Wirtschaft
Apple voll im Saft
Von Bernhard Fischer. Aktualisiert am 21.02.2012 46 Kommentare
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Der US-Konzernriese Apple (AAPL 441.354 0.39%) wächst ungebremst weiter: Apples Börsenwert von 468 Milliarden US-Dollar ist 1,7 Mal so hoch wie die Wirtschaftsleistung Griechenlands in diesem Jahr von 213 Milliarden Euro (281 Milliarden Dollar). Zudem sitzt der US-Computerkonzern auf Bargeld in der Höhe von 100 Milliarden US-Dollar. Doch weder will sich der IT-Riese Übernahmen, noch Dividenden für die Aktionäre und schon gar nicht Anleihen quasi-bankrotter Staaten leisten. Apple mutiert zum notorischen Geldsammler.
Patente als Übernahmeziele
Übernahmeziele sind mit einem grossen Fragezeichen versehen: «Keiner weiss, was Apple vorhat. Mängel lassen sich kaum finden und der Konzern kann ‹frühstücken›, was er will», sagt Marco Günther, Aktienanalyst der Hamburger Sparkasse.
Am wahrscheinlichsten sei unter Analysten, dass der Konzern mit dem vielen Geld sein Patente-Vakuum zu füllen versucht. «Die Akquisitionsstrategie ist wohl mehrheitlich auf Patentportfolios gerichtet und weniger auf den Vertrieb», meint Analyst Oskar Schenker von der Bank Sarasin. Denn: «Apple verfolgt bereits eine Direktmarketingstrategie mit eigenen Angestellten und verhandelt direkt mit den Telekomunternehmen. Wenn es nicht um Patente geht, erwarte ich auf der Produktionsseite keine Akquisitionen.»
Für Schenker zeichnet sich ein ähnlicher Weg für Apple ab, wie ihn Google mit der Übernahme von Motorola Mobility bereits gegangen ist. Google hat für den Deal 12,5 Milliarden Dollar bezahlt und sich damit Abertausende Patente gesichert. Schon vor der Übernahme der Motorola-Sparte hatte Google rund 100'000 Patente. Auch Sony hat mit dem Kauf der Ericsson-Anteile rund 1 Milliarde Cash hingeblättert und sich damit Tausende Patente gesichert. Wer die Patente erwirbt, sichert sich damit künftige Marktanteile.
Dividende vs. Kursfeuerwerk
Auf eine Dividende werden die Aktionäre allerdings noch länger warten müssen. Auch andere Technologieriesen wie etwa Hewlett Packard oder Texas Instruments haben anfangs keine Dividende ausgeschüttet. «Zu Beginn muss das Unternehmen das starke Wachstum und in konjunkturell schwierigen Zeiten die kostenintensive Entwicklung finanzieren», erklärt Schenker.
Aber solange die Aktie so gut performt, können die Aktionäre auf eine Dividende grosszügig verzichten. Das belegen die folgenden Zahlen: Von 2009 auf 2010 hat sich der Gewinn von 6.29 US-Dollar je Aktie auf 15.15 Dollar mehr als verdoppelt. Im Vorjahr waren es bereits 27.68 Dollar und für dieses Jahr werden 42.30 Dollar erwartet. Innert eines halben Jahres hat der Aktienwert vom Tiefstand von 310 Dollar auf 526 Dollar bis Mitte Februar 2012 zugelegt. Das entspricht einem Plus von fast 70 Prozent.
Grösste Wachstumsmärkte: Australien und Asien
Hält die Entwicklung an, dann wird Apple den Umsatz von 108 Milliarden Dollar im Jahr 2011 auf 157 Milliarden in diesem Jahr steigern, 2013 sollen es 182 Milliarden Dollar sein. Dass Apple geradezu im Geld schwimmt, liegt vor allem an den immensen Zuwachsraten in Australien und Asien. Dort ist der Konzern um 167 Prozent gewachsen. Die zweithöchsten Wachstumsraten gab es in Japan mit 55 Prozent. Dauerbrenner bleibt das iPhone, das für 47 Prozent des Unternehmensgewinns verantwortlich ist. Macs sowie das iPad haben je rund 20 Prozent zum Umsatz beigesteuert. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.02.2012, 14:39 Uhr
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46 Kommentare
Kein Wunder bei diesen Abzockerpreisen. Der Zusammenbau eines iPhone kostet 7 $ Personalkosten in China, in Europa würde er 70 $ kosten. Bei einer Gewinnmarge von etwa über 50 % für ein iPhone könnte man die Arbeiter in China auch anständig bezahlen und hätte noch genug Gewinn. Antworten
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