Comeback von Kunz?

Von Philippe Müller. Aktualisiert am 23.01.2010

Nach Claude Béglés Rücktritt als Post-Präsident wird immer lauter die Rückkehr des geschassten Konzernchefs Michel Kunz gefordert. Doch auch Kunz hat Gegner.

Mittlerweile sind beide weg: Ex-Postchef Michel Kunz (l.) und Ex-Präsident Claude Béglé.

Mittlerweile sind beide weg: Ex-Postchef Michel Kunz (l.) und Ex-Präsident Claude Béglé.
Bild: Keystone

«Jetzt muss Michel Kunz zurückkommen.» «Michel Kunz zurück!» «Warum springt Herr Leuenberger nicht über seinen Schatten und holt Michel Kunz zurück?»

Diese und ähnliche solcher Einträge finden sich seit Claude Béglés Rücktritt am Dienstag zuhauf im Post-internen Blog. Viele Post-Arbeiter wünschen sich, dass der geschasste Konzernchef Kunz auf seinen Posten zurückkehrt. Für Kunz-Fans scheinen die Voraussetzungen dafür nun gegeben, da mit Post-Präsident Béglé der grösste Widersacher von Kunz abgetreten ist. Sie erhalten Unterstützung von prominenter Seite: Headhunter Bjorn Johansson sagte gegenüber «cash online», der neue Verwaltungsratspräsident Peter Hasler solle unbedingt in Betracht ziehen, Michel Kunz zurückzuholen.

Kunz und seine Widersacher

Dass Kunz wieder auf seinen Posten zurückkehrt, ist aber unrealistisch. Denn eines dürfen die Kunz-Sympathisanten nicht vergessen: Auch Kunz hat Gegner. So fiel im Dezember die entscheidende Abstimmung im Post-Verwaltungsrat mit acht zu null Stimmen bei einer Enthaltung gegen Kunz aus. Er war damit per sofort entlassen.

Zwar sind mittlerweile zwei Verwaltungsräte plus Béglé nicht mehr da, trotzdem sitzen heute immer noch sechs Personen im Post- Verwaltungsrat, die sich in der Vertrauensabstimmung gegen Konzernchef Michel Kunz ausgesprochen haben. «Das Vertrauensverhältnis dürfte gestört sein», sagt Professor Artur Baldauf, Leiter des Instituts für Marketing und Management an der Universität Bern.

Ob Michel Kunz überhaupt Interesse an seinem alten Job hätte, ist unklar. Er war gestern für diese Zeitung nicht erreichbar.

Bucher ist beliebt

Erschwerend für die Anhängerschaft von Michel Kunz kommt hinzu, dass der neue Post-Konzernchef Jürg Bucher sehr beliebt ist, als kompetent gilt und Post-intern einen tadellosen Ruf geniesst. Die einzige Kritik an Bucher zielt bisher auf sein Doppelmandat: Er führt gleichzeitig die Post und die Post-Tochter Postfinance. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.01.2010, 11:39 Uhr

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