Wirtschaft

Credit Suisse inszeniert sich als Dienstleisterin für die kleinen Leute

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 27.09.2011 12 Kommentare

Die neue Kommunikations-Chefin Pamela Thomas-Graham präsentiert ihre erste grosse Kampagne. Dabei wird deutlich: Die CS versucht, den Ruf der Branche zu retten.

1/4 Lindt-Chef Ernst Tanner und der Schokoladebär lächeln für die Credit Suisse in die Kamera.

   

Pamela Thomas-Graham wirkt seit dem 1. Januar 2010 in der Geschäftsleitung der Credit Suisse. Sie ist zuständig für die oberste Personalstrategie, Markenpositionierung und Kommunikation.

Thomas-Graham hat an der Harvard Business School studiert. Sie wurde als erste schwarze Frau Partnerin bei der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Danach leitete sie unter anderem den Fernsehsender CNBC.

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Es ist der erste grosse Auftritt der neuen Chefin. Pamela Thomas-Graham, seit dem 1. Januar 2010 Chief Talent, Branding and Communication bei der Credit Suisse, (CSGN 19.09 -1.39%) beschert der Öffentlichkeit eine der auffälligsten Imagekampagnen der letzten Jahre. Auf ausladend gestalteten Bildern lächelt der Lindt-Chef gemeinsam mit einem Schoggibär, blickt eine Modedesignerin nachdenklich vor phantasievoller Kulisse, fährt ein Skifahrer unter einer Schneewolke über kitschig grüne Hügel.

Die Botschaft der Bank ist klar. Nach weltweiter Finanzkrise, inmitten des Streits um undeklarierte Gelder und heftiger Kritik am Investmenbanking inszeniert sich die Credit Suisse als Unternehmen im Dienst des einzelnen Menschen und der einzelnen Firma. Pamela Thomas-Graham, die einst die Fernsehstation CNBC zum Erfolg führte, will offenbar das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen.

Fokus auf das traditionelle Geschäft

So direkt sagt sie das natürlich nicht. Sie sagt es so: «Die einzelnen Anzeigen veranschaulichen, wie wir uns dafür einsetzen, ein vertrauenswürdiger Finanzpartner für unsere Kunden zu sein», lässt sie zum Start der Kampagne verlauten. Die Plakate hängen weltweit an den Wänden. Auch in den USA, wo die Credit Suisse gerade unter Druck steht, weil sie unversteuerte Gelder von vermögenden US-Bürgern auf ihren Konten haben soll.

«Es ist uns bewusst, dass die Zeiten nicht einfach sind», sagte eine Sprecherin der Credit Suisse. «Aber wir wollen zeigen, dass wir da sind.» Demonstrativ glückliche Kunden mitten im Sturm – hat die Credit Suisse keine Angst vor zynischen Bemerkungen? «Wir machen das aus einer Position der Stärke heraus», heisst es. Man glaube daran, dass sich die Branche erholen werde.

Auf wichtige Märkte konzentrieren

Im Juli hat die Credit Suisse einen Gewinnrückgang und den voraussichtlichen Abbau von 2000 Stellen bekannt gegeben, davon 500 in der Schweiz. Sie werde sich künftig noch mehr auf die wichtigen Märkte und Regionen konzentrieren, kündigte die Bankspitze bei der Pressekonferenz zum Quartalsbericht an. Welche das sind, lässt sich nun wohl aus den Orten ablesen, an denen die Plakate besonders früh und zahlreich hängen werden: Schweiz, China, Hongkong, Singapur, Grossbritannien. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.09.2011, 14:28 Uhr

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12 Kommentare

Daniel Meier

27.09.2011, 15:05 Uhr
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Wer so einen Schwindel der CS abkauft und glaubt, dem kann man nicht helfen. Die CS gehört in allen Bereichen zu den teuersten Dienstleistern und der Service ist aber unterdurchschnittlich. Da nützt auch die beste Werbekampagne nichts und die tollsten Leute in der Geschäftsleitung. Diese sehen ja in erster Linie ihre Karriere und nicht das Unternehmen oder deren Kunden. Antworten


Alexander Müller

27.09.2011, 14:58 Uhr
Melden 24 Empfehlung

"Es ist uns bewusst, dass die Zeiten nicht einfach sind. Aber wir wollen zeigen, dass wir da sind." Keine einfachen Zeiten, das ist schon eine euphemistische Umschreibung für die kriminellen Aktivitäten der CS. Es mag nur Werbe-Sprech sein, aber es ist exemplarisch für die Unfähigkeit einen Fehler zu erkennen und das fehlende Unrechtsbewusstsein. Schuld sind hat einfach die schwierigen Zeiten. Antworten



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