Wirtschaft
Bei Benetton bricht eine neue Ära an
Immer wieder skandalös: Mit solchen und ähnlichen provokanten Werbekampagnen sorgt das Modeunternehmen regelmässig für Aufruhr. (Bild: AFP )
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Der neue Chef der italienischen Modemarke Benetton, Alessandro Benetton, will Umsatz und Gewinn künftig vor allem in den Schwellenländern steigern. Er übernahm am Dienstag die Leitung des Familienunternehmens von seinem Vater Luciano, der die Firma 47 Jahre geleitet hatte.
«Ich muss unsere Präsenz in Europa festigen, weil die Marke italienisch ist, aber zugleich muss ich nach Korea gehen, nach Russland, Indien und in die Türkei», sagte Benetton der französischen Zeitung «Figaro» vom Dienstag.
Stagnation im letzten Geschäftsjahr
Benetton hatte Mitte März für das vergangene Jahr einen Gewinnrückgang um mehr als 28 Prozent auf 73 Millionen Euro vermelden müssen. Der Umsatz stieg nur um ein Prozent auf 2,03 Milliarden Euro.
«Es stimmt: Auf den Märkten, wo wir am präsentesten sind, gibt es kein Wachstum mehr», sagte Alessandro Benetton dem «Figaro». Benetton habe nicht genug für das «Einkaufserlebnis» seiner Kunden getan - einerseits weil unterschiedliche Mode-Linien für die verschiedenen Bedürfnisse der Kunden fehlten, andererseits, weil das Vorhandene in zu vielen Variationen angeboten wurde.
Zurück zu den Anfängen
Um mehr Pullover, T-Shirts und Hosen in den Schwellenländern zu verkaufen, werde er die Organisation des Unternehmens ändern und neue Leute einstellen, kündigte Benetton an. Er wolle sich zudem auf die Anfänge der Firma zurückbesinnen: Pullover und bunte Farben.
Luciano Benetton, heute fast 77 Jahre alt, hatte die Firma 1955 mit Hilfe seiner drei Geschwister Gilberto, Carlo und Giuliana gegründet, und zwar in Treviso in Norditalien.
Die Schwester fertigte die ersten Pullover auf einer Strickmaschine. Der Legende nach verkauften Luciano und Giuliana auf Anhieb 700 Stück. Ein Ausflug zu den Olympischen Spielen in Rom 1960 brachte dann den Durchbruch, weil Benetton Grosskunden für seine Pullover fand.
Der Durchbruch kam Ende der 80er
Der internationale Erfolg für die «United Colors of Benetton» stellte sich ab Anfang der 80er Jahre ein - nicht zuletzt wegen der oft provokanten Werbefotos des Starfotografen Oliviero Toscani.
Ab Anfang der 90er Jahre kaufte die Familie sich bei den Unternehmen Autogrill und Autostrada ein. Bereits 2005 wählte Luciano Benetton seinen Sohn Alessandro, das zweite von fünf Kindern, zu seinem Nachfolger aus. Bis jetzt jedoch konnte er nicht recht loslassen. (fko/sda)
Erstellt: 24.04.2012, 22:31 Uhr
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