Brainstore hat 3 Millionen Franken Schulden
Von Hans Galli. Aktualisiert am 13.09.2011 1 Kommentar
Die Bieler Ideenfabrik Brainstore hat in den zwei Jahrzehnten ihres Bestehens viele Höhen und Tiefen erlebt. Jetzt gerade durchwandert sie wieder ein Tal: Der Richter hat ihr die Nachlassstundung bis Mitte Februar 2012 bewilligt. Der «Gehirnladen», wie die Firma übersetzt heisst, kann deshalb unter Aufsicht der Sachwalterin, der Transliq AG in Bern, weiterarbeiten.
Der Schuldenberg beläuft sich laut Brainstore-Mitgründer Markus Mettler auf 3 Millionen Franken. Aufgehäuft wurde er als Folge der Weltwirtschaftskrise in den vergangenen Jahren. Ins Krisenjahr 2009 startete das Unternehmen mit einem rekordhohen Personalbestand von 80 Personen. Im darauffolgenden Frühjahr kam es zu 32 Entlassungen. Seither ging der Abbau weiter: Laut Mettler sind heute noch 10 Personen fest angestellt. Bei grossen Aufträgen würden bis zu 70 freie Mitarbeitende beigezogen.
Prozentvergleich als Ziel
Wie ein Klotz am Bein wirkt der langfristige Mietvertrag mit einer Jahresmiete von 500'000 Franken, wie das «Bieler Tagblatt» meldete. Die Büroräume seien auf einen Betrieb mit 80 Personen ausgerichtet, im kommenden Februar werde die Firma nun aber in kleinere Lokalitäten umziehen.
Die erwähnten 3 Millionen Franken schulde Brainstore den Lieferanten, den Banken und dem kantonalen Wirtschaftsamt (Beco), welches ausstehende Löhne vorgeschossen habe, sagte Mettler. Das Unternehmen hoffe auf einen Prozentvergleich: Dabei verzichten die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen, und den Rest erhalten sie als Nachlassdividende ausbezahlt. Weder Mettler noch Transliq wollten sich gestern zur möglichen Höhe der Nachlassdividende äussern.
Er sei zuversichtlich, dass eine Einigung gefunden werde, sagte Mettler. Wenn die Altlasten einmal weg seien, habe Brainstore gute Zukunftschancen. Seit Mitte 2010 verfüge das Unternehmen wieder über genügend Aufträge, und es könne die laufenden Ausgaben aus eigener Kraft finanzieren. Neben der Entwicklung von Produktideen werde Brainstore immer häufiger von Unternehmen bei der Entwicklung einer internen Innovationskultur beigezogen.
Idee für Gleis 7 entwickelt
Markus Mettler und Nadja Schnetzler gründeten 1989 die Firma Dactis. Diese wurde 1998 in Brainstore umgetauft. Die Haupttätigkeit ist gleich geblieben: Junge Leute entwickeln in einem Brainstorming Ideen für neue Produkte. Das wahrscheinlich berühmteste Produkt ist Gleis 7, das Generalabo ab 19 Uhr für Jugendliche. Aber auch Namen von Schokoladelinien, eine neue Joghurtserie, Vorschläge für die effizientere Fabrikation von chemischen Produkten und Konzepte für Büromöbel stammen aus der Bieler Ideenküche. (Der Bund)
Erstellt: 13.09.2011, 08:46 Uhr
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