«Das Geschäft stärker auf die Ultrareichen ausrichten»
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 01.11.2011 66 Kommentare
(DerBund.ch/Newsnet)
-
Fazit
Die Zahlen, die die Credit Suisse heute präsentiert hat, waren enttäuschend. Entsprechend scharf wurde die Bank heute von der Börse bereits abgestraft. CEO Brady Dougan betont immer wieder - heute wie schon bei früheren Gelegenheiten - dass die Bank im Vergleich zu anderen Instituten vorbildlich die Regeln einhalte und den Anforderungen sogar vorauseile.
Der bisher unbefriedigende Geschäftsverlauf hat die Bank auch dazu veranlasst, nach einem bereits angekündigten Abbau von 2000 Stellen heute die Streichung von weiteren 1500 Stellen bekannt zu geben.
Brady Dougan meint, die Bank würde in wieder besseren Zeiten auf den Märkten von der Umstrukturierung, die sie jetzt vornimmt, besonders stark profitieren. Doch von einer Normalität ist dort momentan noch weit und breit nichts zu sehen. Darauf hat auch die Credit Suisse heute selber aufmerksam gemacht. So bleibt es denn auch nicht ausgeschlossen, dass die Bank weiter nicht zur Ruhe kommt und noch weitere Einschnitte und Stellenstreichungen vornehmen muss. Damit wird die Credit Suisse aber nicht alleine bleiben. Davon ist die ganze Finanzbranche betroffen. -
10.11
Die Veranstaltung ist beendet. Gleich folgt ein kurzes Fazit.
-
10.10
Eine Journalistin fragt, ob die heute ankündigten Abbaumassnahmen in der Beschäftigung die letzten solchen Massnahmen seien. Dougan reagiert darauf ausweichend: Die heutige ankündigten Massnahmen würden es ermöglichen, im neuen Umfeld erfolgreich zu sein, meint er.
-
10.08
Ein Journalist fragt, wann die Credit Suisse die Kernkapitalquote nach Basel III erreichen werde. Dougan sagt, seine Bank sei immer allen voraus. Bis zum 1. Januar 2013 wolle man das Ziel bereits übertroffen haben, das nach diesem Regelwerk erst 2019 eingehalten werden muss.
-
10.04
Erneut ist der Kontakt unterbrochen.
-
10.02
Auf eine Frage zu den gemachten Rückstellungen in den USA will Dougan nichts weiter sagen und spielt damit auf die offene Auseinandersetzung mit den dortigen Behörden an.
-
10.01
Im Geschäft mit den Ultrareichen sei die Credit Suisse vor allem so stark, weil sie so integriert aufgebaut sei und alle Dienstleistungen anbieten könne.
-
10.00
Eine Journalistin will wissen, wie viele Leute beim Stellenabbau wo betroffen sind. Dougan sagt, das könne man im Moment noch nicht im Detail sagen.
-
9.59
Ein Journalist meint, die zusätzlichen Stellenstreichungen seien doch eine kurzfristige Massnahme und würden schlecht zur neuen langfristigen Strategie passen. Dougan kontert und sagt, es sei genau das Gegenteil der Fall.
-
8.57
Angesprochen auf die strengeren Regeln der Schweiz, meint Dougan, dass jetzt auch andere nachfolgen würden und dass sich damit zeige, wie vorteihaft es für die Credit Suisse sei, hier sich früh darauf eingestellt zu haben.
-
8.53
Technische Probleme führen wieder zu einer Unterbrechung der Übertragung.
-
8.52
Ein Journalist bezweifelt, dass die Bank hier als erste mit dem Abbau des Risikokapitals beginnt. Dougan kontert dem und sagt, hier sei die Bank in der Tat vorangegangen und sie sei hier tatsächlich weiter vorangeschritten als irgendeine andere Bank. Die CS sei sehr gut aufgestellt, wenn tatsächlich die neuen Regulierungen auch weltweit wie geplant eingeführt würden.
-
8.47
Auf eine Frage spricht Dougan über die Konsolidierung der ganzen Branchen. Grundsätzlich sei Grösse ein Vorteil meint er. Doch mit dem neuen regulatorischen Umfeld sei das nicht mehr so gegeben.
-
9.46
Die Fragerunde hat begonnen. Ein Journalist meint, hier wurde in 40 Minuten heruntergerasselt, was eine andere Firma während eines ganzes Tages vermittelt hätte.
-
9.45
Dougan fasst noch einmal seine neue Strategie zusammen und betont wiederholt, dass die Bank damit gut für die Zukunft gerüstet sei.
-
9.43
Nach allen Massnahmen zur Reduktion der risikogewichteten Anlagen sollen diese sich nach Basel III bis Ende 2014 auf 285 Milliarden belaufen.
-
9.40
Brady Dougan führt aus, wie die Credit Suisse den Anteil des Geschäfts in den Schwellenländern an den Erträgen der Gesamtbank bis 2014 von 15 Prozent auf 25 Prozent steigern will.
