BKW streicht 55 Stellen - und macht dafür die Aufsichtsbehörde verantwortlich
Von Hans Galli. Aktualisiert am 22.10.2011 1 Kommentar
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Die grossen Schweizer Stromkonzerne Alpiq, Axpo und BKW gehen wirtschaftlich unsicheren Zeiten entgegen. Deshalb haben sie alle einen Stellenabbau angekündigt. Die BKW Energie AG hat gestern den ersten Schritt konkretisiert: Im Bereich Netze werden 55 Stellen verschwinden, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.
Hauptgrund sei der Entscheid der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (Elcom) vom vergangenen April, sagte BKW-Mediensprecher Antonio Sommavilla. Die Elcom hatte entschieden, die BKW müsse die Kosten für die Netzbenutzung senken. Davon profitieren die Kunden, denn sie bezahlen seit dem 1. Oktober weniger für den Strom. Beim Stromunternehmen führt das laut dessen Angaben zu einem Einnahmenausfall von 15 Millionen Franken pro Jahr. Die Einbusse soll mit dem Stellenabbau sowie einer umfassenden Reorganisation aufgefangen werden.
Zahl der Entlassungen offen
Vom Stellenabbau seien alle Regionen und sämtliche Funktionen des Netzbereichs betroffen, sagte Sommavilla. Er soll vor allem durch Pensionierungen und freiwillige Abgänge erfolgen, aber es werde auch Entlassungen geben. Die Zahl der Kündigungen stehe noch nicht fest. Die Betroffenen würden bei der Stellensuche unterstützt.
Für die kommende Monaten ist mit weiteren Abbauschritten zu rechnen: Wie die BKW bereits Mitte September ankündigte, will sie die Kosten konzernweit um insgesamt 15 Prozent senken. Sämtliche Geschäftsfelder würden auf Sparmöglichkeiten überprüft. Wie viele der heute noch 2800 Stellen verschwinden werden, ist derzeit offen.
Neben dem Eingriff der Aufsichtsbehörde führt der Berner Stromkonzern die Marktentwicklung als Grund für ihr Kostensenkungsprogramm an: Obwohl Deutschland einige Atomkraftwerke abgeschaltet hat, sind die Preise an der europäischen Strombörse gesunken. Dabei spielt mit, dass Italien wegen der schlechten Wirtschaftslage weniger Strom importiert. Die andere Ursache ist das wachsende Angebot an Wind- und Solarstrom in Deutschland. Der grüne Strom wird durch die Einspeisevergütung verbilligt. Weil Deutschland aus der Atomkraft aussteigen will, wird immer mehr Ökostrom anfallen.
Die verordneten Preissenkungen, die Förderung des Ökostroms und der geplante Atomausstieg verunsichern die Stromwirtschaft. Das zeigt sich im letzten Satz des gestrigen Communiqués. Sie sei bestrebt, «gegenüber ihren Kundinnen und Kunden weiterhin eine möglichst hohe Versorgungssicherheit zu gewährleisten», schreibt die BKW. Eine absolute Versorgungssicherheit kann sie offenbar nicht mehr garantieren. (Der Bund)
Erstellt: 21.10.2011, 09:36 Uhr
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1 Kommentar
Ach das arme gebeudelte Unternehmen. Immer möglichst viel Gewinn für die Aktionäre. Wenn die Poltik sich nicht so verhält wie die Wirtschaft es will, wird druck aufgesetzt und Menschen entlasse. Es ist ja nicht so, dass die BKB rote zalen schreibt.
Solch ein Betrieb ist unter jeder Sau.
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