Carsten Maschmeyers dritte Attacke auf Sarasin

Der bekannte Investor hat im Cum-Ex-Skandal Klage gegen die Privatbank eingereicht. Er verlangt Millionen zurück.

Carsten Maschmeyer mit seiner Ehefrau Veronica Ferres. Foto: TA-Archiv

Carsten Maschmeyer mit seiner Ehefrau Veronica Ferres. Foto: TA-Archiv

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Carsten Maschmeyer, 55, will endlich das Geld zurück haben, das ihm seiner Ansicht nach die Basler Privatbank Sarasin wegen Täuschung bei einer Kapitalanlage schuldet. Seit drei Jahren schon streitet der Investor aus Hannover mit der Bank aus Basel, jetzt reicht es ihm. Maschmeyer hat bei einem Schweizer Gericht Klage gegen Sarasin eingereicht. Nach Angaben aus Finanzkreisen ­fordert der prominente Investor, der mit der Schauspielerin Veronica Ferres liiert ist, knapp 14 Millionen Euro.

Maschmeyer hatte zusammen mit Familien­angehörigen auf Vermittlungen von Sarasin 40 Millionen Euro in einen Fonds namens Sheridan investiert, mit dem offenbar der deutsche Fiskus ­ausgenommen werden sollte. Ziel von Sheridan soll es gewesen sein, beim Handel von Aktien mit (Cum) und ohne (Ex) Dividende mehr Steuern erstattet zu bekommen, als gezahlt worden waren. Maschmeyer wirft Sarasin vor, ihm das verschwiegen zu haben. Hätte er das gewusst, dann hätte er sich auf solche Geschäfte gar nicht eingelassen. Der deutsche Investor hat bislang nur 26 von den 40 Millionen Euro zurückbekommen. Da der Fiskus bei solchen Cum-Ex-Deals inzwischen keine Steuern mehr erstattet, fliesst kein Geld mehr zurück.

Die 14-Millionen-Klage ist bereits Masch­meyers dritte Attacke auf Sarasin. Er hat in Köln und Zürich Strafanzeigen wegen Betrug beziehungsweise Verletzung des Bankgeheimnisses eingereicht. Die Bank aus Basel wehrt sich gegen die Vorwürfe des Investors, der mit dem umstrittenen Finanzvertrieb AWD reich geworden ist. Sarasin hat wiederholt ­erklärt, man habe weder Fiskus noch Anleger getäuscht oder betrogen.

In den Skandal ist gemäss Unter­suchungs­akten, die dem TA vorliegen, auch Eric Sarasin persönlich involviert, das letzte in der Bank verbliebene Familienmitglied und zuletzt Vizepräsident von J. Safra Sarasin. Er hat diese Funktion wie auch sein Mandat an der Spitze der Deutsch-Schweizerischen Handelskammer jedoch in den letzten Tagen ­abgegeben, um sich auf die Verfahren ­gegen ihn zu konzentrieren und den Ruf der Bank zu schützen. Er weist sämt­liche Anschuldigungen «mit aller Entschiedenheit» zurück.

(Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 07.11.2014, 19:49 Uhr)

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