Wirtschaft

Credit Suisse verstärkt die Datensicherheit

Von Andreas Flütsch, David Nauer, Arthur Rutishauser und Daniel Friedli. Aktualisiert am 15.07.2010

CS-Berater hätten «systematisch Beihilfe» bei Steuerhinterziehung geleistet. Jetzt will CS das Sicherheitsdispositiv verschärfen und damit den Datendiebstahl erschweren.

Bild: Schaad

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10 Staatsanwälte und 150 Beamte durchsuchten gestern die 13 deutschen CS-Fililalen. Heute soll es weitergehen. Die Bank kooperiert nach eigenen Angaben mit den Ermittlern. Das heisst, mit dem Einverständnis von Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) werden Befragungen von Mitarbeitern durchgeführt. Die Razzien stehen im Zusammenhang mit der CD, die Deutschland für 2,5 Millionen Euro gekauft hat. Darum ergriff die Bankleitung eine Reihe von Massnahmen und will das Sicherheitsdispositiv weiter verschärfen.

«Crossborder plus»

Die Gefahr von Datendiebstählen soll auf zwei Ebenen reduziert werden: Die Anzahl Personen mit Zugriff auf sensible Kundendaten wird auf ein Minimum beschränkt – ebenso das Ausmass des Zugriffs. Auch technische Massnahmen sollen die Bank besser gegen Datenklau absichern. Zudem wird das Personal geschult. Jede Reise nach Deutschland muss bewilligt werden.

Zum Programm mit dem Namen «Crossborder plus» gehören Handbücher, die sagen, was bei deutschen Kunden zulässig ist und was nicht. Heikel ist aber, dass unter dem Titel «Multishore» in deutschen Filialen die Verwaltung deutscher Gelder auch in der Schweiz und Singapur ermöglicht wird. Je nach Auslegung ist hier die Grenze zur Beihilfe zur Steuerhinterziehung fliessend.

Das CS-Datenleck führte zu rund 1500 Steuerverfahren, allerdings fehlen auf der CD die Namen der Kundenberater. Danach suchen die Staatsanwälte in deutschen CS-Filialen. Laut der «Süddeutschen Zeitung» hat der Datendieb den Ermittlern eine CS-interne Sudie zugespielt, aus der hervorgeht, dass 88 Prozent der deutschen Gelder bei CS nicht versteuert sind. Die Fahnder hätten seit dieser Lektüre die «unumstössliche Überzeugung, dass Bankmitarbeiter über Jahre hinweg systematisch Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet hätten». Die Unterlagen enthalten «strategische Methoden einer von den Bankmitarbeitern erwarteten Beihilfe». CS dementiert.

Abbruch der Gespräche

Das Finanzdepartement, das mit Deutschland über eine Abgeltungssteuer verhandelt, erfuhr von der Razzia aus den Medien. Inoffiziell heisst es, die Gespräche gingen weiter. SVP-Chef Toni Brunner forderte den sofortigen Abbruch der Gespräche. CVP-Nationalrat Pirmin Bischof sprach von «Vertrauensbruch». (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.07.2010, 09:45 Uhr

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