Wirtschaft
Aufstand der Aktionäre: Multimillionen-Bonus verweigert
Aktualisiert am 19.04.2012 66 Kommentare
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Es ist ein unverbindliches, aber lautes Signal: Die Aktionäre der Citigroup (C 40.464 1.14%) haben das Vergütungspaket für das Management der US-Grossbank abgewiesen. Damit heisst es erstmals «Daumen runter» für die Boni bei einer Wall-Street-Bank. Allein CEO Vikram Pandit hätte knapp 15 Millionen Dollar einstreichen sollen – zu viel, sagten 55 Prozent der Aktionäre.
Die Abstimmung ist nicht bindend, verpflichtet die Bank also nicht, den Vergütungsplan anzupassen. Doch die Aktionäre sendeten mit ihrem Verdikt auf der Generalversammlung ein starkes Signal an die Bank aus. Ein Votum wie dieses ist in den USA höchst aussergewöhnlich.
«Test nicht bestanden»
Es ist anzunehmen, dass die Banker nun noch einmal über die Bücher gehen. Richard Parsons, scheidender VR-Präsident, bezeichnete die Niederlage als «ernste Angelegenheit». Man werde mit den Anlegern nach einer Lösung suchen. Die Vertreterin eines institutionellen Anlegers sagte gegenüber der «Financial Times», Boni könne es nur für erbrachte Leistung und erfolgreiches Risikomanagement geben: «Diesen Test hat Citigroup nicht bestanden.»
Ein Branchenkenner meinte zum selben Blatt, Citigroup weise ein notorisch schlechtes Verhältnis zwischen dem Wert der Aktie und den Vergütungen für das Topmanagement auf. Was gefährlich sei, weil falsche Signale an die Märkte ausgesendet würden: «Man muss sich fragen, wie vertrauenswürdig eine Bank ist, bei der die Anreize für ihre Manager nichts zu tun haben mit deren Leistung.»
Stresstest nicht bestanden
Viele Aktionäre dürften die Bonus-Vorschläge bei Citigroup einfach nur als dreist empfunden haben. Denn die Riesen-Bank war in den Sog des Krisenstrudels von 2008 geraten und musste damals mit 45 Milliarden Steuer-Dollars aus Washington gerettet werden. Auch in jenem Krisenjahr wollten sich die Topmanager hunderte Millionen Dollar an Boni auszahlen, was Washington als vorübergehender Hauptaktionär jedoch verhinderte.
Auch dieses Jahr gab das Institut vor allem zu Ärger Anlass, als Citigroup den Stresstest der US-Notenbank nicht bestand. Über die vergangenen 12 Monate hinweg hat die Aktie der Bank nahezu 20 Prozent an Wert verloren. Erst gestern hatte Möchtegern-15-Millionen-Mann Vikram Pandit verkündet, die Aktionäre müssten auf eine Erhöhung der Dividende verzichten. (ami)
Erstellt: 18.04.2012, 21:51 Uhr
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66 Kommentare
Ernst wird es also erst, wenn die Boni nicht mehr kommen. Das sagt an sich ja schon alles. Der Mittelstand geht dank dieser To Big To Fail (and bail) unter, und den Banker jagt es erst jetzt einen Schauer über den Rücken, weil sie diese perversen Summen nicht bekommen? Nichts gelernt, nichts verstanden - eben Moneyjunkies. Antworten
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