BKW baut weitere 200 Stellen ab
Aktualisiert am 07.12.2011 10 Kommentare
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Der Berner Energiekonzern BKW baut weitere rund 200 Stellen ab, nachdem er schon im Oktober bekanntgegeben hatte, im Netzgeschäft 55 Stellen zu streichen. Mit den Massnahmen will das Unternehmen 15 Prozent seiner beeinflussbaren Kosten senken.
Diese Kostensenkung um etwa 95 Millionen Franken sei nötig, um in einem veränderten Marktumfeld die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Das schreibt die BKW in einer Mitteilung vom Mittwoch. Mit einem veränderten Marktumfeld meint die BKW laut ihrem Sprecher Antonio Sommavilla anspruchsvolle energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen als Folge tieferer Energiepreise, eines immer schärferen regulatorischen Umfelds, der rückläufigen Entwicklung an den Aktienmärkten und des tiefen Euro-Kurses.
Einen Einfluss hätten auch die Ereignisse von Fukushima gehabt sowie der Entscheid des Bundes, langfristig aus der Atomenergie auszusteigen. Den Stellenabbau will die BKW mit dem Nichtbesetzen von Vakanzen, über die natürliche Fluktuation, aber auch über Entlassungen bewerkstelligen. Wie viele Entlassungen nötig seien, werde erst Ende Januar feststehen, sagte Sommavilla auf Anfrage. Derzeit sei erst der Massnahmenplan beschlossen. Nun müssten diese Pläne weiter konkretisiert werden. Die BKW beschäftigt - Tochtergesellschaften inklusive - derzeit etwa 2800 Personen. Etwa 250 Stellen werden nun also abgebaut.
Mühleberg nicht betroffen - Personal einbezogen
Der neue Stellenabbau betrifft alle Bereiche des Unternehmens, auch die Tochtergesellschaften, nicht aber das Personal des Kernkraftwerks Mühleberg. Die Massnahmen werden ab Februar 2012 und grösstenteils im kommenden Jahr umgesetzt.
Die Personalkommission der BKW hat laut Sommavilla bei der Erarbeitung des Massnahmenpakets mitgearbeitet. Dieses sei vergleichbar mit einem Sozialplan und enthalte Massnahmen zur Unterstützung der betroffenen Mitarbeiter. «Der Abbau wird sozialverträglich gestaltet». Die Gewerkschaften würden informiert. Die Gewerkschaften Unia und VPOD reagierten am Mittwoch sauer auf die Ankündigung der BKW. Eine solche Ankündigung vor Weihnachten sei «pietätslos», schreiben sie in einer Mitteilung.
Ziel müsse es sein, die Sparmassnahmen ohne Entlassungen umzusetzen. «Bei einer Fluktuationsrate von zirka 10 Prozent bei 3000 Mitarbeitenden sollte das eigentlich ohne Probleme möglich sein». Auch brauche es ein Projekt für Kurzarbeit, damit der BKW das Wissen des Personals nicht verloren gehe.
Sparprogramm folgt auf ernüchterndes Halbjahresresultat
Schon Mitte September hatte die BKW das Sparprogramm mit dem Ziel, die Kosten mittelfristig um 15 Prozent zu senken, angekündigt. Nun ist das Sparprogramm konkretisiert worden. Es enthält auch Massnahmen zur Erhöhung der Kosteneffizienz und zur Steigerung der Produktivität.
Das Sparprogramm gab die BKW bei der Präsentation des Resultats fürs erste Halbjahr 2011 bekannt. Der Reingewinn war im ersten Semester 2011 im Vergleich zur Vorjahresperiode um mehr als 30 Prozent auf noch 90,5 Millionen Franken abgesackt. Das Resultat des zweiten Halbjahrs werde nicht besser, kündigte die BKW damals an.
Zur Senkung der Kosten will die BKW auch die Beschaffung von Drittmitteln und die Schnittstellen zu den Tochtergesellschaften optimieren. Auch diese Massnahmen müssten noch genauer definiert werden, sagt Sommavilla.
Auch andere bauen ab
Auch andere Schweizer Stromkonzerne haben Sparmassnahmen und damit einen Stellenabbau bekanntgegeben. Alpiq will 450 Arbeitsplätze streichen, Axpo gab Mitte September einen Massnahmenplan bekannt - noch ohne die Anzahl zu streichender Stellen zu beziffern.
Zur Senkung der Kosten will die BKW auch die Beschaffung von Drittmitteln und die Schnittstellen zu den Tochtergesellschaften optimieren. Auch diese Massnahmen müssten noch genauer definiert werden, sagt Sommavilla.
Auch andere bauen ab
Auch andere Schweizer Stromkonzerne haben Sparmassnahmen und damit einen Stellenabbau bekanntgegeben. Alpiq will 450 Arbeitsplätze streichen, Axpo gab Mitte September einen Massnahmenplan bekannt - noch ohne die Anzahl zu streichender Stellen zu beziffern. (mrs/sda)
Erstellt: 07.12.2011, 07:37 Uhr
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10 Kommentare
Wie viele Unternehmen, welche auf alten Strukturen stehen geblieben sind, greift nun auch die BKW zur "Personalkeule". Dies trifft vor allem die "kleinen Leute". Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, müsste jedoch ganz oben angefangen werden. Die BKW braucht ein neues, innovatives Management. Alles andre ist nur Symptombehandlung und verspricht wenig Wirkung. Antworten
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