Bei Swatch in Japan ist Arbeiten derzeit freiwillig
Von Rahel Guggisberg. Aktualisiert am 19.03.2011 1 Kommentar
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Im N. G. Hayek Center in Tokio beschäftigt Swatch 400 Mitarbeiter. (Bild: Keystone )
Grossbetriebe in Japan
Die UBS beschäftigt in Tokio, Osaka und Nagoya rund 1100 Mitarbeiter, grösstenteils Japaner. «Bei den Naturkatastrophen sind keine Mitarbeiter zu Schaden gekommen. Das Geschäft läuft derzeit normal weiter», sagt Sprecher Dominique Gerster. Die UBS habe alle Mitarbeitenden angewiesen, mögliche Vorsichtsmassnahmen zu ergreifen.
Die Credit Suisse (CS) beschäftigt in Tokio einige Hundert Mitarbeiter. Die CS will die sich ständig verändernde Situation vor Ort nicht kommentieren und macht auch zu internen Massnahmen keine Angaben.
Der Pharmakonzern Novartis beschäftigt in Japan 5000 Mitarbeitende. Weder Angestellte noch Gebäude kamen zu Schaden. Novartis erwirtschaftet 10,9 Prozent des Pharmaumsatzes und 8 Prozent des Gesamterlöses in Japan.
Roche beschäftigt in Japan 7300 Mitarbeitende an mehreren Büro- und Produktionsstandorten in Tokio und in der Umgebung. Diese Standorte sind für Roche sehr wichtig, der Pharmaumsatz betrug in Japan etwa 4,3 Milliarden Franken im Jahr 2010. (rag)
Das Kaiserreich Japan ist nach der EU, den USA und China der viertwichtigste Exportmarkt der Schweiz. 3 Prozent aller Schweizer Exporte gehen nach Japan. Auch Berner Unternehmen mit Niederlassungen vor Ort sind von der Krise direkt betroffen. Beispielsweise der Bieler Uhrenkonzern Swatch.
Präsent ist die Gruppe seit 2007 an Tokios Prestigemeile Ginza. Im 56 Meter hohen N. G. Hayek Center beschäftigt der Konzern rund 400 Mitarbeitende. Laut Swatch ist unter ihnen eine grosse Verunsicherung zu spüren. Darum stellt der Konzern es den Angestellten frei, ob sie zurzeit arbeiten wollen. «Wir versuchen, den Angestellten logistische Hilfe zu leisten, sofern sie dies wünschen. Wir lassen sie spüren, dass sie nicht allein sind», so Swatch-Sprecherin Beatrice Howald. Wer bleiben wolle, könne bleiben, wer den Grossraum Tokio verlassen wolle, solle dies tun. Swatch empfiehlt ausserdem allen Mitarbeitenden in Japan, die Situation auch in den Medien zu verfolgen und auf Behördeninformationen zu hören.
Swatch plant langfristig
Beatrice Howald betont, dass die Konzernleitung mehrmals täglich in Kontakt mit dem lokalen Management in Tokio sei: «Es gibt keinen Druck, was die Geschäftsergebnisse angeht. Wichtig ist, die nötigen Schritte flexibel zu entscheiden.» Der Uhrenkonzern geht davon aus, dass es aufgrund der Geschehnisse zu keinen grossen Umsatzeinbussen kommen wird und dass Swatch seine mittel- und langfristigen Ziele erreichen wird.
Die Swatch Group (UHR 366.2 -1.21%) weist den Umsatz in Japan nicht eigens aus, sondern nur für die Region Asien, exklusive China und Ozeanien. 2010 trug diese 17 Prozent zum Konzernumsatz bei, Experten schätzen den Japan-Anteil auf 4 Prozent.
Bei Feintool (FTON 308.25 0.00%) wird gearbeitet
Mit zwei Werken in Japan präsent ist auch die Lysser Firma Feintool. Eine Niederlassung befindet sich in Atsugi, rund eine Stunde südlich von Tokio. Die andere liegt in Tokoname, rund 3,5 Stunden südwestlich von Tokio. «Unsere Produktionsbetriebe wurden nicht beschädigt. Wenn es genug Strom hat, kann gearbeitet werden», so Feintool-Sprecherin Karin Labhart. Es gebe vor Ort genügend Benzin und Wasser. Zudem wurden im Produktionsbetrieb in Tokoname Unterkünfte eingerichtet. Labhart sagt, die Stimmung sei ruhig und diszipliniert, dennoch bleibe die Verunsicherung. Insgesamt arbeiten 95 Feintool-Mitarbeitende in Japan in den Bereichen Produktion, Qualitätssicherung und Buchhaltung.
Wie lange bei Feintool in Japan weitergearbeitet wird, entscheidet der Schweizer Geschäftsführer vor Ort. Japan ist für Feintool ein wichtiger Standort. Der Umsatz der Produktionsbetriebe beträgt rund 40 Millionen Franken pro Jahr, was rund 10 Prozent der gesamten Ergebnisse ausmacht. (Berner Zeitung)
Erstellt: 19.03.2011, 20:32 Uhr
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