Wirtschaft

Benoît, Sergio und Beat auf dem Abstellgleis

Von Christian Lüscher. Aktualisiert am 05.09.2011 32 Kommentare

Die Markenbotschafter Benoît, Sergio und Beat passen Konzernchef Andreas Meyer nicht mehr ins Konzept. Er will den «Beamtenkonzern» 2012 dynamischer positionieren.

Kommunikative Weichenstellung: Die Werbesenioren passen nicht mehr zur Strategie der SBB.

Kommunikative Weichenstellung: Die Werbesenioren passen nicht mehr zur Strategie der SBB.

Kampagne im Überblick

Rentner werben für Freizeitangebot

Rentner werben für Freizeitangebot
Seit Anfang 2010 auf Mission: Sergio, Benoît und Beat gehen für die SBB auf Kundenfang. Ende 2011 ist Schluss mit den Senioren.

Werbespot

Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Seit Anfang 2010 machen die schrulligen Herren Benoît, Sergio und Beat die Schweizer Bahnfahrer im Monatstakt auf attraktive Freizeitangebote aufmerksam. Dabei reisen die drei Senioren durch die Schweiz, blödeln herum und hinterlassen einen ziemlich schrägen Eindruck. Ursprünglich wollten die SBB drei Jahre lang damit auf Kundenfang gehen. In ein paar Wochen soll allerdings Schluss sein mit der Altersheimshow.

Entsprechende Informationen bestätigt ein Mediensprecher auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet. Die Absetzung der Werbekampagne habe nichts mit schlechten Zahlen oder unerreichten Imagewerten zu tun. Im Gegenteil: Die Werbung hatte einen erfreulichen Einfluss auf den Billettverkauf und habe einen positiven Eindruck bei der Bevölkerung hinterlassen.

Neue Ausrichtung 2012
Dem Vernehmen nach sieht die Wahrheit allerdings etwas anders aus. Die Altherren punkteten nicht so gut, wie es der Mediensprecher darstellt. Zahlen sind zwar nicht in Erfahrung zu bringen. Laut gut informierten internen Quellen stellt man die Kampagne jedoch ein Jahr früher ein als geplant. Grund: Konzernchef Andreas Meyer will im nächsten Jahr in die grosse Imageoffensive gehen.

Meyer will offenbar der Dachmarke SBB mehr Strahlkraft verleihen. Seit sechs Jahren war das Unternehmen mit der Führung der Marke SBB eher zurückhaltend. Hinter vorgehaltener Hand fällt immer wieder der Satz, dass sich das Unternehmen «dynamischer» positionieren wolle, was dem Naturell Meyers entspricht. Da ist es nachvollziehbar, dass er die Rentner aufs Abstellgleis schiebt.

Deutsche Markenberater am Werk?
Am neuen Image arbeiten derzeit eine Handvoll Schweizer Werbeagenturen. Sie wurden damit beauftragt, Vorschläge für eine strategische Neuausrichtung des Konzerns zu erarbeiten. Brisant ist das hartnäckige Gerücht, dass offenbar auch deutsche Markenspezialisten am Werk sind. Auf Anfrage wollte die SBB-Medienstelle dies nicht kommentieren. Inhaltlich und zum Vorgehen informiere man zu einem späteren Zeitpunkt.

Dass Meyer mit Tempo die Marke SBB auf kommendes Jahr neu ausrichten möchte, macht durchaus Sinn. Nachdem er in den letzten Jahren den Konzern auf Kaderebene grundlegend umorganisiert hat, packt Meyer nun die nächste Baustelle an. Dem Konzern haftet nach wie vor das Image eines «Beamtenkonzerns» an. Will Meyer dies ändern, ist es von Vorteil, in die Imageoffensive zu gehen.

Kommt hinzu, dass Meyer im nächsten Jahr dringend Sympathien braucht: Obwohl die SBB Gewinne schreiben und sich der Bereich Personenverkehr erfreulich entwickelt, hat der oberste Bähnler eine Tariferhöhung angekündigt, was in den Medien Negativschlagzeilen zur Folge hatte. Zudem stehen die SBB in Sachen Verspätungen und wegen hoffnungslos überfüllter Züge regelmässig in der Kritik. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.09.2011, 11:22 Uhr

32

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

32 Kommentare

Ivo Steinmann

05.09.2011, 11:53 Uhr
Melden 74 Empfehlung

Und für was genau muss die SBB Werbung machen, ausser dass sich irgendwelche Werbefritzen austoben können und unnötig Geld verbrennen? Die SBB ist ja faktisch konkurrenzlos. Man sollte als erstes mal diese Abteilung stark verkleinern um Kosten zu sparen und dann kann man immer noch jammern wegen zu wenig Einnahmen. Antworten


Christian Lehmann

05.09.2011, 12:05 Uhr
Melden 70 Empfehlung

Sch**ss auf Markenspezialisten, Dynamik und Dummschwätzertum. Fakt ist, dass die SBB sich vor Kunden kaum retten können. Daher alles Geld und damit meine ich insbesondere auch die vielen Millionen Honorar für externe "Berater" sofort ins Rollmaterial und in die Lohntüten der vielen SBB-Angestellten stecken! Es lebe meinetwegen das Beamtentum bei den SBB - wenn es denn rollt. Ein Kunde. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

DIE AGENDA

Informieren Sie sich über aktuelle Kulturveranstaltungen in der Stadt und Umgebung.