Wirtschaft

Assange lobt seinen Schweizer Whistleblower

Aktualisiert am 17.01.2011 24 Kommentare

Der ehemalige Schweizer Banker hat der Enthüllungsplattform die Daten von rund 2000 Steuersündern übergeben. Doch dort landen die Dokumente vorerst in der Schublade.

1/5 Zeremonieller Akt in London: Rudolf Elmer händigt Julian Assange CDs mit Bankkundendaten aus.
Bild: Keystone

   

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Julian Assange, der Mann hinter Wikileaks

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Nach der Veröffentlichung von über 250'000 US-Geheimdokumenten wird der Australier von den USA gejagt.

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Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat am Montag in London zahlreiche Unterlagen über mögliche Steuersünder ausgehändigt bekommen. Der ehemalige Schweizer Bankmanager Rudolf Elmer, ein ehemaliger Mitarbeiter der Bank Julius Bär, gab die Daten dem Wikileaks-Gründer Julian Assange. Darin soll es um reiche Prominente, Wirtschaftsführer und Abgeordnete aus den USA, Grossbritannien und Asien gehen, die Konten in Offshore-Finanzzentren genutzt haben sollen, um Steuern zu hinterziehen.

«Wir werden diese Informationen behandeln wie alle übrigen, die wir kriegen», sagte Assange bei dem Termin im Londoner Frontline Club. Er lobte Elmer für seinen Einsatz, die mutmasslich dunklen Geschäfte der Finanzindustrie aufzudecken. Da Wikileaks derzeit die Veröffentlichung von etwa 250'000 Depeschen des US-Aussenministeriums vorbereite, könne es mehrere Wochen dauern, bis die Bankdaten an die Reihe kämen. «Es wird eine vollständige Enthüllung geben», sagte Assange.

Elmer will das «System der Offshore-Banken» aufdecken

Elmer, der zuvor schon vertrauliche Unterlagen an die Medien und an Wikileaks weitergegeben hatte, sagte zu Journalisten, er wolle das System der Offshore-Banken aufdecken. «Ich will, dass die Gesellschaft weiss, wie das System funktioniert», sagte der Ex-Banker. «Es schädigt die Gemeinschaft.» Details wie Namen von Unternehmen oder Privatpersonen wollte er nicht preisgeben.

Elmers Handeln ist umstritten. Er muss am Mittwoch in Zürich wegen Verstosses gegen das Schweizer Bankgeheimnis und Nötigung vor einem Gericht erscheinen. Der Ex-Banker kündigte gegenüber der Nachrichtenagentur AP an, er werde den Vorwurf der Nötigung in bestimmten Punkten einräumen. Er bestritt aber einen Verstoss gegen das Schweizer Bankgeheimnis, da die Akten, die er verteilt habe, von den Cayman Islands stammten, wo er acht Jahre lang arbeitete. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe. (bru/dapd)

Erstellt: 17.01.2011, 14:31 Uhr

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24 Kommentare

Nadine Binsberger

17.01.2011, 14:55 Uhr
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Elmer hat zwar recht, dass das Finanzsystem der Gemeinschaft schadet. Aber die Gemeinschaft ist selber verantwortlich dafür, dass sie im aktuellen Leistungssystem an ein Einkommen ohne Arbeit glaubt ( = Zinsen und Renditen). Das widerspricht jeglichem gesunden Menschenverstand. Trotzdem ist Finanzmarkt ein akzeptierter Wirtschaftsbereich. Da ist die Gemeinschaft auch selber schuld. Antworten


Ulrich Kaiser

17.01.2011, 15:11 Uhr
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Würde mal sagen, 3 Jahre Haft sind nicht viel, besser mehr. Das sind ganz gefährliche Leute: Insider, die gefeuert wurden, dann Rache üben, oder die Firma erpressen. Wie will man da noch gute und vertrauenswürdige Leute finden, in vertrauensvollen Posten, seien das nun Banken, Industrie oder anderes. Dieses WL hat etwas angezettelt, an dem es selber zu Grunde gehen wird, wie deren Anhänger. Antworten



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