Lufthansa befürchtet Ausfall von 800 Flügen
Aktualisiert am 22.02.2010 10 Kommentare
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An den grössten deutschen Flughäfen sind am Montagmorgen zahlreiche Flüge ausgefallen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit begann um Mitternacht, grosse Teile des Flugverkehrs der Lufthansa (LHA 8.536 0.67%) lahmzulegen. Rund 4000 Lufthansa-Piloten sind zum Streik aufgerufen. Etwa 800 Flüge werden nach Einschätzung der Lufthansa über den Tag ausfallen. Das wären etwa zwei Drittel der Flüge, die von der Gewerkschaft bestreikt werden können. Das restliche Drittel der Flieger soll abheben. Beim Billigflieger Germanwings sollen rund zwei Drittel der Flüge trotz des Streiks stattfinden.
Betroffen waren am Morgen vor allem Strecken innerhalb Deutschlands, aber auch einige internationale Verbindungen. Zehntausende Passagiere müssen sich darauf einrichten, dass ihre Flüge gar nicht oder nur verspätet starten. Die Deutsche Bahn setzt zusätzliche Züge ein.
Ausfälle auch in der Schweiz
In der Schweiz werden am Montag vorraussichtlich 27 Flüge der Lufthansa ausfallen, wie ein Sprecher der Swiss am Montagmorgen der Nachrichtenagentur SDA sagte. Genf ist mit 13 annullierten Flügen proportional stärker betroffen als Zürich – normalerweise starten täglich 19 Lufthansa-Flüge von Genf aus.
Um den Piloten-Streik bei ihrer Muttergesellschaft abzufedern, setzt die Swiss grössere Maschinen ein und kann damit ihre Kapazität im Verkehr zwischen der Schweiz und Deutschland um 15 bis 20 Prozent erhöhen.
Noch keine Einigung in Sicht
Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa geht es um Geld, die Sicherung von Arbeitsplätzen und Einfluss auf die Firmenpolitik. Die Gewerkschaft will verhindern, dass durch billigere Lufthansa-Töchter eine innerbetriebliche Konkurrenz entsteht, vor allem im Ausland. Daher verlangt sie auch Mitsprache bei den Ausland-Töchtern. Lufthansa hält dies für unzulässig.
Auch nach dem Beginn des Streiks zeigte sich in dem Konflikt keine Annäherung ab. «Wir haben in den letzten Stunden keinen direkten Kontakt gehabt», sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft am Montagmorgen. Nach derzeitigem Stand werde der Streik daher wie geplant bis Donnerstag fortgesetzt.
Die Fluggesellschaft zeigte sich offen für Verhandlungen. «Wir sind offen für Gespräche ohne Vorbedingungen», sagte eine Lufthansa- Sprecherin. (raa/ddp)
Erstellt: 22.02.2010, 10:52 Uhr
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10 Kommentare
Kann jemand erklären, warum dieser Streik nicht einer Nötigung oder gar einer Epressung gleichkommt? Bitte nicht mit Streikrecht und dergleichen argumentieren. Nicht alles, was legal ist, darf auch gemacht werden, oder doch? Ein Streik zur Durchsetzung von Privilegien ist Erpressung und sollte bestraft werden. Antworten
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