverkehr, wie der 10. Februar 2010 zeigte, an dem ebenfalls gestreikt wurde: Sämtliche Flüge von und nach Griechenland wurden gestrichen. (sam/ddp/)

Erstellt: 22.02.2010, 16:39 Uhr

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