-
9.37
Der CEO zeigt anhand einer Tabelle, wie die Credit Suisse die risikogewichteten Anlagen nach Basel III im Detail reduzieren will. Es werden vor allem diese Geschäfte abgebaut, die auch am wenigsten produktiv sind. Insgesamt sollen die risikogewichteten Anlagen um 100 Milliarden Franken gesenkt werden.
-
9.33
Dougan zeigt, dass im Investmentbanking die Eigenkapitalrendite allein durch den Übergang der Regulierung von Basel 2 auf Basel 3 (mit strengeren Kapitalanforderungen) von 19 Prozent auf 10 Prozent sinkt.
-
9.28
Die sehr Reichen - Milliardäre - sind das am stärksten wachsende Kundensegment der Credit Suisse. Auf diese Kundschaft will sich die Bank noch stärker konzentrieren.
-
9.27
Dougan spricht über die Massnahmen: Im Private Banking setzt die CS vor allem auf die sehr reiche Kundschaft. Man will den Marktanteil in der Schweiz steigern, aber auch in den Schwellenländern.
-
9.24
Dougan spricht von den schwierigen vorherrschenden Bedingungen: Dazu zählen die schwierigen Wachstumserwartungen, tiefe Zinsen, ein teurer Franken, Unsicherheiten in Bezug auf die Eurozone und die Herausforderungen in Bezug auf die neuen regulatorischen Erfordernisse.
-
9.22
Nach der Zahlenpräsentation übernimmt jetzt wieder Brady Dougan.
-
9.22
Mathers spricht jetzt über die Stärke der CS-Bilanz. Er sagt, die Bank würde die neuen Erfordernisse für EU-Banken mit einer Kernkapitalquote von 9 Prozent gemessen an gewichteten Anlagen bereits erfüllen.
-
9.20
Technische Störungen führten zu einer Unterbrechung der Übertragung.
-
9.19
David Mathers ist jetzt bei den Resultaten des Asset Managements angekommen, wo die Bank auch einen tieferen Gewinn erzielt hat als im Vorquartal und im Vorjahresquartal.
-
9.16
Die schwierigen Marktumstände hätten hier einen besonders grossen Einfluss auf das schlechte Ergebnis gehabt.
-
9.15
Der Finanzchef geht auf die Details der Zahlen zum Investmentbanking ein, wo die Bank im vergangenen Quartal einen Verlust verzeichnet hat.
-
9.13
Mathers zeigt sich zufrieden, dass die Bruttomarge im Vermögensverwaltungsgeschäft trotz der schweren Marktumstände mit 1,14 Prozent hoch geblieben sei.
-
9.10
Finanzchef David Mathers erläutert die Details zu den Zahlen. Zu den bereits im letzten Quartal angekündigten Kostensparmassnahmen sagt er, 75 Prozent des Jobabbaus sei bereits bis zum Oktober erfolgt.
-
9.05
Brady Dougan hat die Präsentation eröffnet. Unter wieder besseren Umständen auf den Märkten, würde die Credit Suisse überproportional profitieren, sagt Dougan wie schon bei früheren Veranstaltungen.
-
Die Fakten
Die Credit Suisse (CS) baut noch einmal rund 1500 Stellen ab. Bereits im Juli hatte die Grossbank die Streichung von 2000 Stellen angekündigt. Der Abbau trifft vor allem das Investmentbanking, das die CS verkleinert, von Risiken entrümpelt und neu ausrichtet.
Auch Mitarbeiter im Privatkundengeschäft dürfte der neuerliche Stellenabbau treffen. Diese arbeiten zu einem grossen Teil in der Schweiz, im Gegensatz zu den Investmentbankern, welche die CS vor allen in den Weltfinanzzentren London und New York beschäftigt.
Ziel sei es, in den kommenden zwei Jahren 2 Milliarden Fr. einzusparen, sagte CS-Finanzchef David Mathers am Dienstag. Im Sommer hatte die Bank als Ziel noch 1,2 Milliarden Fr. an Kostenreduktionen angegeben.
Das schwankungsanfällige Investmentbanking hat im dritten Quartal einen Vorsteuerverlust von 190 Millionen Franken erlitten. Im Private Banking mit den Bereichen Wealth Management und Corporate & Institutional Clients (das Geschäft mit Schweizer Firmenkunden und institutionellen Anlegern wie Pensionskassen) betrug das Ergebnis 183 Millionen vor Steuern. Corporate & Institutional Clients alleine brachte es auf einen Vorsteuergewinn von 217 Millionen Franken. Das geringere Gesamtresultat des Private Banking geht auf Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten zurück.
Der gesamte Reingewinn der Bank belief sich im dritten Quartal auf 683 Millionen Franken nach Steuern. (SDA)
Erstellt: 01.11.2011, 09:08 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
66 Kommentare
Wirtschaft
- 16:18Noch mehr Konkurrenz für Nespresso
- 13:54Spanien will seine Banken selber sanieren
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 26.05.2012Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Bitte warten
